TITEL kulturmagazin
Montag, 27. März 2017 | 20:26

 

TV-Serie: The Office (U.S.)

17.11.2011

Im Büro wird die Luft knapp

ALPER TURFAN stellt wieder zwei kommende interessante Serien vor. Dieses Mal mit Charlie Sheen und dem einsamen Sheriff Walt Longmire. Den ersten Teil der Artikelreihe gibt es hier

 

The Office (U.S.) ist eine von vier Remakes der von Ricky Gervais und Stephen Merchant produzierten britischen Serie The Office (U.K.), die Porno-Parodie The Office – A XXX Parody nicht migezählt. Sie ist die mit Abstand erfolgreichste und stellt die Kollegen aus Frankreich, Deutschland und Kanada locker in den Schatten. Obwohl das englische Original von Kritikern mit Lob überhäuft wurde, beschlossen Gervais und Merchant, die Serie nach der zweiten Staffel zu beenden. Der us-amerikanische Ableger läuft nun seit 2005 auf NBC und hat in der achten Staffel mit sinkenden Einschaltquoten zu kämpfen. Von ihren Fans wird die Show für ihre liebenswürdigen Figuren und urkomischen One-Liner geliebt. Nicht umsonst hat sie bereits 20 Preise gewonnen, darunter drei Emmys und einen Golden Globe.

 

The Office wird im Stil einer Mockumentary inszeniert. Dabei wechseln sich Szenen aus dem alltäglichen Leben im Büro, Eskapaden außerhalb der Firma und Interviews mit den Figuren ab. Dass die fiktive Dokumentation innerhalb der Serie bereits seit acht Jahren gedreht wird, wird von der Figur Michael Scott (Steve Carell) passend kommentiert mit: »Will you guys let me know if this ever airs?«

 

Inspirierend

Seit dem Ende des Originals fungieren Ricky Gervais und Stephen Merchant als Produzenten der US-amerikanischen Version, die von Kritikern mit derselben Hochachtung geschätzt wird wie The Office (U.K.). Doch in Deutschland konnte sich keine der beiden Versionen durchsetzen. Wohingegen die überraschend schmerzlose Kopie Stromberg Kultstatus erreicht hat.

 

Als Stromberg anlief kam es jedoch schnell zu urheberrechtlichen Problemen. Die Produzenten von Brainpool und ProSieben gaben The Office nie als Quelle an, obwohl die Parallelen offensichtlich sind: Figuren sind zum Teil eins zu eins übernommen worden. Ein Armutszeugnis großen Medienausmaßes! BBC drohte mit einem juristischen Verfahren, der Streit konnte aber außergerichtlich geklärt werden. Seit der zweiten Staffel von Stromberg ist in den Credits der Zusatz »Inspired by the UK BBC series ›The Office‹ […]« zu sehen. Sehr wahrscheinlich hat eine finanzielle Einigung stattgefunden, die offiziell nie bestätigt wurde.

 

Was bisher geschah ...

ALPER TURFAN stellt wieder zwei kommende interessante Serien vor. Dieses Mal mit Charlie Sheen und dem einsamen Sheriff Walt Longmire. Den ersten Teil der Artikelreihe gibt es hier

 

Acht Jahre später...

…geht Dunder-Mifflin bankrott, einzig Michaels Abteilung wird von der großen Elektronikfirma Sabre aufgekauft und bleibt bestehen. Pam und Jim sind mittlerweile glücklich verheiratet, haben eine Tochter namens Cecilia und erwarten ein weiteres Kind. Sie arbeiten immer noch Seite an Seite für Dunder-Mifflin.

 

Michaels große Liebe und ehemalige Arbeitskollegin Holly Flax (Amy Ryan), mit der er in Season 5 seine einzige erfüllende Beziehung führte, kehrt nach Scranton zurück. Er schafft es ein weiteres Mal, ihr Herz zu erobern und macht ihr nur wenige Zeit später einen romantischen Heiratsantrag, den sie annimmt. Sie ziehen nach Colorado, was Steve Carells Abschied von der Serie bedeutet.

 

Michael wird ersetzt durch Deangelo Vickers (Will Ferrell), aber nicht wegen dessen Berufserfahrung, sondern weil er den Hund der Hauptgeschäftsführerin vor einem Kidnapping gerettet hat. Er ist ein ehemals fettleibiger Familienvater mit schlechtem Draht zu seinen Kindern, bei dem sich alle im Büro – mit Ausnahme von Dwight – einschleimen. Er hasst Skifahren, weil jeder Hobbyskifahrer, den er kennt, tot ist. Deangelo ist ein klassischer Phrasendrescher, der nach der Lüge, er könne slam-dunken (beim Basketball), von Jim aufgefordert wird, es zu beweisen. Dabei verletzt er sich schwer, landet im Koma und zwingt Dunder-Mifflin, einen neuen Manager zu suchen.

 

Ein Bewerber für den Posten ist der eloquente, manipulative und einschüchternd-selbstbewusste Robert California (James Spader). Er soll Michaels und Deangelos Nachfolger werden. Doch Robert fährt stattdessen nach Florida und überredet die Firmenchefin von Sabre, Jo Bennett (Cathy Bates), ihm ihren Job zu überlassen. Die Wahl fällt letztendlich auf den gutherzigen, aber unsicheren  Andy Bernard (Ed Helms), der schon seit Season 3 im Büro von Dunder-Mifflin arbeitet.

