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Ratchet & Clank: All 4 One

15.11.2011

Nichts Neues aus Zerstörungshausen

Da sind sie wieder, die Helden des extravaganten Zerstörungswahns im bunten Comic-Look: Lombax Ratchet und sein blecherner Kollege Clank beehren die PS3 mit frischer Action und erstmalig auch einem Multiplayer. Das ist leider das einzig Neue, findet FRANZISKA BECHTOLD

 

Bis zu vier Spieler ballern sich gnadenlos durch die Prärie: Neben den beiden Hauptcharakteren dürfen Bösewicht Nefarious und Präsident Qwarks in Ratchet & Clank: All4One die Wummen auspacken. Das Spiel hat auch eine Story, die ist aber egal, solange man weiß, auf was man schießen muss. Trotzdem hier eine kleine Einführung in die Geschichte: Das Quartett wird von einem mysteriösen Kreaturensammler auf einen fremden Planeten entführt. Nun müssen sie einen Weg nach Hause finden und dem Bösewicht das Handwerk legen.

 

Das Märchen von der nervigen KI ...

Da das Spiel für den Multiplayer konzipiert ist, gibt es keine eigene Einzelspieler-Kampagne. Wer sich allein auf den Weg macht, bekommt eine KI an seine Seite gestellt. Die ist, gerade wenn es an die Coop-Parts geht, natürlich unentbehrlich, nervt aber die meiste Zeit über gewaltig. Sie rennt beispielsweise gerne mal so weit voraus, dass weiter zurückliegende Orte nicht mehr erreicht werden können und Goodies und Bolts (kleine Schrauben die es durch Zerstören und das Besiegen von Gegnern einzusammeln gilt) müssen zurückgelassen werden. Dazu kommt, dass der computergesteuerte Helfer gerne mal sämtliche Aufgaben alleine erledigt und der Spieler nicht selbst denken oder handeln muss. Aber Ratchet & Clank: All 4 One ist eben ein waschechtes Multiplayer-Game.

 

Neben dem Coop-Standardrepertoire (Schalter drücken, Hebel ziehen...) wird der Sammlertrieb geweckt, denn am Schluss kommt die Punkteabrechnung: Bolts, Kills und knuffige kleine Kreaturen müssen gesammelt werden. Das macht dann auch richtig Spaß und zu zweit kann man die Level problemlos bestreiten. Mit drei oder vier Kumpanen am Pad wird das schon unübersichtlicher und deutlich schwieriger, sorgt aber für gute Laune, auch wenn man sich gerne mal gegenseitig virtuelle Brüstungen herunterschubst oder in den Abgrund schießt. Natürlich nur ausversehen.

 

Gemeinsam spielen hui, alleine daddeln pfui!

Schade ist, dass die Möglichkeiten zum Aufrüsten der Waffen stark eingeschränkt wurden. Hatte der Spieler zuvor mehr Freiheiten bei der Waffenauswahl oder der Entscheidung, vorhandene Waffen aufzurüsten, wird nun genau vorgegeben, welche der abgefahrenen Knarren zu welchem Zeitpunkt in den Besitz der Spieler übergehen sollten. Ob man sie nun kauft, oder lieber neue Munition oder größere Reichweite für andere Wummen ersteht, bleibt zwar dem Spieler selbst vorbehalten, doch sind die Auswahlmöglichkeiten längst nicht so individuell wie noch bei Tools of Destruction oder den anderen zahlreichen Vorgängern.

 

Ansonsten hat sich nichts verändert in der Welt von Ratchet & Clank: Jump&Run-Spielprinzip, lineares Leveldesign und quietschbunter Look sind derselbe wie zuvor. Einzig der unverkennbare, selbstironische und häufig makabere Humor der Charaktere bringt ein wenig frischen Wind in die Sache, aber das erwartet man inzwischen von einem Ratchet & Clank. So hat man zwar gute Voraussetzungen für ein paar lustige Stunden beim gemeinsamen Zocken, allein macht das ganze allerdings nicht so viel Freude. So ist Ratchet & Clank: All 4 One zwar ein gelungenes Multiplayer-Spiel, kommt aber an die Top-Titel der Reihe nicht heran.

 



 

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