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    TITEL kulturmagazin
    Sonntag, 20. August 2017 | 17:26

     

    Aktuelle Filme vom 25. DOK.fest in München

    27.05.2010

    Der Ball ist rund, die Seele wund

    Zwei Filme wurden beim 25. Dok.fest in München gezeigt, die sich vordergründig mit dem Thema Fußball auseinandersetzen. Doch sind sowohl „Entre la coupe et ´election“ als auch „Hoffenheim-das Leben ist kein Heimspiel“ alles andere als Sportdokumentationen. Geht es doch um so viel mehr als das runde Leder. Um die Träume der Menschen. Den Traum von Gemeinschaftsgefühl und Identität. Von Gerechtigkeit und den richtigen Platz im Leben. Es geht aber auch um den Traum vom Aufstieg, unweigerlich verbunden mit der Macht des Geldes. Von TOM ASAM

     

    Entre la coupe et l`élection

    (Monique Mbeka Phoba und Guy Kaneya Muya, 2008, 56 Min.)

     

    Fußball-Weltmeisterschaft 1974 in der Bundesrepublik Deutschland. Mit Zaire nimmt erstmalig eine schwarzafrikanische Mannschaft  an einem WM-Turnier teil. Zaire ist sportlich und wirtschaftlich im Aufschwung. Das Fußballteam, respektvoll „Leoparden“ genannt, der Stolz einer ganzen Nation. Zum zweiten Mal hat man sich den Titel beim Africa-Cup gesichert. Die Spieler werden von Diktator Mobutu mit Haus, Wagen und Job ausgestattet. Doch das WM-Turnier in Deutschland wird für die Leoparden zum Desaster. 2006, als sich Filmemacherin  Monique Mbeka Phoba auf die Spurensuche macht, scheinen die - trotz Diktatur - als gute Zeiten erinnerten Tage unfassbar fern. Die Entscheidung, mit zwei jungen Filmstudenten zu arbeiten, erweist sich als glücklich. Denn die Leoparden, so noch am Leben, sind die Fragen und Vorwürfe von Journalisten schon seit langem leid. Die Studenten werden aber nicht als solche wahrgenommen, sondern als junge Menschen, die auf der Suche nach Puzzleteilen in der wirren Geschichte ihres Landes sind. Dieses heißt mittlerweile Demokratische Republik Kongo und befindet sich während der Drehphase in den Vorbereitungen zu den ersten freien Wahlen.

     

    Müde Leoparden

    Es gelingen trotz finanziell minimalen Möglichkeiten eindringliche Bilder und aufrichtige Darstellungen der Resignation. Müde Leoparden berichten vom missglückten WM-Abenteuer. Funktionäre hielten Spielergelder zurück. Die Mannschaft streikte und verlor lustlos mit 0:9 gegen Jugoslawien.Und Brasilien gelangen nicht zufällig genau die drei benötigten Tore gegen Zaire. Nach der schmählichen Rückkehr dürfen die, selbst von Pele verehrten  Spieler keine Angebote aus dem Ausland annehmen. Die versprochenen Jobs stellen sich als unbezahlte Funktionärs-Posten in der Provinz heraus. Die Legende gerät in Vergangenheit, die Leoparden verarmen und sterben zum Teil jung und einsam. Über dreißig Jahre später ist nichts über vom Glanz ehemaliger Tage. Aber es gibt endlich ein Wiedersehen bei einem Benefizspiel und einen Leoparden, der nochmal die Krallen ausfahren will. Als Mitglied im Parlament. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

     

    Hoffenheim - das Leben ist kein Heimspiel

    (Frank Marten Pfeifer / Rouven Rech (D, 2010, 100 Min.)

     

    Jochen Rotthaus, Geschäftsführer der TSG 1899 Hoffenheim, rumpelt mit Investoren über Feldwege und zeigt mit dem Finger aus dem Wagen. Dort sollen schon bald das neue Stadion und die Verwaltungsgebäude stehen. Der Verein ist zu diesem Zeitpunkt in der Regionalliga und soll per Masterplan und mit den Millionen von Mäzen Dietmar Hopp in die erste Liga befördert werden.  Frank Marten Pfeifer und  Rouven Rech portraitieren diesen prophezeiten Durchmarsch im Sinne des Direct Cinema mit großer Geduld und Präsenz in ruhigen Einstellungen, denen man die häufige Handkamera nicht anmerkt. Die Fußballer spielen dabei eine untergeordnete Rolle.

     

    Leckere Wurst, schnelles Bier, viele Tore

    Ausführlich gezeigt werden der Geschäftsführer und sein Team im Detailkampf der Professionalisierung. Rotthaus, ein leidenschaftlicher, wie gestrenger Manager, hat eine genaue Vision davon, was die Leute wollen: „Leckere Wurst, schnelles Bier, viele Tore.“ Soweit würden auch die Fans der ersten Stunde nicht widersprechen. Doch das Tempo und die Art des Vormarsches erzeugen auch viel Kritik. In der schnell durchlaufenen Zweiten Liga investiert man mehr Geld in neue Spieler als alle anderen Vereine der Liga zusammen. Von der Regionalliga geht es im Zeitraffertempo zur Herbstmeisterschaft in der ersten Bundesliga. Aus einem Fanclub werden über hundert. Aus dem gemütlichen Treffen alter Freunde wird Konkurrenzkampf und Vereinswichtelei. Die Zuschauerzahlen nehmen wie geplant stetig zu, doch sind nicht alle glücklich. Innerhalb und außerhalb des Vereins gibt es Kritik und auch Missgunst. Hopp wird beleidigt und bedroht.

     

    Der Film beschreibt eindrücklich und ohne eine wertende Haltung einzunehmen die Macht des Geldes, Träume anzufeuern aber auch abzufackeln. Die Intention, Identifikation für viele mit aller Macht durchzukalkulieren, nimmt nur bedingt Rücksicht auf gewachsene Strukturen und bodenständige Betrachtungen. Torro, Fanclubvorsitzender der ersten Stunde und  Fan mit Leib und Seele ist der eigentliche Mittelpunkt des Filmes. Verloren sitzt er in der Schlusseinstellung auf den Stufen des neu erbauten Stadions während im Hintergrund ein Feuerwerk niedergeht. Emotional hin- und hergerissen zwischen Stolz auf den Verein und Zweifeln an der Art und Weise des Erreichten. Tom Asam

     

    Kinostart: September 2010

     

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