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    TITEL kulturmagazin
    Mittwoch, 28. Juni 2017 | 23:06

    Ein Bordellbesuch in der Provinz - Teil 1

    17.01.2012

    Der kleine Kiezkönig, oder: Vom Glück zu tanzen

    Muss man nicht glücklich sein, um zu tanzen? Das ist so einer dieser Sätze, die bei mir hängen geblieben sind. Ich weiß nicht genau, warum – ich nehme an, wegen der Situation: Sarah sagte den Satz, Sarah, in die ich mich auf Sansibar ein bisschen verliebte, was allerdings dann später, in Amsterdam, nach der Landung, vergleichsweise schnell wieder aufhörte. Den Satz sagte sie mittendrin, ich glaube, in Nairobi. Von JAN FISCHER

     

    Wir waren in die roten Sitzecken eines Clubs namens Paradise eingesunken und tranken viel zu billigen Gin-Tonic. Ein Taxifahrer hatte uns ungefragt hingefahren. Der Laden sah von innen aus wie ein zweistöckiges Ufo, an den Wänden konkav geschwungene LED-Konstruktionen, deren Farbwechselsequenz mir die Augen tränen ließ. Alles dröhnte von diesem Reggae-Dancehall-Zeug, das nur in tropischem Klima zumindest Sinn macht. Unten, auf der Tanzfläche, tanzten fünf verdächtig junge schwarze Frauen eng an verdächtig alte weiße Männer geschmiegt. Sarah sah sie. Sarah sagte ihren Satz. Selbstverständlich meinte Sarah ihren Satz als Metapher, sie ist einer dieser Menschen, die immer alles als Metapher meinen, auch wenn sie nicht wollen. Ich sagte: Ich kann dazu nichts sagen. Ich tanze nicht.

     

    Die Begrüßerin

    Der Hildesheimer Nightclub Baccara ist leer, tatsächlich leer, bis auf eine blödsinnig vor sich hin blinkende Lichtschlange an einer silbernen Tanzstange. Rot. Grün. Gelb. Grün. Weiß. Rot. Heinz Rudolf sollte eigentlich hier sein, der Besitzer des Haus Rose, aber der kommt später, sagt eine mittelalte, blonde Frau. Sie heißt Laila, aber bevor sie ihren Namen sagt, sagt sie: Herzlich Willkommen. Wie wäre es mit einem Bier? Sie war mal Tänzerin, im Baccara, davor auf der Reeperbahn, aber das ist schon eine Weile her: Laila tanzt nicht mehr. Sie begrüßt. Das ist, sagt sie, der wichtigste Job in dem Laden: Sie ist diejenige, die die Tür öffnet, wenn jemand klingelt, ihn hineinbittet, die Gäste nach ihren Wünschen fragt, diese Wünsche erfüllt. Mit anderen Worten: Sie bugsiert selbst den schüchternsten »Erstgast« – ihr Wort – in den Laden herein Und lässt ihn möglichst nicht wieder hinaus. Sie hat einen leichten Akzent, irgendetwas Ostiges – Polen, Rumänien, vielleicht. Und bei näherem Hinsehen sind ihre Haare blondiert, nicht exzessiv, nur ein wenig. Es sieht nicht aus, als wolle sie blond sein, es sieht eher aus, als sei sie mit ihrer natürlichen Haarfarbe nicht zufrieden.

     

    Die Gäste, sagt sie, kommen hierher, weil sie Gesellschaft wollen. Wir bieten ihnen Gesellschaft, Frauen, die sich gerne mal ein Getränk ausgeben lassen. Manchmal wollen die Gäste  reden. Manchmal wollen sie, dass eine Frau an der Stange tanzt. Manchmal wollen sie mehr, dann können sie mit den Frauen hochgehen, in die Zimmer.

     

    Eine Frau, ebenfalls blondiert, aber viel mehr davon, stöckelt vorbei. Sie trägt ein weißes Kleid, vielleicht auch nur ein langes Top, ein Kleidungsstück, jedenfalls, das aufhört, kurz bevor ihr Hintern aufhört. Sie bleibt kurz stehen und lächelt Laila zu. An der Tür klingelt es, und Laila muss aufstehen, den ersten richtigen Gast des Abends begrüßen, vorher aber möchte sie noch ein paar Getränke vorbeibringen.

