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    TITEL kulturmagazin
    Freitag, 28. Juli 2017 | 15:03

     

    Der kickende Doktor himself Der kickende Doktor himself

    Interview mit Martin Lüthe: PES 2013

    06.11.2012

    Das Runde in das Eckige

    Wenn man sich nicht auskennt, soll man schweigen … oder einen Experten befragen. Seiner Zeit konnte ich für FIFA 12 Frank Bauderer gewinnen, ein paar Takte über den digitalen Kick zu verlieren; für PES 2013 steigt heute ein Promovierter in den Ring. Ding! Ding! Ding! Ein Interview von RUDOLF INDERST

     

    Rudolf Inderst (RI): »Was ist denn mit der Realness?« singen die jungen Barden – und diese Frage stelle ich auch. Wer sind denn Sie, dass Sie über dieses »Fußball« da berichten könnten?

     

    Martin Lüthe (ML): Ich bin leidenschaftlich aktiv als Fußballer – diesseits wie jenseits der digitalen Welt. Außerdem begreife ich mich als Popkulturwissenschaftler mit einem noch frischen Interesse an den »(Digital) Game Studies« und spiele digitalen Fußball – seit ca.1990 (Kick-Off auf dem Amiga 500), Pro Evolution Soccer seit seinem Vorgänger ISS (International Superstar Soccer) und zwar hauptsächlich auf der Sony-Playstation-Serie.


    (RI): Die Kollegen von IGN schreiben »PES 2013 – more than its recent predecessors – feels like a game with a sense of identity and direction.« Was soll das denn bitte heißen? Ich dachte, wir sprächen von einem verdammten Fußballspiel? Muss man jetzt schon psychotherapeutische Fragestellungen bemühen, um ein wenig digital zu kicken?


    (ML): Ich finde es schwierig, einem digitalen Fußballspiel eine wieder gewonnene Identität zuzusprechen, die ihm vorher vermeintlich abhandengekommen sei. Ich glaube aber, dass es Sinn macht, Spiele einer Serie mit der vorangegangenen Version zu vergleichen und Änderungen jenseits von Kaderaktualisierungen zur Beurteilung zu thematisieren. Vor allem scheint mir hier der Spaß, den man als SpielerIn hat oder eben nicht hat, eine gute Vergleichsgrundlage darzustellen, die natürlich und unvermeidbar sehr subjektiv ist.

     

    Das ewige Gipfeltreffen

    (RI): Ist das jetzt eigentlich FIFA für Arme dieses Jahr? Freunde von mir sagen das. 

     

    (ML): Die Mehrheit der Rezensenten in diesem Jahr scheint PES 2013 – im Gegensatz zu FIFA 13 – ein neu- oder wiedergewonnenes Spielgefühl zu bescheinigen. Bei FIFA 13 hat man, meines Erachtens, besonders an Details gefeilt, um das Spiel, das in den letzten Jahren zumeist positiv rezipiert worden ist, weiter voranzutreiben und die Konami-Serie abzuhängen. Konami hingegen hat das Spiel signifikanter verändert, besonders bei der Spielgeschwindigkeit, die deutlich gedrosselt wurde. Als SpielerIn hat man nun merklich mehr Zeit, wenn man den Ball außerhalb der Gefahrenzonen führt und ich bin deshalb nicht chronisch gestresst im Spiel (wie es bei PES 2012 noch der Fall war). Die von der KI oder einem selbst gesteuerten Mitspieler nutzen entstandene Räume tatsächlich oft besser aus und es ergeben sich dadurch realistischere Spielsituationen vor dem Tor – besonders durch schnelle Spielverlagerungen bei zum Ball verschobener Abwehrkette des Gegners. (Dies lässt das Spiel streckenweise unglaublich realistisch erscheinen!)


    Die Tatsache, dass individuelle Spieler – besonders die Stars des Sports – mit besonders großem Aufwand digital simuliert werden, ist ebenfalls ein gelungenes Feature, zumal sich Stärkenunterschiede von einzelnen Akteuren auf dem Platz endlich wieder in einem zu erwartenden Maße niederschlagen. Kickt man mit Lionel Messi in der zweiten Liga gegen schwache Abwehrreihen, wird dieser für unglaublich viel Gefahr sorgen, schon alleine aufgrund seiner Schnelligkeit mit dem Ball.


    Die FIFA oder PES-Debatte ist ein alter Hut und ist und bleibt letztendlich eine Frage des Geschmacks, nicht zuletzt, weil sich beide Formate innerhalb der eigenen Serienlogik ja wirklich von Jahr zu Jahr verbessern. Ich würde aber schon sagen, dass PES dieses Jahr den Einstieg wieder erleichtert und somit auch als Gesellschaftsspiel wieder besser taugt.

     

    (RI): Okay, das letzte Traumtor? Schildern Sie! Beschreiben Sie! 

     

    (ML): Ganz klar: Meister-Liga, Champions-League-Viertelfinale Rückspiel mit meiner aufstrebenden und auf Konter spielenden Mannschaft auswärts bei Inter Mailand im ausverkauften Giuseppe-Meazza-Stadion. Ein Traumpass aus dem Mittelfeld findet genau den Weg in die Schnittstelle, wo Roberto Baggio (in meinem Spiel noch aktiv) ihn direkt aus ca. 23 Metern über den herauseilenden Buffon lupft. Auswärtstor und Weiterkommen! Letztendlich im Finale an Manchester City gescheitert.

    TITEL ist umgezogen!

    Liebe Leserinnen, liebe Leser!


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