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    TITEL kulturmagazin
    Dienstag, 22. August 2017 | 03:41

    Polzeiruf 110 (BR) - Schuld (29. April)

    26.04.2012

    Es tappert wieder

    Das dörfliche Sujet hat Konjunktur. Schuld führt uns in ein bayrisches Dorf, in dem vor über zehn Jahren ein Mord verübt und der Hauptverdächtige freigesprochen wurde. Er soll nun anlässlich seiner Vermählung wieder in die dörfliche Gemeinschaft aufgenommen werden. Doch daraus wird nichts, eine routinemäßige Überprüfung von DNA-Rückständen belastet den Beschuldigten erneut: »Ich glaube, du hast keine Vorstellung davon, was jetzt im Dorf passieren wird – wir sind Aussätzige.« Von WOLF SENFF

     

    Der ethnologisch interessierte Zuschauer ist eingeladen zu einer Expedition in Regionen, in denen sich das Leben urwüchsig äußert (Drehbuch: Stefan Kolditz). Ein tränenüberströmtes Gesicht leuchtet uns schon in der Eingangsszene entgegen. Mehr noch schreit man sich an, sogar der so distinguiert auftretende Hanns von Meuffels (Matthias Brandt) nutzt Stimmgewalt, um Autorität kundzutun. Und man schlägt zu, man prügelt sich, ein skrupelloser Eingeborener tötet gar Frau Klein – den Hund von Meuffels Vater »Frau Klein« zu nennen, ist so originell wie Meuffels Versuch, sich wenige Schritte im Hinterherlaufen zu quälen: ein Löffelchen inszenierter Bohème-Atmosphäre (Regie: Hans Steinbichler).

     

    Das Verborgene drängt dräuend an die Oberfläche, Musik dramatisiert und beschwört noch mit grollendem Horn und Harmonika. Auch gibt’s ultimative Appelle: »Sag’s ihm!«, und Platzverweise: »Und jetz‘ schleich di!«. Überall bricht aufgewühlte Seele hervor, niemand bleibt unbeteiligt. Ach, wäre da nicht Hanns von Meuffels, der - ganz Fels in der Brandung - kühlen Kopf bewahrt und noch die hitzigsten Kampfhähne mit locker gestrecktem Arm auseinandersortiert. Derrick lässt grüßen, es tappert wieder ...

     

    Gefühlausbrüche und Handlung wirken nicht immer hinreichend glaubwürdig. Weshalb muss beim Suizidversuch die Waffe eine halbe Minute lang reglos ans Kinn gedrückt sein? Das ist statt spannend bloß unfreiwillig komisch. Was soll es bezwecken, dass das Handy ins Wasserbecken fällt und unbrauchbar wird – doch das Versehen bleibt folgenlos? Wie gelangt Anna Burnhauser (Anna Maria Sturm) unbehelligt ins belagerte Haus? 

     

    Wer die große Geste riskiert, dem sollten die Details nicht entgleiten. Auch Tränen, Geschrei und Prügelszenen ersetzen nicht den differenzierten schauspielerischen Ausdruck, das Umherstehen im feinen Tuch macht nicht den kompetenten Kommissar. 

     

    Überzeugend sind wieder einmal Episodenfiguren. Xaver (Daniel Christensen) und Kati (Barbara Bauer) arbeiten sich durch alle Widrigkeiten. Und Max (Michael Grimm) – wie unnachahmlich er schweigsam sein kann, wie unbewegt und dennoch bewegend er blickt! Ansonsten: Man muss Schuld nicht gesehen haben.

     

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