Found Footage kommt in die Mottenkiste
Im Gegensatz zu dem [REC]- Filmkombo, verzichtet Regisseur Balagueró auf die durchgängige Ein- Mann- Wackelkamera und entscheidet sich für meist ruhige aber stilvolle Bildkompositionen. Vor allem in den Kameraperspektiven zeigt sich viel Liebe zum Detail. Schon mal im inneren einer Bettmatratze gelegen und durch einen schmalen Riss in die Augen eines am Boden liegenden Psychopaten geblickt? Mal im PKW- Innenraum gesessen, während eine vermeintliche Leiche auf die Frontscheibe knallt? In diesem Streifen wiederfahren dem Zuschauer genau solche Momente. Besonders die blutüberströmte Badewanne im letzten Filmabschnitt wirkt aus der Froschperspektive abscheulich schön und sollte in jedem Windows Betriebssystem zur Auswahl beim Bildschirmhintergrund stehen.
Ebenso düster wirkt die Beleuchtung: Wenn der Hausmeister nachts auf sein Opfer blickt, ziehen seine Augen so lange Schatten, dass man meint, er trage eine Sonnenbrille. Diese Aufnahme gehört auf jeden Fall als Poster eingerahmt und übers Bett an die Decke gehangen.