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Samstag, 18. Mai 2013 | 11:59

Neu im Kino: The Dark Knight Rises

26.07.2012

Wächter der Nacht

»Jetzt erhebt sich das Böse wieder, dort, wo wir es begraben haben.« Der Satz Kommissar Gordons (Gary Oldman) brennt mit dem Fledermaus-Zeichen über dem dantischen Inferno, dessen Beginn er verkündet: Christopher Nolans düsterem Actionthriller The Dark Knight Rises. Der Titel der grandiosen Filmoper findet seinen greifbarsten Bezug in Gordons Worten, in deren bittere Einsicht die Handlungsstränge der revolutionären Comic-Adaption zusammenlaufen. Das Wissen um eigen Fehler wird zur bitteren Medizin, die keinen der komplexen Charaktere von dem Übel kurieren kann, das Gut und Böse zu gleichermaßen radikalen Taten treibt: Hoffnung. Von LIDA BACH

 

Wie in jedem Ende ein neuer Anfang liegt, liegt in jenem Neuanfang ein Ende und das Ende von The Dark Knight Rises ist auch das von Nolans packender Heldensaga. Mit Co-Drehbuchautor und Bruder Jonathan und dem Story-Autor David S. Goyer bildet der Regisseur ein cineastisches Triumvirat. Dessen Kinoreihe revolutionierte das filmische Bild des finstersten der klassischen Superhelden. Er ist der moralisch festeste und dabei emotional distanzierteste Protagonist im Schlussakt der Trilogie um The Dark Knight.

 

Der Name wird dem Alter Ego des Multimillionärs Bruce Wayne (Christian Bale) gerechter als Batman. Nachdem er in The Dark Knight den Mord an Anwalt Harvey Dent alias »Two Face« auf sich nahm und sich zurückzog, gilt Gotham Citys Wächter in der Stadt als Bad Man, ein Geächteter in der deutlich als New York erkennbaren Metropole. Dort sorgt acht Jahre nach dem vorigen Film ein nach Dent benanntes Gesetz für rigide Law-and-Order-Politik.

 

Das Gesicht hinter der Maske

Es trägt wie der Hauptcharakter und seine Widersacher eine Maske: die der effektiven Verbrechensbekämpfung, die ehrgeizige Gesetzeshüter wie John Blake (Joseph Gordon-Levitt) klagen lässt, bald werde nach überfälligen Bibliotheksbüchern gefahndet. Dahinter wuchern Korruption, Imperialismus und Exekutiveismus. Während die Armen und Schutzlosen darben, regiert Gotham eine Finanzoligarchie, repräsentiert durch den skrupellosen Daggett (Ben Mendelsohn). Der schmierige Banker sichert seine wirtschaftlichen Interessen durch Unterstützung internationaler Terroristen. Ihr Anführer ist der monströse Söldner Bane (Tom Hardy), ein Gegner, der weniger durch seine muskelbepackte Statur erschreckt als seine kaltblütige Dialektik.

 

Die Obrigkeit habe den Bürgern eine Lüge aufgetischt, um sie daran zu hindern, ihre Institutionen niederzureißen, verkündet Bane. Der Bevölkerung, die er mit einer Anschlagserie unterwirft und mittels einer Nuklearbombe als Geisel hält, verspricht er Freiheit durch Anarchie. Letzte ist tatsächlich militaristische Unterdrückung durch einen Warlord, der das Kriegsrecht ausruft.

 

Der amerikanische Alptraum, der sich auf der Leinwand erfüllt, ist die Kehrseite der Rechtsdiktatur, die zuvor als Sicherheit präsentiert wird. Von der unscharfen Grenze zwischen Held und Schurke wandert Nolans Fokus in The Dark Knight Rises auf die Grenze zwischen Recht und Unrecht. Auf seinem Feldzug annektiert Bane systematisch die Waffen der Staatsgewalt, deren krankes Rechtssystem eine von Scarecrow (Cillian Murphy) geführte Feme parodiert.

 

Terrorismus, Totalitarismus und Wirtschaftskriminalität lassen buchstäblich einen Winter des Missvergnügens für Gotham City anbrechen und Waynes Billionen zerbröseln in fingierten Börsenspekulationen. Mitverantwortlich dafür ist die undurchsichtige Selina Kyle alias Catwoman (Anne Hathaway). Die verführerische Diebin warnt Blake, dass Gordon ein Sturm erwarte. Er ist die Ernte, zu der Batman und der Kommissar in The Dark Knight selbst den Wind säten. Korrumpierung macht die Mittel des Gesetzes zu Waffen in den Händen der Bösen, lautet Gordons bittere Revision, in der die Brüder Nolan scharfe Gegenwartskritik üben.

 

Der amerikanische Alptraum, der sich auf der Leinwand erfüllt, ist die Kehrseite der Rechtsdiktatur, die zuvor als Sicherheit präsentiert wird. Von der unscharfen Grenze zwischen Held und Schurke wandert Nolans Fokus in The Dark Knight Rises auf die Grenze zwischen Recht und Unrecht. Auf seinem Feldzug annektiert Bane systematisch die Waffen der Staatsgewalt, deren krankes Rechtssystem eine von Scarecrow (Cillian Murphy) geführte Feme parodiert. Terrorismus, Totalitarismus und Wirtschaftskriminalität lassen buchstäblich einen Winter des Missvergnügens für Gotham City anbrechen und Waynes Billionen zerbröseln in fingierten Börsenspekulationen.

 

Mitverantwortlich dafür ist die undurchsichtige Selina Kyle alias Catwoman (Anne Hathaway). Die verführerische Diebin warnt Blake, dass Gordon ein Sturm erwarte. Er ist die Ernte, zu der Batman und der Kommissar in The Dark Knight selbst den Wind säten. Korrumpierung macht die Mittel des Gesetzes zu Waffen in den Händen der Bösen, lautet Gordons bittere Revision, in der die Brüder Nolan scharfe Gegenwartskritik üben.

 

Darkness Falls

Schrecken verbreitet in dieser kein einzelner Schurke, sondern unentrinnbarer, abgründiger Nihilismus. »Ich wusste immer, hier würde es nie etwas für Sie geben außer Leid und Tragik«, sagt Butler Alfred (Michael Caine). Dem düsteren Helden und seinem bildgewaltigen Ende gereicht das zum Vorteil. Wie es einmal heißt: »Leid formt den Charakter.« Der von Nolans Epos ist in Sachen Action und gesellschaftspolitischen Anspielungen gleichermaßen explosiv.

 

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