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    TITEL kulturmagazin
    Freitag, 21. Juli 2017 | 04:32

    Sleep Tight - Ab jetzt im Kino!

    11.07.2012

    Schau unter dein Bett!

    Nach den bekannten Horrorfilmen [REC] und [REC]² stopft der spanische Regisseur Jaume Balagueró das Böse nicht in kreischende Zombies, sondern in einen unauffälligen Hausmeister, dessen Lust am Leid anderer ihn zu abscheulichen Taten treibt. Packt die Putzmittelflaschen in die Schutzkitteltaschen: Hier wurde der Seelenflur eines Psychopaten seit langem nicht gewischt.

     

    Der Hausmeister/ Portier eines spanischen Mehrfamilienhauses hasst das Glück anderer Menschen – vor allem das der wunderschönen Clara. Daher verschafft er sich allabendlich Zutritt zu ihrer Wohnung und versteckt sich dort unter ihrem Bett. Wie Originell. Sobald Clara heimkehrt und sich schlafen legt, tappst der Psychohausmeister leise hervor und setzt die junge Frau mit einem Schnuffeltuch Chloroform außer Gefecht. Daraufhin schreitet er zur Tat und spielt ihr perverse Streiche: Schmiert ihr giftige Chemikalien in die Kosmetik oder lockt schnell krabbelnde Kakerlaken in die dekorierten Zimmerflure. Was der Hausmeister sonst noch mit ihr anstellt, lässt sich nur mutmaßen, wenn er früh morgens im Bett neben ihr aufwacht. Knick Knack.

     

    Entschuldigen Sie, riecht dieses Taschentuch nach Chloroform?
Quelle: Senator.de Entschuldigen Sie, riecht dieses Taschentuch nach Chloroform?
    Quelle: Senator.de

    Erst am Ende brennt der Helm

    Obwohl der Film großes Spannungspotenzial durch die „Gleich wirst du erwischt“- Prämisse verfügt, reißt der Streifen erst gegen Ende am Nervenkostüm. Vorher tuckert die Suspense nur im Leerlauf über den Acker: Die spannungsgeladenen Szenen brechen zu schnell ab und bleiben meist inhaltlich folgenlos. Da holt selbst der kräftige Soundtrack nicht mehr das dicke Kind aus dem Brunnen. Des Weiteren verliert sich der Film streckenweise in überflüssigen Gelaber-Sequenzen, bei denen man sich fragt: „Wann geht’s endlich weiter?“ Gleichermaßen stolpert die Geschichte über kleinere Logiklücken, die einen nicht direkt rausreißen, allerdings etwas verwirren.

     

    Der Film lässt zudem den Zuschauer an seinen Erwartungen verhungern: Die Streiche des Hausmeister hätten sich ruhig heftiger auswirken können. Zum Beispiel verursachen die präparierte Kosmetik keine hässlichen Verätzungen im Gesicht, sondern bloß leichte Hautirritationen. Für die hiesige Frauenwelt vielleicht auf ihrer „Opposite- Wish- List“ ganz weit oben, jedoch für die geneigte Männerschaft eher zum Gähnen.

    Ebenso verfehlen die Kakerlaken ihren Effekt: Die CGI-Krabbelviecher sehen einerseits unecht aus und ziehen anderseits heutzutage keinen Zuschauer mehr die Ekelpelle von der Haut.

     

    Found Footage kommt in die Mottenkiste

    Im Gegensatz zu dem [REC]- Filmkombo, verzichtet Regisseur Balagueró auf die durchgängige Ein- Mann- Wackelkamera und entscheidet sich für meist ruhige aber stilvolle Bildkompositionen. Vor allem in den Kameraperspektiven zeigt sich viel Liebe zum Detail. Schon mal im inneren einer Bettmatratze gelegen und durch einen schmalen Riss in die Augen eines am Boden liegenden Psychopaten geblickt? Mal im PKW- Innenraum gesessen, während eine vermeintliche Leiche auf die Frontscheibe knallt? In diesem Streifen wiederfahren dem Zuschauer genau solche Momente. Besonders die blutüberströmte Badewanne im letzten  Filmabschnitt wirkt aus der Froschperspektive abscheulich schön und sollte in jedem Windows Betriebssystem zur Auswahl beim Bildschirmhintergrund stehen.

    Ebenso düster wirkt die Beleuchtung: Wenn der Hausmeister nachts auf sein Opfer blickt, ziehen seine Augen so lange Schatten, dass man meint, er trage eine Sonnenbrille. Diese Aufnahme gehört auf jeden Fall als Poster eingerahmt und übers Bett an die Decke gehangen.

     

    Fazit:

    Wer etwas Geduld und Sinn für filmische Ästhetik mitbringt, schafft es, den großen Teil des Films an sich vorbei ziehen zu lassen. Sobald der Zuschauer ins letzte Viertel des Streifens gelangt, geht’s schließlich richtig zur Sache: Dort wartet nicht nur eine der bizarrsten Nacktszenen, die in ihrem Kontext sehr verstörend wirkt, sondern auch eine ziemlich blutige Todeskampfszene, bei der sich die eigenen Fingernägel tief in die Sitzlehnen vergraben. Zuschauer ohne langen Geduldsfaden warten lieber auf die DVD und nötigen dann dort die Vorspultaste.

     

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