     

    Magst du noch was?, fragt sie. Sie schaut einem dabei in die Augen. Ich schaue weg. Ein Beck's, sage ich, und Laila stakst davon, ich starre auf die LED-Lichter an der Tanzstange - rot, grün, gelb, usw., auf das Foto einer Bikini-Frau unter Palmen dahinter, das über ein Fenster geklebt ist: Es sieht aus, als hätte es jemand aus einem TUI-Katalog ausgeschnitten. Sehnsuchtsort »Schöne Frau in Bikini« an Sehnsuchtsort »Palmenstrand«. Langweilig, aber es wirkt. Die Musik ist irgendein Hip-Hop-Teil, in dem das Gitarrenriff aus Eye of the Tiger gesampelt ist. Dad. Daddaddad. Daddaddad. Daddaddaaa. Ich trinke mein erstes Beck's aus, und frage mich, wie viel das jetzt eigentlich kostet. Kein Mensch hat den Bierpreis erwähnt, oder überhaupt irgendwelche Getränkepreise. Laila schaut einen nur an und füllt nach. Sie lullt einen ein mit ihrer Nettigkeit, mit ihrem Lächeln, mit ihrer Freundlichkeit. Ich will, dass du dich hier wohlfühlst, sagt sie,  wir sind doch hier Freunde, und unter Freunden redet man nicht übers Geld. Ich frage mich, wie es auf meinem Konto aussieht, und ob ich hier mit Karte zahlen kann.

     

    Man zahlt hier, sagt Laila, nicht nur für die Getränke. Man zahlt für die Unterhaltung. Man gibt den Frauen Getränke aus. Sie bevorzugen das Teuerste, was der Laden zu bieten hat, ein Glas Champagner für 25 Euro. Die Frauen verdienen an jedem Getränk mit. Die Gäste bekommen dafür etwas, das Laila »Service« nennt, sie sagt: Wenn du eine Frau in einer normalen Bar fragst, ob du ihr ein Getränk ausgeben kannst, und direkt danach, ob sie für dich tanzt und dann mit dir schläft, wenn du ihr genug Geld dafür gibst, bekommst du wahrscheinlich eine Ohrfeige. Hier nicht.

     

    Hier nicht. Hier kannst du sie an der Stange tanzen lassen, du kannst mit ihr hinten ins Separée gehen, vom Rest des Ladens getrennt durch einen halb durchsichtigen lila Vorhang, und sie setzt sich dort auf deinen Schoß. Du kannst dich mit hochnehmen lassen, in den ersten Stock, und dann macht Laila, oder wer eben gerade hinter der Bar steht, eine der  Eieruhren an, die dort aufgereiht stehen. Irgendwie muss man ja den Überblick behalten.

     

    Das Verb wird immer absurder

    Muss man nicht glücklich sein, um zu tanzen? Ich denke nicht zum ersten Mal an den Satz, und nicht zum letzten Mal. Ich würde das gerne die Frauen fragen, die in dem weißen, zu kurzen Kleidungsstück. Diejenigen, die ich später noch treffe. Aber im Laufe des Abends ändert sich das Verb und die Frage wird immer absurder, immer rhetorischer: Muss man nicht glücklich sein, um zu reden? Muss man nicht. Um zu tanzen? Vermutlich ist es komplizierter als das. Um zu ficken? Selbst wenn niemand dafür bezahlt wird, selbst wenn man ficken durch harmlosere, banalere Wendungen ersetzt – Liebe machen, miteinander schlafen, diese Dinge – sind die Gründe doch immer eigenartiger als das. Mit Geld wird es wahrscheinlich nicht einfacher. Um zu peitschen? Bestimmt nicht. Im Gegenteil. Oder vielleicht doch. Ich kann dazu nichts sagen. Ich peitsche nicht. Ich lasse nicht peitschen.

