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    Montag, 22. Mai 2017 | 23:27

    Jane Eyre - jetzt im Kino!

    01.12.2011

    Sehr leicht

    Selten ist die Sonne zu sehen in Jane Eyre, dem neuen Film des Regisseurs Cary Fukunaga, der bereits mit seinem Kinofilmdebüt Sin Nombre einige Aufmerksamkeit auf sich zog und mit dem Preis für die beste Regie auf dem Sundance-Festival 2009 ausgezeichnet wurde. Von ALEXANDER FUNK

     

    Regnerisch und neblig ist es im England des 19. Jahrhunderts. Die Menschen freuen sich auf den Frühling und versuchen, den Winter zu überstehen, ohne verrückt zu werden. Die Einsamkeit ist es, die den ausharrenden Haushälterinnen und Dienstmädchen von Thornfield Hall am meisten zusetzt. In dieses Anwesen, das zum Besitz von Edward Rochester gehört, bringt das Schicksal die junge Jane Eyre, die dort als Hauslehrerin die Tochter des besagten Herrn unterrichten soll.

     

    Nebenbei Mystik

    Die Leidensgeschichte von Jane beginnt bereits in ihrer frühen Kindheit. Mit Erinnerungsfetzen, mal ausführlich, mal so kurz und schmerzvoll wie der Züchtigungsschlag eines Rohrstocks, erzählt der Film die Geschichte von Janes Vergangenheit. Jane Eyre wächst als Waisenkind bei ihrer Tante Mrs. Reed auf und erfährt dort keine Zuneigung, geschweige denn Liebe. Die Hartherzigkeit ihrer Tante ist der kleinen Jane vollauf bewusst, die Ungerechtigkeiten, die sie dort erlebt, prägen sehr früh ihren Charakter und ihr Moralverständnis. Hier kommt auch zum ersten Mal das Motiv des Übernatürlichen oder Mystischen ins Spiel, das sie in den verschiedenen Phasen ihres Lebens begleiten wird. Zunächst ist es das rote Zimmer, in das ungehorsame Kinder eingesperrt werden und in dem es angeblich spukt. Später sind es Geräusche im Wald oder Schreie in Thornfield Hall, die zum Schluss alle eine zwar schicksalshafte doch ganz natürliche Erklärung erhalten.

    In den folgenden Jahren auf dem Mädcheninternat, in das sie bald von ihrer Tante abgeschoben wird, erfährt Jane zum ersten Mal, was Freundschaft bedeutet – eine Freundschaft, die durch den Tod frühzeitig ihr Ende nimmt. Jahre später, als ausgebildete Gouvernante, verlässt Jane das Internat und findet sich in Thornfield Hall wieder.

     

    Das Lächeln ist ein rares Gut

    Dort trifft Sie bald schon auf den Herrn des Anwesens, Edward Rochester, und es entwickelt sich eine gewisse Zuneigung zwischen den beiden. Jane, die von Mia Wasikowska gespielt wird, ist eine Figur, die zunächst sehr distanziert wirkt. Trotzdem schafft es die junge Schauspielerin, den Zuschauer an sich zu binden. Mit der Zeit kommt man ihr sehr nahe, wenn sie besorgt ist oder weint. Doch am nächsten fühlt man sich der jungen Jane, wenn sie sich freut oder gar lächelt. Das Lächeln ist ihr rarstes Gut und umso machtvoller ist diese Gefühlsregung, wenn sie selten eingesetzt wird. Jane gegenüber steht das typische Männlichkeitsverständnis des 19. Jahrhunderts in Form von Edward Rochester. Herrisch, launisch und durchaus liebenswürdig wird dieser von Michael Fassbender verkörpert. Er trägt die Eigenschaften zutage, die Jane als eine unkonventionelle Frau ihrer Zeit repräsentiert: Stärke, Mut und Unabhängigkeit.

    Sehr leicht und ohne überflüssigen Kitsch transportiert der Film den Stoff des viktorianischen Romans, der im Jahr 1847 von Charlotte Brontë verfasst wurde. Es ist ein schönes Zusammenspiel von Gefühlsregungen, Landschaftsaufnahmen und Kostümen in diesem Film entstanden. Und wie schon in Sin Nombre erzählt der Regisseur nicht nur eine Geschichte, sondern kreiert innere und äußere Welten. Am deutlichsten wird das im Zusammenspiel von Janes Gefühlen und der Natur um sie herum. Im Wetter und in der Landschaft spiegelt sich ihr Gemüt und ihre Verfassung wieder und unterstreicht so die Hauptfigur in jeder ihrer Lebenssituationen.

     

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