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Donnerstag, 30. März 2017 | 10:43

13 zum Zweiten: Final Fantasy

27.03.2012

Zurück ins Wunderland

STEFANIE MARX macht sich erneut auf die Reise. Kann Final Fantasy XIII-2 die Enttäuschung, die der direkte Vorgänger hervorrief wieder gut machen? Lassen wir uns überraschen.

 

Ein Jahr ist vergangen seitdem Square Enix etwas verkündete, das überraschte: ein Nachfolger zu Final Fantasy XIII, noch bevor die anderen zwei XIII-Titel in den Regalen dieser Welt Platz finden. Die Neuigkeiten stimmten wenige Spielefreunde froh, manche sahen es sogar als Drohung. Final Fantasy XIII ist ohne Frage der umstrittenste Teil der umfangreichen Saga. Betrachtet man es isoliert, mag Final Fantasy XIII kein schlechtes Spiel sein, aber in der Realität müssen sich neue Teile dieser traditionellen Serie mit Erwartungen und Vorstellungen in extremen Maß messen lassen. 

 

Viele Spieler enttäuschte bereits der Spielstart. Ohne viel Freiheit kämpfte man sich durch einen schlauchigen Level in den Nächsten. Die Entwickler trafen die Design-Entscheidung, so sagten Sie, um eine dichte Story zu erzeugen. Leider blieb davon wenig hängen. Viel Story gab es zwar, dafür war sie weder zugänglich noch fesselnd. Zusätzlich fühlten sich die ersten zwanzig Spielstunden mit seinen vielen Info-Boxen und neuen Elementen wie ein nicht enden wollendes Tutorial an. Blieb man am Ball, wurde man belohnt, denn dann öffnete sich das Spiel und bot eine reiche Auswahl an Möglichkeiten und Orten. Meine Befürchtung: Wenige Spieler sind soweit gekommen.

 

Warum also eine Fortsetzung? Zum einen weil Setting und Handlung viel Potenzial bergen und vielleicht auch als eine Art „Wiedergutmachung“ seitens Square Enix (man hat ja nicht weniger als einen Ruf zu verlieren!). Produzent Yoshinori Kitase betonte in verschiedenen Interviews, dass sich das Entwickler-Team bewusst über die Meinungen der Presse und Spieler sind und man die Lektion gelernt hat. 

 

Gelungenes Sequel, kupo? Kupo!

Schnell merkt man, dass Herr Kitase keine leeren Worte spricht. Final Fantasy XIII-2 ist in jeder Hinsicht besser als sein Vorgänger, d.h. im Klartext jeder Kritikpunkt wurde auf eine Agenda gesetzt und bearbeitet. Dabei scheute man auch größere Änderungen nicht. Auffällig ist ein neuer, doch altbekannter Begleiter: Moogle. Das pummlige Flugmonster erweist sich als unverzichtbar. Einmal ist es Diskussionspartner, ein anderes Mal ein aufmerksamer Weggefährte, der versteckte Gegenstände findet, auch über große Distanzen, wenn man es wirft. Die Kämpfe sind nun strategischer, da man auch hier auf Unterstützung bauen kann. Die Suche nach einem geeigneten Monster-Partner kann dann schon einmal so spannend sein, wie nach einem seltenen Pokémon.

 

Rock on!

Die gewagteste Neuerung im Spiel findet sich im Bereich Musik. Man muss wissen, dass die orchestralen Musikstücke Aushängeschild der Final Fantasy-Serie sind. Ganze Konzertsäle werden gefüllt, Tourneen finden statt. Wenn im neuen Teil also neben seichten und sanften Tönen auch Hardcore-Rock zu hören sind, so erregt das Aufmerksamkeit. Final Fantasy XIII-2 ist also all das, was der Vorgänger nicht ist und das ist gut so. Die lebendigen Welten und Städte nehmen den Spieler gefangen. Die Zeitreise-Handlung ist erfrischend. Spätestens wenn man einen spezifischen Ort bereist und Jahrzehnte später oder früher zurückkehrt, begeistert man sich für die Personen und Veränderungen. Egal in welcher Zeit oder Dimension man sich befinden mag, Moogle und Chocobos geben dem Spieler ein heimatliches Gefühl. Zusammengefasst: Final Fantasy XIII-2 kehrt zurück zu alten Qualitätsstandards. Ein echtes Final Fantasy, im besten Sinne.

 



 

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