     

    Vielleicht war ich naiv, damals im Paradise in Nairobi, weil ich ein wenig verliebt war, aber vielleicht war es auch, weil wir von oben auf die Szene schauten – was vermutlich nicht die beste Perspektive ist – aber Sarahs Satz kam mir nicht dumm vor. Sie ging dann tanzen, später, trotzig, wie es ihre Art ist. Ich blieb oben, in unserer roten Gin-Tonic-Ecke, und ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass mir ein Unterschied auffiel in der Art, wie sie tanzten, Sarah und die Pärchen. Die jungen, schwarzen Frauen bewegten sich zwar geschmeidiger, mit mehr Tanzerfahrung, aber die alten, weißen Männer torkelten eher, das hob sich gegenseitig auf, sodass es letztendlich auf das gleiche Maß an Eleganz, an Geschmeidigkeit hinauslief, nur Sarah tanzte verbissener, als müsste sie beweisen, dass sie glücklicher sei als alle anderen zusammen. Als müsse sie beweisen, dass wir irgendwie besser seien, uns besser fühlten als die jungen Frauen, weil wir es uns erlauben konnten, einfach so zu tanzen. Heute würde ich sagen, dass das eine arrogante Perspektive ist. Ich erinnere mich auch nicht mehr ganz genau an die Szene, aber mir kommt es fast so vor, als tanzten die jungen Frauen damals eher miteinander als mit ihren Kunden, mir kommt es vor, als hätten sie die Kunden nur mitgeschleppt, während sie versuchten, das Beste aus dem Abend zu machen.

     

    Er ist der Heinz

    Heinz Rudolf sagt zur Begrüßung, dass er letztens einen Hörsturz hatte. Wenn man mit ihm sprechen will, muss man das laut tun. Er ist einer dieser eher kleinen Männer, die gleichzeitig ein rundliches Gesicht haben, aber den Eindruck allgemeiner Drahtigkeit machen. Er ist angegraut, aber im Sinne von gereift, nicht von verfallen. Ich, sagt er, bin nicht interessant. Das Haus Rose ist ein Laufhaus. Die Arbeit machen die Frauen, ich habe damit nichts zu tun. Ich bin nur ein Vermieter. Ein Geschäftsmann.

     

    Er hat ja auch fast recht: Vielleicht bin ich da RTL2-geschädigt, aber der Mann sieht nicht aus, wie einer dieser Leute, die immer Kiezkönige genannt werden, obwohl er einer davon ist. Ein kleiner Kiezkönig, zwar, einer, dessen Königreich nur eine halbe Straße umfasst – neben dem Haus Rose ist er auch Vermieter des Erotik-Kino Oase – aber immerhin. Es ist ja auch nur ein kleines Rotlichtviertel, mehr ein Viertelchen, das – nach einschlägigen Internetforen – nicht für seine Extravaganz berühmt ist, sondern für sein Preis-Leistungs-Verhältnis: Im Haus Rose, so die Meinung der Experten im Internet, kann man schonmal ein Schnäppchen machen. 

     

    Rudolf mag diese Medienbilder übrigens nicht, zumindest nicht dieses Kiezkönig-Zeug. In den Medien, sagt er, hört man immer nur von Frauenhandel, von Razzien, irgendwelchen armen Polinnen, die quasi an der Wand festgekettet werden. Das gibt es bei uns nicht. Bei Rudolf läuft alles ordentlich, gesittet, geregelt. Er hat die Eieruhren für die Zimmer gebastelt, es war seine Idee. Er trinkt keinen Alkohol. Er mag es nicht, wenn man ihn siezt. Er ist Heinz.

     

    Es gab mal einen Heinz, der war Möbelhändler, nichts Besonderes, nur ein Mensch, der anderen Menschen ihre Sofas verkaufte, ihre Sitzgruppen, ihre Duschstangen. In den 70ern, vielleicht, es ist schon ein wenig her, lange genug, dass Heinz sagen muss: Für die die Geschichte muss ich ein wenig ausholen, wenn man ihn fragt, wie genau er es geschafft hat, vom Möbelverkäufer zum Laufhausbesitzer zu werden. Diese Leute, sagt er, und meint Leute wie sich, nur damals, früher, als er noch keiner davon war, brauchten auch Möbel. Ich habe sie beliefert. Die fuhren vielleicht andere Autos und sahen ein bisschen anders aus, aber wenn die gesagt haben, dass sie morgen bezahlen, dann haben die morgen bezahlt. Das waren Leute, die standen zu ihrem Wort.

