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    TITEL kulturmagazin
    Sonntag, 30. April 2017 | 07:13

    Die Standesbeamtin - Drei sind eine zuviel

    29.10.2009

    Wo die Liebe hinfällt

    Romantische Komödien sind seit einigen Jahren fest in amerikanischer Hand. Hier haben wir nun einen seltenen Leckerbissen – eine Romantic Comedy Schweizer Art. Von JENNY FEILGENHAUER

     

    Die Zutaten dieser eidgenössischen Variante des beliebten Genres sind ebenso simpel wie wirkungsvoll. Man nehme eine willensstarke, aber unglücklich verheiratete junge Frau in einem beschaulichen Schweizer Dorf und lasse sie in ihrem schwächsten Moment auf ihre Jugendliebe treffen. Das klingt zunächst nach einem ziemlich alten Hut, ist es aber keineswegs. Micha Lewinskys Film weiß nicht nur durch den selten im deutschen Kino zu hörenden Schweizer Dialekt zu faszinieren, sondern wartet auch mit viel Situationskomik und unvorhersehbaren Wendepunkten auf. Immer wieder führt er den Zuschauer bei der Frage, ob die Liebe über die Vernunft triumphieren wird, in die Irre. Zwischenzeitlich ändert sich sogar die Personenkonstellation in der ménage à trois: Während zu Beginn ein Mann zwischen zwei Frauen steht, findet sich später eine Frau zwischen zwei Männern wieder.

    Der Film funktioniert vor allem Dank eines wohl ausgewählten Darstellerensembles, worin er seinen amerikanischen Kollegen durchaus ähnelt. Zwischen den beiden Hauptdarstellern Marie Lauenberger und Dominique Jann stimmt offensichtlich die Chemie, wenn sie sich an ihre wilden Teenagerzeiten zurückerinnern. Verschämtes Lächeln wechselt sich mit sehnsüchtigen Blicken ab. Die beiden verbindet zudem ihre gemeinsame Leidenschaft: die Musik. Auch die Nebendarsteller, Oriana Schrage als divenhafte, aber dennoch liebenswerte Verlobte und Beat Marti als untreuer Ehemann, der einfach mal wieder geliebt werden will, wissen genauso zu überzeugen wie Beat Schlatter als brummiger Standesbeamter.

    Untermalt wird das Ganze von gefühlvollen Songs – natürlich ebenfalls im Schweizer Dialekt – die die Stimmung der beiden Protagonisten treffend transportieren und zum Mitsummen einladen. Lewinskys Film bietet neben überaus amüsanten Situationen auch leise, nachdenkliche Töne. Diese verleihen dem Film eine gehörige Portion Realismus, welcher den amerikanischen Varianten häufig fehlt. Einigen Zuschauern mag es ja gefallen, den Handlungsverlauf exakt vorhersagen zu können – unerwartete, aber dennoch realistisch erscheinende Wendepunkte bereiten jedoch ein noch größeres Vergnügen. Daher kann Die Standesbeamtin den Zuschauer für sich gewinnen, ohne überzogene oder kitschige Klischees zu bedienen.

     

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