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    TITEL kulturmagazin
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    Predators

    08.07.2010

    Lost in Space

    Predators, so wie ihn Produzent und Ideengeber Robert Rodriguez verstanden wissen will, soll weder ein Reboot der Kinoserie, noch ein Remake/Reimagining des Originalfilms von 1987 sein, sondern ein Sequel zu dem längst zu einem Kultfilm der 1980er Jahre erhobenen Sci-Fi-Horror-Actionfilm Predator. Von ASOKAN NIRMALARAJAH

     

    Predators verhalte sich demnach zu Predator so wie Aliens zu Alien: This time there's more. Doch zwischen Absicht und Resultat liegen bekanntlich oft Welten, und im Fall von Predators gleich ganze Galaxien: Nimród Antals mit Spannung erwartetes Sequel ist als der mißglückte Versuch einer motivischen Summation, thematischen Rekonfiguration und zeitgenössischen Revitalisierung der Reihe zu werten.

     

    Leicht kaschiert

    Auf der Strecke bleiben dabei die erste, zunächst eher verhalten rezipierte, mittlerweile aber auch zum Kult erklärte Fortsetzung Predator 2 sowie die allerorts verschmähten Crossover-Filme der Alien vs. Predator-Reihe.

    Das augenzwinkernde Spiel mit dem Plural im Titel ist natürlich nicht das erste Mal, daß sich die Predator-Filme einen nobilitierenden Rückbezug auf die andere große, weit kreativere Sci-Fi-Horror-Franchise von 20th Century Fox erlauben und dabei von den Einfällen eines James Cameron profitieren. Lag doch bereits mit Predator wenig mehr als eine stumpfsinnige, aber recht unterhaltsame Mischung aus einem ekligen Sci-Fi-Horror-B-Movie und einem bleihaltigen Actionabenteuer vor, die prominente Versatzstücke aus zwei reaktionären Drehbüchern des Filmemachers effektvoll überblendete.

     

    Camerons grobschlächtige Skripts zu Rambo II – Der Auftrag und Aliens – Die Rückkehr, zwei revisionistische Kriegsfilme über die Rettung amerikanischer Gefangener hinter feindlichen Linien, in denen die G.I.s doch noch einen persönlichen Sieg davontragen durften, luden Mitte der 1980er Jahre vor dem zeitgeschichtlichen Hintergrund der aggressiven Außenpolitik Ronald Reagans dazu ein, Amerikas umstrittene Beteiligung am Vietnamkrieg rückblickend neu zu bewerten.

    Bei Predator handelte es sich dann um einen leicht kaschierten Vietnamkriegsfilm, in dem der Vietcong, der dunkelhäutigere, unsichtbare Feind aus dem Dschungel, zu einem extraterrestrischen, technologisch avancierten Raubtier mit Tarnfunktion abstrahiert wurde, den der amerikanische Held des Films im Finale zur Strecke bringt. Predator 2 baute den Fremdheitsdiskurs der Serie dann noch weiter aus, indem es den Predator in einem multikulturellen Los Angeles der Zukunft auf Beutezug schickte, wo er von einer Vielzahl nicht minder gefährlicher, ethnisch verschiedener Straßengangs umgeben war, die sich mit der Polizei einen Bürgerkrieg auf offener Straße lieferten.

     

    Kreative Leitung?

    Rodriguez, der bereits 1994 eine frühe Drehbuchfassung von Predators schrieb und sich aufgrund anderer Verpflichtungen mit der kreativen Leitung über das Projekt begnügte, geht nun zurück in den Dschungel und zu den militaristischen Antihelden des Originals. Dabei weckt der Film mit seiner 08/15-Handlung aber eher unfreiwillige Assoziationen zu einer ganz anderen populären Fantasy-Serie der letzten Jahre mit prominenten Sci-Fi- und Horror-Elementen: Predators funktioniert über weite Strecken wie eine sehr schlecht geschriebene, substanzlose Version der Pilotfolge von Lost mit schablonenhaften, langweiligen Figuren, die sich entweder hölzerne, gänzlich redundante Wortgefechte liefern oder in ihrer unfreiwillig komischen Angriffslust auf alles schießen, was sich bewegt. Diese fast zur Selbstpersiflage neigende Kampflust der Protagonisten sorgte bereits in Predator für unfreiwillige Komik, nur waren die schwitzenden Muskelberge des Originals amüsant einsilbige 80er-Jahre-Machos ohne viel Hirn, aber doch genug Herz. Während die übergroßen Persönlichkeiten der Originalbesetzung, allen voran Arnold Schwarzenegger, ansprechend genug waren, um die dünne Handlung zu tragen, tut sich die für ein B-Movie ungewöhnlich hochwertige Besetzung des Sequels schwer mit ihren flachen, klischeebeladenen Figuren.

     

    Charakterfressen wie Laurence Fishburne, Danny Trejo, Oleg Taktarov und Walton Goggins stolpern unsicher durch den Film und werden zu schnell verheizt und talentierte Jungmimen wie Adrien Brody und Topher Grace sind dazu verdammt, den vermeintlich tiefgründigen Subtext des Films in ungelenken Monologen auszubuchstabieren. Lediglich die bildhübsche Alice Braga, der die nassen Haare stets dekorativ ins Gesicht hängen, hat das nötige Charisma, um den Film zu tragen.

     

    Besonders enttäuschend an Predators ist aber, daß der ungarische Filmemacher Nimród Antal hier nicht an seine bisherigen Regieleistungen anschließen kann. Antal, der mit dem düster-komischen Fiebertraum Kontroll aus seinem Heimatland auf sich aufmerksam machen konnte und dann mit den zwei kurzweiligen Genre-Fingerübungen Motel und Armored überzeugte, scheint sich leider zu sehr dem redseligen, berechenbaren Skript und der im Werbematerial zum Film wiederholt angeführten »kreativen Leitung« von Rodriguez gebeugt zu haben. Zwar kann er das exotische Dschungel-Setting des Films atmosphärisch dicht einfangen und die Actionszenen sind rasant und dynamisch umgesetzt, aber weder wird hier Antals Talent für Spannungsaufbau, noch für die packende Inszenierung klaustrophobischer Extremsituationen evident. Wenn dieser schwerfällige und gänzlich überflüssige Predators ernsthaft Rodriguez' Antwort auf Aliens sein soll, dann will man gar nicht erst wissen, wie er sich die Predator-Analogie zu Alien 3, geschweige denn zu Alien – Die Wiedergeburt vorstellt.

     

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