• losttorrent
  • richtorrent
  • pushtorrent
  • Titel-Magazin
    TITEL kulturmagazin
    Freitag, 18. August 2017 | 08:44

    Monatsrückblick Oktober

    30.10.2012

    Digitaler Rückblick: Oktober 2012

    Jeden ersten Dienstag im Monat blickt das Ressort Digitale Spiele zurück auf lesenswerte und wichtige Texte zum Thema Spielekultur. Wir versuchen, einen Überblick zu schaffen und Aufmerksamkeit auf deutsche Texte zu lenken, wollen aber auch den englischsprachigen Raum, der zurzeit ein Synonym für informierte Spielekritik ist, nicht aus den Augen lassen. Von PETER KLEMENT, CHRISTOF ZURSCHMITTEN, VOLKER BONACKER, DENNIS KOGEL und RUDOLF INDERST.

     

    Auf deutsch

    Das Blog Paidia widmet sich monatlich mit extrem ausführlichen Artikeln verschiedenen Aspekten digitaler Spiele. Der neuste Beitrag von Franziska Ascher beleuchtet Immersion aus wissenschaftlicher Perspektive und gibt durch die Erwähnung der Sekundärliteratur gleich wertvolle Ansatzpunkte für den interessierten Leser. Die Faszinationskraft virtueller Welten spannt den Bogen von Suspension of Disbelief bis hin zum ludischen Flowerlebnis und gibt einen guten Einblick in die Theorien rund um den Immersionsbegriff.

     

     

    Rainer Sigl zeigt in seinem Artikel Der hohen Preis von F2P den schmalen Grat zwischen manipulativer Ausbeutung und gangbarem Geschäftsmodell in verschiedenen Gratis-Spielen auf, die sich über den Verkauf von Ingame-Gegenständen und -Währung finanzieren. Das Erfolgsmodell von World of Tanks, über das hier auch schon berichtet wurde und die immer wieder in der Kritik stehenden casual games, wie FarmVille und seine diversen Ableger, sind unterschiedliche Ausprägungen eines Prinzips das auf darauf angewiesen ist seine SpielerInnen so weit zu unterhalten, dass sie weiter spielen und sie gleichzeitig so weit zu frustrieren, dass sie immer wieder Geld investieren, um das Spielerlebnis wieder angenehm zu machen.


    Panty-Gate

     

    Das Magazin Spielplatz erscheint zum dritten Mal und hat sich ein explosives Coverthema gesucht: Queer Games – Das überzogene Bild von Klischeelesben und Töpel-Tunten ist der der provokante Titel, der noch dazu mit einem ebenso provokanten Bild zweier Models in Unterwäsche verstärkt wird. Der Artikel selbst greift das Bild auf und will dadurch die Aufmerksamkeit auf die blatante und offensive Verwendung von sexuellen Stereotypen lenken, die vor allem Homosexuelle und Transsexuelle überwiegend in negativem Licht zeigt. Da der Beitrag selbst eher kurz zusammenfasst, als die Materie wirklich aufzugreifen, wird und wurde er bereits unterschiedlich stark kritisiert. Da wir im englischen Part viel Aufmerksamkeit dem Dorito-Gate zu widmen, ist es nur fair hier vom Panty-Gate zu sprechen.

     

     

    Dennis Kogel gibt in seiner Replik auf superlevel nicht nur eine ausführliche Kritik zu dem Artikel des Magazins Spielplatz, sondern stellt gleich zahlreiche Links zur Verfügung, die die Problematik von sexuellen Stereotypen aus zahlreichen Perspektiven beleuchtet: Sei es der Aufschrei der heterosexuellen Community von Bioware’s Dragon Age II, als die Entwickler bisexuellen Charaktere implementierten oder das lesenswerte Borderhouse-Blog, das sich queeren Themen aus unterschiedlichen, aber hauptsächlich digitalen, Bereichen annimmt. Unser eigener Monatsrückblick vom Juni zur Sexismus-Debatte bietet ebenfalls lesenswerte Beiträge.

     

    Auf englisch

    Richard Eisenbeis stellt sich eine Frage, die nicht nur Importfreunde von gestern (wieder) beschäftigt: Warum erreichen viele Nippontitel nicht mehr die westlichen Märkte bzw. wieso werden westliche Studios mit der Mission betreut, nicht-japanischen Märkte mit ihren Umsetzungen japanischer Topoi zu erobern.

     

    Der ewig unterhaltsame Chris Kohler widmet sich der Schweißperlen evozierenden Frage, wie es mit diesen Konsolen nur um Himmels Willen weiter gehen soll. Dabei geht er zum Glück weiter in die Tiefe als das ewige Portraitieren des Zangenmodells »f2p« und »mobile gaming«, welches aus der aktuellen und kommenden Hardware endgültig die Luft pressen könnte.

