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    TITEL kulturmagazin
    Montag, 22. Mai 2017 | 23:27

    Tom Wait´s Jukebox

    08.12.2011

    Der Erbe von Jack Kerouac und Captain Beefheart

    Pop ist eine polytheistische Religion. Sie hat viele Götter. Tom Waits ist mit Sicherheit einer davon. Wie er sich auf dem Olymp mit Elvis Presley und John Lennon, mit Bob Dylan und Janis Joplin, mit Frank Zappa und Patti Smith verträgt, wissen wir nicht, aber dass er dort residiert, steht fest. Von THOMAS ROTHSCHILD

     

    Tom Wait's Jukebox ist nicht, wie der Serientitel suggeriert, eine Sammlung von Lieblingssongs des Musikers, Dichters und Sängers, sondern ein Film von knapp zweieinhalb Stunden Länge über die literarischen, musikalischen und stilistischen Einflüsse, die ihn geformt haben. Das reicht von Jack Kerouac und Charles Bukowski bis zu Hoagy Carmichael, Captain Beefheart, Keith Richards, Kurt Weill und den bei uns wenig bekannten Ken Nordine und Harry Partch. Die Dokumentation ist formal schlicht und schematisch. Es handelt sich um eine Folge von Interviews, die durch kurze Beispiele illustriert werden, wobei die Macher ihrem amerikanischen Publikum offenbar keine Sekunde ohne Bewegung mehr zumuten wollen. Wenn Fotos gezeigt werden, dann müssen sie von einem idiotischen Lichtspiel überdeckt werden. Da äußert sich eine Unterhaltungsästhetik, gegen die Tom Waits mit seinem Werk ankämpft.

     

    Da stets Spezialisten der einzelnen Persönlichkeiten befragt werden, neigen sie dazu, deren Bedeutung für Tom Waits herauszustreichen und womöglich zu überschätzen. So wird die Verwendung des Marimbaphons einerseits dem Einfluss von Captain Beefheart, andererseits jenem von Harry Partch zugeschrieben. Und die Ausführungen über Brecht und Weills Dreigroschenoper unterschreiten das Niveau, das man bei Europäern voraussetzen darf. Sie zielen offenbar auf Zuschauer, die Brecht für ein Waschmittel halten. Trotzdem ist diese DVD ein unverzichtbares Dokument für alle Tom Waits-Fans sowieso, aber auch für all jene, die sich für die Geschichte der nordamerikanischen Gegenkultur zwischen den vierziger Jahren und der Gegenwart interessieren. Denn nicht aus jedem, der diese gegen den Kommerz anrennende Musik und Literatur rezipierte, wurde ein Tom Waits, aber er befindet sich mit seinen Vorlieben durchaus innerhalb einer Strömung, die zahlreiche Generationskollegen geprägt hat. Man muss für diesen Film allerdings gut Englisch verstehen: es gibt keine Untertitelung. Irritierend, dass die Aussagen gegen Ende nicht lippensynchron sind.

     

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