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    TITEL kulturmagazin
    Samstag, 19. August 2017 | 16:44

     

    The Walking Dead

    15.05.2012

    Oh my Darling, Clementine...

    Aus Comic wird Serie, wird Videospiel: The Walking Dead ist omnipräsent, beschert RTL2 Traumquoten und macht den Zombie wieder fesch und salonfähig. Untot ist einfach in. Auch Telltale ist auf den Zombie-Survival-Zug aufgesprungen. Telltale? Seit wann wird denn da auf Untote geschossen? Ab sofort und immer wieder gerne!

     

    Stolpern, stammeln, stottern... wo ist die Schrotflinte, wenn man sie braucht?

    Telltale hat Geschmack gefunden am Lizenzgeschäft: Nach CSI und Jurassic Park wird nun die Apokalypse des virusinfizierten Amerikas in spannende Episoden verwandelt. Der comichafte Look ist Robert Kirkmans wunderbaren Graphic Novels nachempfunden, arbeitete dieser doch mit am Design für die Downloadtitel. Fünf Episoden will Telltale veröffentlichen, bisher erschien allerdings nur A New Day. Die Story des ersten Teils verfolgt eine eigenständige, von der Vorlage unabhängige, Geschichte um den - zu unrecht? - verurteilten Protagonisten Lee. Dieser trifft während seiner Flucht vor den untoten Horden auf die kleine Clementine, für die er sich ab sofort verantwortlich fühlt. Der Kampf ums Überleben beginnt.

    Bei dieser Beschreibung wird vielleicht der ein oder andere sagen: Och, nö ... Beschützermission, muss nicht. Doch in diesem Adventure, dreht sich alles - wie auch in Comic und Serie - um Storytelling, Charakterentwicklung und das nackte Überleben. Dabei ist man eben kein knallharter Profi, sondern ein normaler Mensch, der nach seiner Familie und anderen Überlebenden sucht und unter chronischer Waffenarmut leidet. Lee schafft es regelmäßig in entscheidenden Situationen zu stolpern oder auszurutschen und in ernsten Gesprächen ungeschickt vor sich hinzustammelt und bewahrt trotzdem im letzten Moment immer die Fassung. Die Charaktere sind lebhaft designt und Sympathie und Antipathie liegen hier nah beieinander. Ihre Schicksale lassen nicht kalt und gerade die süße Clementine wächst einem schnell ans Herz. Ein frischer Wind im Genre, der gefällt.

     

    Nicht zu bunt und nicht zu laut: So macht man Weltuntergang!

    Die Welt ist authentisch und düster angelegt, die Farben haben nur geringe Sättigung und das trägt zur gedrückten Endzeitstimmung bei. Ständig schwingt eine latente Bedrohung mit, überall könnte ein hungriger Untoter lauern, dazu kommt ein intensives, meist ruhiges Sounddesign. Party und Gute Laune sollte man also nicht unbedingt erwarten, aber The Walking Dead hat neben all den spannenden und tragischen Stellen auch hoffnungsvolle Momente. Diese werden vom gut angelegte Spielprinzip unterstützt, durch Entscheidungen den Verlauf der Story zu verändern. Wen rette ich, wen gebe ich auf, verhalte ich mich vertrauenswürdig oder verschließe ich mich vor der Umwelt? Das Heavy-Rain-Pinzip geht voll auf, Entscheidungen müssen oft aus dem Bauch heraus getroffen werden und können für den weiteren Spielverlauf tragend sein.

    Zugegeben - A New Day hat spielerisch seine Schwächen: Wirklich glorreiche Heldentaten oder komplexe Rätsel finden sich nicht in diesem Spiel. Nach etwa zwei Stunden ist Schluss mit Teil eins und um ehrlich zu sein, hat man sich dabei nicht zu stark verausgaben müssen. Schade ist auch, dass bisher keine deutsche Sprachversion verfügbar ist - gerade in hektischen Momenten könnte das Antworten unter Zeitdruck erschwert werden, wenn man erst vier englische Möglichkeiten durchlesen muss. Nichtsdestotrotz, zieht die erste Episode von The Walking Dead den Spieler - egal ob Serien- und Comicfan oder Neuling - in seinen Bann und macht eindeutig Lust auf mehr!

     


     

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    TITEL ist umgezogen!

    Liebe Leserinnen, liebe Leser!


    Das neue TITEL kulturmagazin ist ...

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