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    TITEL kulturmagazin
    Freitag, 18. August 2017 | 20:03

    Nikki and the Robots

    20.11.2012

    Vor dem Glück liegt die Frustration

    Seit Super Meat Boy rollen die Jump and Runs mit nostalgischer 8- oder 16-Bit Anmutung wie vom Fließband aus den Indie-Game-Studios. Mit Nikki and the Robots liefern auch die Berliner von Joyride Labs ihren Beitrag zum Trend. JAN FISCHER hat es bis zur Frustrationsgrenze und darüber hinaus gespielt. 

     

    Aktivieren wir mal kurz eine Erinnerung. Sagen wir, Mario. Egal welches Spiel. Die eine Stelle, an der man nicht weiterkam. Der eine Sprung. Der eine Gegner. Die eine, fiese Stelle, bei man regelmäßig seinen Controller in die Ecke geschmissen hat. Dieser Quelle endloser Frustration. Zu der man doch immer wieder zurückkam. Sie irgendwann, nach Tagen, Wochen, Monate, dann doch knackte. Das überwältigende Glück, dann.

     

    Das sind die frühen Erfahrungen einer ganzen Generation Gamer, derjenigen, die mitten in den großen Nintendo-und-Sega-Kriegen der 80er und 90er aufgewachsen sind, die in ihren Kinderzimmern sich von vorne bis hinten durch diese Welt der 2D-Sidescroller gekämpft haben. 

     

    Ein deutsches Super Meat Boy?

    In genau diese Kerbe hauen seit einiger Zeit Indie-Games wie Super Meat Boy. Aus Deutschland kam in dieser Richtung noch nicht so viel, außer eben jetzt  Nikki and the Robots: Erstmal ein klassiches Jump and Run, aber, wie Super Meat Boy, mit einem Twist. Mit erhöhtem Schwierigkeitsgrad. Wie gemacht für Menschen, zu deren frühestens Kindheitserinnerungen es gehört, Bowser geschlagen zu haben.  Und das in ihrem Leben auch schon hundertmal gemacht haben. 

     

    Katzenwesen?

    Der Spieler steuert Nikki, ein Geheimagentenninjakatzenwesen, das  Geheimagentenkollegen befreien muss, die der böse Dr. Lacroix irgendwo in seiner mit Todesfallen gespickten Anlage gefangen hält. Nikki kann Batterien einsammeln, die erstmal keinen Zweck zu haben scheinen. Erstmal. Die Batterien sind wichtig. Wirklich. Außerdem gibt es Terminals, an denen Nikki Roboter und Plattformen steuern kann, oder Laser ausschalten. Das Level ist beendet, wenn Nikki eine je nach Level unterschiedliche Anzahl an Schaltern aktiviert hat. 

     

    Frust beginnt mit F

    Und um Himmels willen, ist das Spiel frustierend. Jedes Level hat ein Thema, eine Herausforderung: Plattformen, Kisten, Springen, Klettern, einmal muss man einer sich bewegenden Plattform folgen. Wenn Nikki fällt, oder einen Laser berührt, oder sonstwie stirbt, geht das Level von vorne los. Manche Level sind einfach. Und bei manchen gibt es diesen Frustrationspunkt. Den Punkt, an den man alles hinwerfen möchte, weil man immer wieder diesen einen Sprung nicht schafft. Immer wieder in diese eine Laserbarriere rennt. In der Hinsicht ist Nikki and the Robots Super Meat Boy sehr ähnlich: Es geht um Timing.  Um Sprünge, die hunderstelsekundengenaue Präzision verlangen. Um den Tanz der Finger über das Keyboard, die – zumindest in den letzten paar Leveln – eine ganz eigene, perfekte Choreographie ergeben müssen. Und die muss geübt werden. Immer und immer wieder. Im kostenlosen Basis Paket. Im kostenpflichtigen Story-Mode. In den herunterladbaren Community-Levels.

     

    Eine runde Sache

    Frustrierend ist in diesem Fall aber tatsächlich positiv gemeint. Weil es am Ende ja doch ein zeitgenössisches Produkt ist, das nur so tut, als sei es alt. Die Sprungphysik, zum Beispiel ist ziemlich neu, und erlaubt diese hundersttelsekundengenauen Präzisionssprüunge problemlos. Wenn da nicht die Finger im Weg wären. Und das ist das eigentlich schöne, das, was jedes Jump and Run gut macht: Dass nicht die Technik überwunden werden muss, sondern die Ungeschicklichkeit des Spielers. Und die Bösartigkeit der Level-Designer. Und sich selbst und die Level-Designer überwunden zu haben: Das ist das, was schon seit Jahren das Gamerherz höher schlagen lässt.  Aber Vorsicht: Vor dem Spaß liegt die Frustration. 

    TITEL ist umgezogen!

    Liebe Leserinnen, liebe Leser!


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