• losttorrent
  • richtorrent
  • pushtorrent
  • Titel-Magazin
    TITEL kulturmagazin
    Samstag, 29. April 2017 | 11:33

    Shadows in Paradise. Hitler´s Exiles in Hollywood

    12.04.2012

    Ein Dokument des Exils

    Es gibt eine bemerkenswerte Diskrepanz zwischen der verlautbarten Empfindlichkeit, mit der man in Deutschland – zuletzt im Zusammenhang mit dem skandalisierten »Gedicht« von Günter Grass – auf Kritik an Israel reagiert, und der historischen Tatsache, dass man nach 1945 in Deutschland ebenso wenig wie in Österreich daran interessiert war oder gar dazu beigetragen hätte, dass die von den Nationalsozialisten ins Exil gejagten Juden, die den Holocaust überlebt hatten, in ihre Heimat zurückkehren. Man wollte sie, um es unverblümt zu sagen, hier nicht haben. Von THOMAS ROTHSCHILD

     

    Dafür gibt es zahlreiche Zeugnisse, unter anderem in Klaus Brieglebs Buch über die Gruppe 47 oder in der eben erschienenen Untersuchung über Antisemitismus in Österreich von Maximilian Gottschlich. Erst sehr spät, im Kontext der Studentenbewegung von 1968, begann man, sich mit dem Exil auseinanderzusetzen, akademisch in erster Linie und publizistisch. Das Problem freilich besteht, dass der Erfahrung des Exils, des Lebens in einer fremden Umgebung, in einer fremden Sprache, seiner Heimat beraubt, von Freunden und Verwandten entfernt, von denen noch dazu viele ermordet wurden, mit dem quälenden Bewusstsein, dass man ihnen nicht rechtzeitig zur Ausreise verhelfen konnte, mit Statistiken und Biographien nicht beizukommen ist. Es bedürfte der emotionalen Beteiligung. Sich aber in fremde Schicksale hineinzudenken und hineinzufühlen, noch dazu wenn verdrängte Schuldgefühle damit in Konflikt geraten, ist außerordentlich schwierig. Wir weinen eher über die fiktiven Tragödien im Kino als über die realen Tragödien, von denen berichtet wird.

     

    Es mag ungerecht sein, dass selbst in dieser Situation noch ein Unterschied gemacht wird zwischen den Tausenden namenlosen Exilanten und den Prominenten, die, keineswegs nur Juden, nach 1933 das Land verlassen mussten. In Los Angeles lebten in den Jahren des Dritten Reichs mehr hochkarätige deutsche und österreichische Schriftsteller und Komponisten, als Deutschland und Österreich heute aufzuweisen haben. Der Film von Peter Rosen handelt von ihnen. Er setzt sich im wesentlichen aus Statements zusammen, von den Exilanten, zum geringeren Teil im O-Ton, selbst und von Zeugen. Man erfährt viel, was man, mit der Materie vertraut, schon wusste, und manches Neues. Wenn der Film dennoch unbefriedigend bleibt, dann liegt es an seiner Oberflächlichkeit: 55 Minuten reichen für das Thema einfach nicht aus. Das Format des Fernsehfeatures wird nicht gesprengt. Solange aber keine Alternative vorhanden ist, kann man dieser DVD nur weite Verbreitung wünschen. Immerhin zeigt sie Bilder und Filmszenen mit Thomas Mann, Arnold Schoenberg, Hanns Eisler, Salka Viertel, Fritz Lang und anderen Persönlichkeiten, deren Namen die Kulturgeschichte des 20. Jahrhunderts prägen. Schwerlich wird man aus jenen, die sich dem NS-Regime gefügig erwiesen haben, solch eine Galerie zusammenstellen können.

     

    Vielleicht ist das ja einer der Gründe, weshalb vielen Zeitgenossen Juden in Los Angeles oder auch in Tel Aviv willkommener geblieben sind als in Berlin oder Frankfurt. Man war eine unliebsame Konkurrenz los geworden.

     

    | kommentar schreiben

    Name:
    Kommentar:

    ... bis sie dann gestorben sind.

    Wenn Comics sich klassischen Märchenmotiven widmen, dann tun sie das meist in Form einer eher überzogenen Parodie. Selbst wenn sich dahinter so viel Sophistication verbirgt wie hinter ...

    Petraeus und sein Stab

    Die menschliche Existenz ist voll von Paradoxa. Krieg etwa gehört zu den schlimmsten Dingen, die Menschen einander antun können; die Ausführenden des Kriegs allerdings, das ...

    Musik in Schwarz-Weiß

    Noch ein paar Tipps für die Tage in denen Stimmung und Landschaft sich den Grau-Tönen nähern und die richtige Musik dabei hilft, ruhige Momente zu ...

    10 Gründe, Engelmann zu lieben

    Aufgelistet von BRIGITTE HELBLING

    Der Spielplatz macht zu

    Nach drei Ausgaben wird das Games-iPad-Magazin Spielplatz wieder eingestellt. Was dahinter steckt, wollte RUDOLF INDERST im Gespräch mit den beiden Machern Henning Ohlsen und Mark ...

    NJ Institut for sundhed og senior services køb cialis online sundhedspleje forsikringsudgifter