Auf englisch
Richard Eisenbeis stellt sich eine Frage, die nicht nur Importfreunde von gestern (wieder) beschäftigt: Warum erreichen viele Nippontitel nicht mehr die westlichen Märkte bzw. wieso werden westliche Studios mit der Mission betreut, nicht-japanischen Märkte mit ihren Umsetzungen japanischer Topoi zu erobern.
Der ewig unterhaltsame Chris Kohler widmet sich der Schweißperlen evozierenden Frage, wie es mit diesen Konsolen nur um Himmels Willen weiter gehen soll. Dabei geht er zum Glück weiter in die Tiefe als das ewige Portraitieren des Zangenmodells »f2p« und »mobile gaming«, welches aus der aktuellen und kommenden Hardware endgültig die Luft pressen könnte.
Dorito-Gate
Rab Florence, auch bekannt als Robert Florence, lädt in seinem Artikel A Table of Doritos zu der kontemplativen Betrachtung eines Bildes von Geoff Keighley, der zwischen Soft Drinks, Snacks und einem Halo-Poster mit Sponsoren-Print sitzt und mit glasigen, toten Augen in die Kamera blickt. Für Florence ist das Bild eine Realität gewordene Allegorie der Verbrüderung zwischen Spielejournalisten und dem PR-Apparat der Publisher, die zu einer ungesunden Vetternwirtschaft führt, die zwar allen Beteiligten nutzt, doch die Kunden im Regen stehen lässt und über kurz oder lang zur Stagnation oder Katastrophe führt. Grund des Artikels sind die Games Media Awards, die einen kleinen Skandal auslösten, als ein Publisher unter Journalisten Playstation 3 Konsolen verloste, die das geforderte Hashtag retweeteten. Die Diskussion rund um den Artikel erlangte unter dem Spitznamen Dorito-Gate schnell Bekanntheit über den Dunstkreis des Spielejournalismus hinaus.
Leigh Alexander versucht auf gamasutra mit seinem Beitrag It takes all kinds: video game culture’s weird identity crisis zu vermitteln: Digitale Spiele entwickeln sich in einem rasanten Tempo und überrundet dabei teilweise sowohl die Publisher als auch die Presse. Die Paradigmen, mit denen sich beide Seiten dem Kulturobjekt digitale Spiele nähern, sind veraltet. Als Beispiel führt er die Kritik an, die das GameCity-Festival dafür geerntet hat eine Nicht-Spielerin in die Jury zu berufen, die zuvor nicht gespielt hat - schließlich würde man niemand einen Literaturpreis vergeben lassen, der nicht lesen kann. Leigh Alexander argumentiert, dass inzwischen für alle Formen des Journalismus genügend Raum ist und mehr Perspektiven der Entwicklung einer erwachsenen Spielekultur nur nutzen können.
Jim Rossignol streift mit seinem Artikel Retro-Futurism - Let’s Not Lose Sight Of The Future das Dorito-Gate zwar nur am Rande, doch kritisiert er die Stagnation in der Entwicklung und vermißt Spiele, die neue Spielmechaniken erfinden und ihren Spielern eine Erfahrung ermöglichen, die eben nicht auf der eines Vorgänger basiert. Rossignol hofft, dass wir in einer Zeit leben, die einer kommenden Generation und uns selbst in der Zukunft einen ähnlich verklärten Blick auf bahnbrechende Legenden, wie Syndicate oder Homeworld und auf spektakuläre Flops, wie Spore oder das Remake von Syndicate im Shootergewand, erlauben wird. Er hofft, dass Publisher und Entwickler von ihrem hohen Roß steigen und damit aufhören ganze Genres abzuwürgen, weil sie nicht mehr rentabel scheinen obwohl sie noch lange nicht ihr ganzes Potential ausgeschöpft haben - wie an dem Erfolg von XCOM zu sehen ist.