• losttorrent
  • richtorrent
  • pushtorrent
  • Titel-Magazin
    TITEL kulturmagazin
    Mittwoch, 26. April 2017 | 08:08

    Chéri - Eine Komödie der Eitelkeiten

    27.08.2009

    Hübsches, eitles Filmchen

    Die Schauspieler sind toll, die Kostüme teuer, die Kamera makellos: Stephen Frears’ Chéri enttäuscht trotzdem. Von STEFAN VOLK

     

    Als Colettes Roman Chéri 1920 erschien, war das eine Abrechnung mit den Oberflächlichkeiten und der Doppelmoral der Belle Epoque, die damals gerade erst zu Ende gegangen war. Heute, über 80 Jahre später, ist diese aktuelle Brisanz beschaulicher Nostalgie gewichen. Und es würde schon gezielter Irritationen oder Provokationen erfordern, um das satirische Potential des verstaubten Stoffes aufs Neue auszuschöpfen. Davon aber ist Stephen Frears Verfilmung weit entfernt. Der britische Regisseur erzählt die Geschichte der alternden Luxuskurtisane Léa, die sich in Chéri, den Sohn einer Kollegin, verliebt, der später eine Jüngere heiratet, aber seine Geliebte doch nicht vergessen kann, mit viel Dialogwitz, einer charismatischen Michelle Pfeiffer, einem schnippisch-verträumten Rupert Friend, der einen wunderbaren Dandy abgibt, opulenter Ausstattung, souveräner Kameraführung – und: enttäuschend harmlos.

    Die liebenswert formulierte, bunt und sonnig inszenierte Kritik an einer Gesellschaft aus den Geschichtsbüchern dürfte heute kaum noch jemanden treffen. Wer sucht, mag zwar reichlich aktuelle Bezüge finden. Es wird aber niemand damit konfrontiert. Natürlich geht es um zeitlose Dinge wie Altern, Schönheit und falschen Schein, die sich im Film in köstlichen Spiegelfechtereien und spitzzüngigen Wortgefechten wiederfinden. Doch vom wahren Leben, das sich dahinter verbirgt, ist auch bei Frears kaum etwas zu spüren. Michelle Pfeiffer überzeugt, wenn sie erhobenen Hauptes durch Ballsäle und Schlafgemächer stolziert oder beim Nachmittagstee süffisante Seitenhiebe verteilt, aber die trauernde Liebende nimmt man ihr ebenso wenig ab, wie ihrem narzisstischen Widerpart.

    Und nicht einmal spürbare Sinnlichkeit gesteht Frears seinen puppenhaften Figuren zu, stattdessen beobachtet er ihr Treiben brav, bieder und leidenschaftslos aus züchtiger Distanz. So plätschert der muntere, nette Film durchaus unterhaltsam dahin. Wer sich zwischendurch für eine halbe Stunde an die Kinobar zurückzieht, verpasst aber kaum etwas. Außer ein paar sarkastischen Bemerkungen vielleicht. Chéri – Eine Komödie der Eitelkeiten lautet der deutsche Verleihtitel des Streifens. Das darf durchaus wörtlich verstanden werden. Denn Chéri versucht sich zwar als Lehrstück über Eitelkeiten, endet aber als hübsches, eitles Filmchen.

     

    | kommentar schreiben

    Name:
    Kommentar:

    ... bis sie dann gestorben sind.

    Wenn Comics sich klassischen Märchenmotiven widmen, dann tun sie das meist in Form einer eher überzogenen Parodie. Selbst wenn sich dahinter so viel Sophistication verbirgt wie hinter ...

    Petraeus und sein Stab

    Die menschliche Existenz ist voll von Paradoxa. Krieg etwa gehört zu den schlimmsten Dingen, die Menschen einander antun können; die Ausführenden des Kriegs allerdings, das ...

    Musik in Schwarz-Weiß

    Noch ein paar Tipps für die Tage in denen Stimmung und Landschaft sich den Grau-Tönen nähern und die richtige Musik dabei hilft, ruhige Momente zu ...

    10 Gründe, Engelmann zu lieben

    Aufgelistet von BRIGITTE HELBLING

    Der Spielplatz macht zu

    Nach drei Ausgaben wird das Games-iPad-Magazin Spielplatz wieder eingestellt. Was dahinter steckt, wollte RUDOLF INDERST im Gespräch mit den beiden Machern Henning Ohlsen und Mark ...

    NJ Institut for sundhed og senior services køb cialis online sundhedspleje forsikringsudgifter