 

Steve Carells Abschied

ALPER TURFAN stellt wieder zwei kommende interessante Serien vor. Dieses Mal mit Charlie Sheen und dem einsamen Sheriff Walt Longmire. Den ersten Teil der Artikelreihe gibt es hier

 

Das Problem der Problemlosigkeit

ALPER TURFAN stellt wieder zwei kommende interessante Serien vor. Dieses Mal mit Charlie Sheen und dem einsamen Sheriff Walt Longmire. Den ersten Teil der Artikelreihe gibt es hier

 

Doch zu welchem Mittel könnten die Autoren greifen, damit die Serie ihre Einschaltquoten wieder in die Höhe treibt? In der letzten Folge »Pams Replacement« (S8 E7, Stand: 15.11.2011) deutete sich bei Jim eine Krankheit an, an der man ansetzen könnte. Wobei es über den Weg schwierig wird, die Drama- und Comedyelemente in einem gesunden Verhältnis zu halten. Eine Figur, die Opfer eines tragischen Ereignisses wird, kann nicht durch Witze aufgeladen werden. Das Ausnutzen von Jims Krankheit wäre hier vermutlich der falsche Weg.

 

Die Autoren sollten sich auf jeden Fall so schnell wie möglich einen folgenübergreifenden Konflikt einfallen lassen, damit die Serie nicht ins Leere läuft und im achten Jahr ihr Ende findet. Warten wir also ab. Ich jedenfalls bleibe optimistisch und hoffe, dass das Loch wieder gefüllt wird. That’s what she said.

 

| kommentar schreiben

Name:
Kommentar:
hehe, classy Ende für den Artikel. Kann Dir in fast allen Punkten nur zustimmen eigentlich. Wobei ich finde, dass die Serie auch so gut funktioniert, weil das Ensemble einfach einmalig toll ist. Aber ja: Dieses romantische Geschichte zwischem Jim und Pam hat viel getragen und auch Michael Scott fehlt. Dennoch funktioniert die Serie noch ganz gut, WEIL einfach alle Charaktere super ausgearbeitet sind. Ich bin mir sicher, dass die Autoren (die ja zum Teil auch mitspielen) einen Weg finden werden. Übrigens finde ich Stromberg auch gut. Auch wenn die Grundidee natürlich geklaut war, aber es hat sich eigenständig genug entwickelt und dank der fantastischen Schreibe von Ralf Husmann und dem genialen Schauspiel von Christoph Maria Herbst verzeihe ich sogar, dass sie nicht "offiziell" waren von Anfang an. Der Vorteil an Stromberg ist halt, dass es sehr viele typisch-deutschen Büro-Sachen aufnimmt. Das ist zum Beispiel eine Adaption, die sich ohne Stromberg nicht tragen würde... Die Serie lebt viel stärker (wie die britische Version auch) von dem Arschloch-Chef.
| von Manu, 17.11.2011
Absolut, dem kann ich zustimmen. Dass die Serie an Qualität verliert und immer noch gut ist, liegt natürlich daran, dass sie gerade in den ersten Staffeln auf einem extrem hohen Niveau war :) Nichts desto trotz kann man sich von der Serie immer noch gut unterhalten lassen. Und Stromberg ist auf jeden Fall eine gute Serie. Sie hat sich in ihre eigene Richtung entwickelt. Genau so wie Michael Scott erst eine Kopie vom englischen Pendant David Brent werden sollte und dann aber eine ganz eigene Figur wurde, entwickelt sich auch Bernd Stromberg. Das Fremdschäm-Element ist in Stromberg viel größer und ist ein ganz besonderes Charakteristikum der deutschen Serie. Aber den deutschen Lesern den peinlichen Ursprung der Serie zu erklären, war mir schon wichtig. Im Prinzip hast du aber vollkommen Recht. Sag mal, du heißt nicht zufällig Lutz mit Nachnamen? :)
| von Alper Turfan, 17.11.2011
Na gut, ich habe gerade erfahren, dass du ein anderer Manu bist... Ich dachte du wärst ein Bekannter von mir, der den Link zum Artikel auf facebook gefunden hat :)
| von Alper Turfan, 17.11.2011

... bis sie dann gestorben sind.

Wenn Comics sich klassischen Märchenmotiven widmen, dann tun sie das meist in Form einer eher überzogenen Parodie. Selbst wenn sich dahinter so viel Sophistication verbirgt wie hinter ...

Petraeus und sein Stab

Die menschliche Existenz ist voll von Paradoxa. Krieg etwa gehört zu den schlimmsten Dingen, die Menschen einander antun können; die Ausführenden des Kriegs allerdings, das ...

Musik in Schwarz-Weiß

Noch ein paar Tipps für die Tage in denen Stimmung und Landschaft sich den Grau-Tönen nähern und die richtige Musik dabei hilft, ruhige Momente zu ...

10 Gründe, Engelmann zu lieben

Aufgelistet von BRIGITTE HELBLING

Der Spielplatz macht zu

Nach drei Ausgaben wird das Games-iPad-Magazin Spielplatz wieder eingestellt. Was dahinter steckt, wollte RUDOLF INDERST im Gespräch mit den beiden Machern Henning Ohlsen und Mark ...

NJ Institut for sundhed og senior services køb cialis online sundhedspleje forsikringsudgifter