Die deutsche Geschichte ist ein Familiendrama. Es handelt von Adoption, von Lügen und davon, ob Verzeihen möglich ist. Die argentinische erschließt sich erst nach und nach. Es geht um Einzelschicksale einer Bevölkerung, die vom Bürgerkrieg gezeichnet ist. Das Lied in mir erzählt all dies und ist doch nie überladen, da das enorme Konfliktpotenzial in wenigen Personen untergebracht und der Handlungsfaden wieder und wieder wieder für sehr stimmungsvolle Sequenzen unterbrochen wird – immer ist klar: Der Film taucht ein in Buenos Aires, erzählt nur einen winzigen Ausschnitt und verliert dabei, bei aller Tragik, die Schönheit der Stadt nie aus dem Blick. Schon die Eingangssequenz zeigt dies: Es gleiten sanfte Wellen über die Hubschrauberaufnahmen der Stadt.
Der Film ist hoch emotional. Nachdenklichkeit führt zu Wut und Trauer im Schauspiel bei Jessica Schwarz, Unsicherheit zu Angst und Einsamkeit bei Michael Gwisdek. Maria geht Schwimmen, um mit ihren Gefühlen fertig zu werden, geht raus und durchforscht ihre Vergangenheit. Ihr Vater sitzt im Hotel und wartet. Er kennt die Geschichte.
