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    TITEL kulturmagazin
    Samstag, 19. August 2017 | 17:01

    POLIZEIRUF 110 (NDR) - Einer trage des anderen Last (19.02.2012)

    17.02.2012

    Einfältig und abstoßend

    In diesem Streifen rechnet sich der Ermittler noch halb zum Milieu und bringt zügelloses Leben in die Fahndungsabläufe. Alexander Bukow (Charly Hübner) war selbst kriminell, bevor er die Beamtenlaufbahn einschlug, und ist noch nicht wirklich zivilisiert. Der Einstieg: Ein Gefangenentransporter wird am hellen Tag von zwei Männern in Polizeiuniform überfallen, die den Gefangenen Kevin Schulz, der in zwei Wochen aus der JVA Waldeck entlassen werden sollte, brutal niedertreten. Die Ermittler stellen nur noch dessen Tod fest. Beim Versuch, die Täter zu stellen, wird Kommissarin Katrin König (Anneke Kim Sarnau) lebensgefährlich verletzt, den Rest des Films liegt sie im Koma. Von WOLF SENFF

     

    Die Umgangsformen sind roh und direkt, Einer trage des anderen Last orientiert sich am amerikanischen Gangsterfilm, die Ganoven treten folglich ganovenmäßig auf: Fred Hansen (Hans Löw), »Lackaffe im Armani-Anzug«, und Mirco Lewandowski (Gerdy Zint) sind heftig miese Typen. Und selbstverständlich fahren sie eine sündhaft teure Mercedeskarosse, weiß. Im Boxring sind sie aufgewachsen, das Prostituiertenmilieu ist ihre zweite Heimat, und sie setzen die Schwester des Opfers, Jessica Schulz (Maria Kwiatkowsky), eine verängstigte, abgemagerte junge Frau, massiv unter Druck. All das in Rostock, wo sonst – klischeegesättigt, dass es schmerzt.

     

    Dieser Polizeiruf110 hat mal spannende Momente, die Ermittler ergänzen einander, wie Männer, die unter sich sind, einander ergänzen. Im Übrigen führt man uns vor, was für minderbemittelte Lebewesen die Nutten und die Gangster sind. Nein, amüsant ist das alles nicht und auch nicht unterhaltsam.

     

    Der Film ist ein Ärgernis. Er zeigt eine einfältige und abstoßende Art, die Welt in Schwarz und Weiß zu denken (Buch: Eckhard Theophil, Regie: Christian von Castelberg). Wir erinnern uns, dass von Castelberg bereits bei Donna-Leon-Verfilmungen Regie führte, doch auch das kann er nicht. Donna Leons geistreiche, ironisch verspielte Romanvorlagen mutieren im deutschen Fernsehen zu armseligen Streifen, Rosamunde Pilcher in Sichtweite.

     

    Gewiss, das Fernsehen bietet auch für niveaulose Filme hinreichend Raum. Doch solcher Schrott gehört nicht auf den Sonntagabend. Noch den Tukur-TATORT Das Dorf trennen Welten von diesem Polizeiruf 110. Ulrich Tukur war mutig, er riskierte etwas. Dass das dann nicht schnurrt, ist kein Beinbruch, das kommt vor. Aber dieser, der riskiert gar nichts, er mag nicht mal originell sein. So etwas gehört montags ins Programm, am besten weit nach Mitternacht!

     

    Foto: NDR / Christine Schroeder

     

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