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    TITEL kulturmagazin
    Dienstag, 25. April 2017 | 04:46

    Resident Evil 6

    16.10.2012

    Franchise sucht Identität

    Was Resident Evil 4 im Jahr 2005 mit einem Metascore von 96 anstieß, führte der Nachfolger vier Jahre später einigermaßen konsequent (und begleitet von einer saftigen Rassismus-Debatte) fort. Nun, 2012, ist die Reihe bei Teil 6 angekommen und muss sich – so erscheint es nach einem RUDOLF INDERSTschen Anspielen – eine neue Identität zulegen, um auch weiterhin wahrgenommen zu werden.

     

    Welche Geschichte erwartet SpielerInnen? Resident Evil 6 enthält drei verschiedene, aber miteinander verwobene Story-Stränge – jeder mit seinem eigenen Protagonisten-Paar, das entweder solo oder gemeinsam im Koop-Modus sowohl offline als auch online spielbar ist. Leon S. Kennedy steht die Agentin der US-Regierung Helena Harper zur Seite, während Chris Redfield gemeinsam mit seinem BSAA-Partner Piers Nivans den Kampf gegen den Bioterrorismus aufnimmt. Schließlich setzt sich Jake Muller – Auftragssöldner und Sohn des berühmten Albert Wesker – Seite an Seite mit Sherry Birking zur Wehr, der Tochter der früheren Umbrella-Wissenschaftler Annette und William. Alle sechs müssen sich einem neuen Horror stellen: dem höchst infektiösen C-Virus, das auf eine unvorbereitete Welt entlassen wurde und neue tödliche Transformationen nach sich zieht. Als Schauplätze dienen dabei Nordamerika, der kriegsgebeutelte osteuropäische Staat Edonia sowie die chinesische Stadt Lanshiang.

     

    Sage mir, was Du bist

    Identitätssuche. Angesichts der vielen Ansätze, der vielen Schauplätze, der schieren Menge der Eindrücke kann ich mich des Eindruckes nicht erwehren, dass die Macher hinter Resident Evil selbst nicht so genau wussten, wo sie ihre Serie anlegen sollen und wie sie dieses »wo« am besten darstellen können. Und so entschied man sich offensichtlich für das Konzept »Bombast«. Und – auch wenn das die Verantwortlichen nicht gerne hören möchten – für das Konzept »Kopie«. Von dem ursprünglichen Genre Survival Horror ist nicht mehr viel übrig geblieben, aber das wäre natürlich zu verkraften, wenn die Alternative nicht so sehr style over substance ausfallen würde. Damit sei nicht gesagt, dass dieses Spiel nicht sehr intensive oder befriedigende Momente bietet. Denn das tut es. Dafür sorgen zum Beispiel die neuen Gegnertypen, das lustvolle In-das-Spiel-fremder-Teilnehmerinnen-springen oder die gigantischen Explosionen; im selben Moment sorgt die Potenzierung derselben allerdings dafür, dass ein Großteil des Spieles zu einem Bay’schem Action-Einerlei verkommt und so keine eigene Identität entwickeln kann.

     

    Als langjähriger begeisterter Fan der Serie wünscht man sich für den nächsten Teil einen radikalen Konzeptbruch, sonst versinkt die ursprüngliche Geschichte um Barry (»You were almost a Jill Sandwich!«) und all die anderen, die wir ans Herz schlossen im Allerlei seelenloser Beliebigkeit. Mit bisher insgesamt 676.000 verkauften Exemplaren in Japan deklassierte Resident Evil 6 jedoch deutlich den eigenen Vorgänger; sprich, die Masse der Spieler aus dem Biohazard-Mutterland scheint meine Einschätzung nicht zu teilen. Ehrlich gesagt, ist das nicht die erste Überraschung rund um den Titel: Das einflussreiche Magazin Famitsu vergab 39 von 40 möglichen Punkten. Ob da nicht ein wenig zu patriotisch bewertet wurde?

     



     

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    TITEL ist umgezogen!

    Liebe Leserinnen, liebe Leser!


    Das neue TITEL kulturmagazin ist ...

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