     

    Dorito-Gate

     

    Rab Florence, auch bekannt als Robert Florence, lädt in seinem Artikel A Table of Doritos zu der kontemplativen Betrachtung eines Bildes von Geoff Keighley, der zwischen Soft Drinks, Snacks und einem Halo-Poster mit Sponsoren-Print sitzt und mit glasigen, toten Augen in die Kamera blickt. Für Florence ist das Bild eine Realität gewordene Allegorie der Verbrüderung zwischen Spielejournalisten und dem PR-Apparat der Publisher, die zu einer ungesunden Vetternwirtschaft führt, die zwar allen Beteiligten nutzt, doch die Kunden im Regen stehen lässt und über kurz oder lang zur Stagnation oder Katastrophe führt. Grund des Artikels sind die Games Media Awards, die einen kleinen Skandal auslösten, als ein Publisher unter Journalisten Playstation 3 Konsolen verloste, die das geforderte Hashtag retweeteten. Die Diskussion rund um den Artikel erlangte unter dem Spitznamen Dorito-Gate schnell Bekanntheit über den Dunstkreis des Spielejournalismus hinaus.

     

    Leigh Alexander versucht auf gamasutra mit seinem Beitrag It takes all kinds: video game culture’s weird identity crisis zu vermitteln: Digitale Spiele entwickeln sich in einem rasanten Tempo und überrundet dabei teilweise sowohl die Publisher als auch die Presse. Die Paradigmen, mit denen sich beide Seiten dem Kulturobjekt digitale Spiele nähern, sind veraltet. Als Beispiel führt er die Kritik an, die das GameCity-Festival dafür geerntet hat eine Nicht-Spielerin in die Jury zu berufen, die zuvor nicht gespielt hat - schließlich würde man niemand einen Literaturpreis vergeben lassen, der nicht lesen kann. Leigh Alexander argumentiert, dass inzwischen für alle Formen des Journalismus genügend Raum ist und mehr Perspektiven der Entwicklung einer erwachsenen Spielekultur nur nutzen können.


    Jim Rossignol streift mit seinem Artikel Retro-Futurism - Let’s Not Lose Sight Of The Future das Dorito-Gate zwar nur am Rande, doch kritisiert er die Stagnation in der Entwicklung und vermißt Spiele, die neue Spielmechaniken erfinden und ihren Spielern eine Erfahrung ermöglichen, die eben nicht auf der eines Vorgänger basiert. Rossignol hofft, dass wir in einer Zeit leben, die einer kommenden Generation und uns selbst in der Zukunft einen ähnlich verklärten Blick auf bahnbrechende Legenden, wie Syndicate oder Homeworld und auf spektakuläre Flops, wie Spore oder das Remake von Syndicate im Shootergewand, erlauben wird. Er hofft, dass Publisher und Entwickler von ihrem hohen Roß steigen und damit aufhören ganze Genres abzuwürgen, weil sie nicht mehr rentabel scheinen obwohl sie noch lange nicht ihr ganzes Potential ausgeschöpft haben - wie an dem Erfolg von XCOM zu sehen ist.

     

    | kommentar schreiben

    Name:
    Kommentar:

    TITEL ist umgezogen!

    Liebe Leserinnen, liebe Leser!


    Das neue TITEL kulturmagazin ist ...

    Die Geschichte geht weiter

    Wieder ein Weltbestseller – Carlos Ruiz Zafóns Roman Der Gefangene des Himmels. Von PETER MOHR

    Verteidigung des Schlagers

    Klar, man kann sagen: der Schlager geht musikalisch über das kleine Einmaleins der Harmonielehre nicht hinaus, seine Texte haben mit der Wirklichkeit nichts zu tun, er ist ein konservatives ...

    Musik in Schwarz-Weiß

    Noch ein paar Tipps für die Tage in denen Stimmung und Landschaft sich den Grau-Tönen nähern und die richtige Musik dabei hilft, ruhige Momente zu ...

    Vom großen Lama aus der Regent`s Park Road

    Tristram Hunt widmet dem Schatten von Karl Marx, der selbst ernannten »zweiten Violine« des Marxismus, dem Industriellenerben Friedrich Engels eine ...

    Die böse Schlange
    und das weiße Kaninchen

    In diesem Land stimmt etwas nicht. Der Feminismus nämlich. Schwach steht er da, der Wind pfeift durch die Löcher seines theoretischen Unterbaus. Ähnlich steht es mit den Frauen. ...

    Das Ende der Sommerzeit

    Es gibt Bücher, die schleichen sich ganz unmerklich ins Herz und treffen einen im Innersten. Tamara Bachs Geschichte gehört dazu. Von ANDREA WANNER

    Ein Geheimnis in einer Graskugel

    Auf die ganz großen Katastrophen im Leben kann man sich selten vorbereiten. Das geht nicht nur den Großen so, auch die Kleinen müssen solche Erfahrungen bewältigen. ANDREA ...

    Gerd Sonntag und ein Hühnerglucksen zum Abschluss

    Giovanni Santi malt eine Fliege – Lyrik von Ger Sonntag.

    Von STEFAN HEUER

    Tage, Tage, Jahre

    Staunen, entdecken, querlesen, umblättern, abreißen – Literaturkalender begleiten uns verlässlich durchs Jahr, versorgen uns häppchenweise und gut dosiert mit ungeahnten ...

    Wer will fleißige Handwerker sehn

    Der Künstler und ehemalige Hartz IV-Empfänger Van Bo Le-Mentzel hat zusammen mit seiner Crowd ein DIY-Forum geschaffen und mittels Schwarmfinanzierung auch gleich ein Buch drucken lassen. ...

    NJ Institut for sundhed og senior services køb cialis online sundhedspleje forsikringsudgifter