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Donnerstag, 23. Mai 2013 | 12:05

John Cage: Die Kunst das Zufalls und der Stille

18.07.2012

Multitalent der Künste

Im September wäre John Cage (1912-1992) 100 Jahre alt geworden. Das Salzburger Museum der Moderne präsentiert jetzt im Mönchsberg die Ausstellung John Cage und .... Sie zeigt, wer Cage prägte, wen Cage prägte und wie zentral Zufall und Stille im Schaffen von John Cage waren. Von JÖRG ESCHENFELDER

 

Die Ausstellung John Cage und ... (Kuratoren: Toni Stoos, Tina Teufel, Wulf Herzogenrath) wurde zusammen mit der Berliner Akademie der Künste konzipiert. Sie nimmt die gesamte Ausstellungsfläche des Museums der Moderne ein und widmet sich vor allem zwei Themenkreisen: Cages Einbindung in die Kunstwelt sowie den Elementen Zufall und Stille in Cages Kunst und deren Rezeption.

John Cage probierte neue Wege, setzte in seiner Musik auf überlange Pausen und Momente der Stille. Er machte die Umgebungsgeräusche zu integralen, einmaligen und nicht vorherbestimmbaren Teilen seiner Kompositionen. Er ermöglichte neue Hörerfahrungen und wies den Weg zu multimedialen Installationen sowie zur Happening- und Performancekunst.

 

Bei John Cage und ... sind medien- und klangkünstlerische Werke genauso wie Arbeiten auf Papier und Partituren von John Cage seit den 1930er Jahren zu sehen und hören. Ergänzt wird dies mit Arbeiten seiner Anreger und Freunde – Marcel Duchamp, Richard Buckminster Fuller, Morris Graves, Nam June Paik, Robert Rauschenberg, Mark Tobey und vieler anderer mehr. Die Ausstellung stellt kulturelle Wechselbeziehungen neu zur Diskussion, unter anderem das Verhältnis zu Asien, Zen und White Writing (Mark Tobey), zur europäischen Kunst und Synästhesie sowie zu Happening, Fluxus, Zero und zur Conceptual Art.

 

Ferner sind Installationen zu sehen und zu begehen, die direkt auf das Schaffen von Cage Bezug nehmen oder ihm gewidmet sind: Bruce Naumans Mapping the Studio I (Fat Chance John Cage), 2001; Tyler Adams Multi-Screen Projektion Performing Silence, 2009; Christian Marclays Solo, 2008; und Christina Kubischs für Salzburg adaptierte Installation Silent Exercises von 2011.

 

Einen weiteren Schwerpunkt der Ausstellung bilden John Cages Untersuchungen zur Stille und zum Zufall. So präsentiert das Salzburger Museum der Moderne eine eigene Fassung von Cages Museumcircles, das willkürliche Exponate aus verschiedenen Salzburger Sammlungen und Museen präsentiert und – frei von tradierten Einordnungen – neue Beziehungen und Interpretationen ermöglicht – je nach der zufälligen Anordnung, die einmal wöchentlich wechselt.

Auf einer eigenen Ausstellungsebene beschäftigt sich die Ausstellung schließlich auch mit der engen persönlichen wie professionellen Beziehung von John Cage zu dem Tänzer und Choreografen Merce Cunningham (1919-2009) und einer Auswahl an Kooperationen mit diesem. 

 

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