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    TITEL kulturmagazin
    Freitag, 18. August 2017 | 08:57

    Lollipop Chainsaw

    26.06.2012

    Romeros Nightmare - mit Herzchen!

    Man nehme eine leicht bekleidete, Lollipops lutschende und nicht sonderlich intelligente Cheerleaderin, gebe ihr eine Kettensäge – mit Glitzer! und lasse eine Horde Zombies auf sie los. Fertig ist Lollipop Chainsaw, der feuchte Traum einer postpubertären Gesellschaft. Egal, FRANZISKA BECHTOLD schnetzelte sich ganz gerne durch untote Massen!

     

    Zugegeben, schon das Intro schäumt nur so vor dramaturgischer Einfallslosigkeit und ist dermaßen oversexed, dass man beim Starten des Prologs nur hofft, dass das Mädel sich etwas Wärmeres anzieht, während sie lasziv an ihren Lollipops lutscht. Auf die Suche nach einem Sinn hinter all dem Story-Unfug sollte man sich gar nicht erst begeben, es gibt keinen. Kettensäge, Zombies, knappe Outfits, laute Musik – reicht auch schon. Lollipop Chainsaw ist anspruchsloses aber ausgesprochen amüsantes Hack'n'Slay in seiner Reinform. Leider nicht ganz ohne Macken.

    Juliet gerade 18 Jahre alt, Cheerleader, frisch verliebt, Sprössling einer Zombiejägerfamilie kommt zu spät zu ihrem Date mit Freund Nick, der prompt von einigen untoten Mitschülern angenagt wird. Hier zeigt sich bereits die große Stärke von Lollipop Chainsaw, die Absurdität: Um seine Transformation zum Zombie zu verhindern trennt Juliet Nicks Kopf ab und trägt ihn als fesches (und nützliches) Accessoire am Gürtel, wo er den Rest des Spiels plappernd vor ihrem Hintern baumelt. Die Protagonistin muss derweil sieben musikalische Zombie-Obermotze zerlegen um den Highschool-Emo daran zu hindern das Tor zur Hölle zu öffnen. Und Glitzersternchen, Herzchen und Regenbögen gibt es auch.

     

    Des Ponyhofs magische Kettensäge!

    Im Grunde bietet Lollipop Chainsaw soliden Spaß für zwischendurch mit dem ein oder anderen witzigen und zuweilen einfallsreichen Dialog und zahllosen Anspielungen auf Klassiker der Filmindustrie (»Zed is dead, baby. Zed is dead.«). Auch die Tatsache, dass Juliet auf die Romero High geht (Dawn of the dead, get it?) erfreut den Zombiefan an sich schon ein bisschen, fühlt er sich doch an die guten alten Zeiten erinnert. Trotzdem wünscht man sich mit zunehmender Spielzeit, Juliet würde einfach mal nichts sagen, denn der stellenweise doch primitive Humor entlockt dann nur noch ein müdes Schmunzeln. Die Synchro ist in diesem Fall vielleicht ein wenig zu authentisch (es bedeutet: nervig und quäkig).  

    Optisch erinnert das muntere Kettensägenmassaker eher an Ferien auf den Ponyhof. Nur eben ohne Ponys, dafür mit Untoten. Es kommt extrem bunt daher und ist aufgrund der vielen Glitzersternchen und Herzen und sonstigem Mädchenzeug auch weit weniger blutig, als man vielleicht gedacht hätte. Klar ist allerdings auch, dass hier kein Grafikfeuerwerk abgefeuert wird, die Engine läuft ein bisschen auf Sparflamme, die Physik ist bescheiden und warum lösen sich eigentlich alle Dinge, die man zersägt, in Luft auf? Zaubernde Zu-Staub-Zerfall-Kettensäge? Wohl kaum.

     

    Zombiejagd-Quicky!

    Das Gameplay an sich ist simpel gestrickt: Es gibt nichts zu entdecken, die Level verlaufen schlauchartig und lassen kein Abweichen zu. Hinter jeder Ecke warten eine Handvoll Zombies und alle paar Meter wird die Geschicklichkeit in Form von Quicktime-Events geprüft, danach sägt Juliet die immer gleichen Formen in Türen und Wände. Ab und zu wartet ein Minigame und am Ende jedes Levels lauert ein Boss. Abwechslungsreich ist anders, aber trotzdem darf man hier nicht zu hart ins Gericht gehen das Lollipop Chainsaw ist kein Überflieger, macht aber trotzdem Spaß und ist originell. Die schnelle Zombiejagd für zwischendurch, sozusagen. 



     

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    TITEL ist umgezogen!

    Liebe Leserinnen, liebe Leser!


    Das neue TITEL kulturmagazin ist ...

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