     

    Das ist es, was Heinz imponiert: Menschen, die zu ihrem Wort stehen. Menschen, Kaufleute, Geschäftsleute, die – wie er – einen Begriff von dem haben, was Heinz »Kaufmannsehre« nennt: Die Vorstellung von einer Grenze, die nicht überschritten wird, egal, wie viel man damit verdient. Natürlich, Heinz ist hauptsächlich Vermieter – er vermietet Zimmer an die Frauen, die darin selbstständig als Prostituierte arbeiten. Solange die ihre Miete zahlen, hat Heinz nichts damit zu tun. Er muss nur dafür sorgen, dass die Abflüsse nicht verstopft sind, dass es Strom gibt, dass es fließendes Wasser gibt, dass die Heizung funktioniert – was Vermieter eben tun. Aber gerade im Haus Rose ist das, was Heinz »Kaufmannsehre« nennt, eine ganz besondere Art von Arbeitsethos, das ihn verpflichtet, nicht einfach nur ein normaler Vermieter zu sein: Er achtet darauf, dass nicht eine der Frauen plötzlich zu Dumping-Preisen arbeitet. Er hat Security eingestellt, falls mal was passiert. Er sucht seine Mieterinnen auch danach aus, ob sie ins Haus passen, zu den anderen Frauen, er achtet auf ein gutes Arbeitsklima.

     

    Selbstverständlich hat das auch was mit Kontrolle zu tun: Heinz will, dass alles gut läuft, so, wie er es gerne möchte: Glatt, ruhig, berechenbar. Nach seinem Ethos. Nicht nach dem von irgendjemand anderem. Das ist wie die Sache mit den Eieruhren. Sein Partner in der ersten Inkarnation des Haus Rose – damals noch kein Laufhaus, sondern ein ganz traditionelles Bordell – hatte ein etwas anderes Verständnis von dem Begriff »Kaufmannsehre«. Der hat einfach, sagt Heinz, sich abends in die Tasche gesteckt, was in der Kasse war, und einen draufgemacht. Heinz hat ihn rausgeworfen und schmeißt den Laden seitdem alleine. Vom Glücklichsein, übrigens, redet Heinz nicht. Nur, dass manchmal die Mädchen aus dem Haus Rose runter kämen, ins Baccara, um sich beim Tanzen zu entspannen. Vielleicht ist in Heinz' Ethos kein Platz für Glück, vielleicht ist es nicht wichtig. Vielleicht denkt er auch einfach nicht daran, es zu erwähnen, während wir auf Tour gehen, durch das Baccara, und das durch das Herzstück der Hildesheimer Rotlichtmeile, durch das Haus Rose.

     

    Die Geschichte einer Immobilie

    Dessen Geschichte ist zum Teil die Geschichte von Kaufmannsehre, zum Teil ist es aber auch die Geschichte einer Immobilie, eines heruntergekommenen Hauses, im Grunde fast ein halber Straßenzug, dort, wo die Hannoversche Straße einen Knick macht, die Geschichte einer Immobilie, die niemand wollte. Zuerst schon, zuerst wollte Heinz sie – und kaufte sie. Es sollten Mietwohnungen werden. Die Stadt mietete – und dann nicht mehr. Es gab Wirtschaftskrisen, Versprechen wurden gebrochen, die Immobilie wurde zu einem Bordell, weil in der Straße sowieso schon das Rotlichtviertel zu keimen begann – das Pornokino Oase war damals schon 20 Jahre im Geschäft. Das ist der eine Teil der Geschichte. Der andere ist anders, tragischer: Heinz fand, dass die Rotlichtmenschen, die er kannte, ganz normale Menschen waren. Andere Autos, andere Kleidung. Aber verlässlich. Geschäftsleute. Wie er. Andere Menschen waren nicht wie er: Derjenige, zum Beispiel, der ein Mädchen aus der Klasse seines Sohnes vergewaltigte und anschließend ermordete. Ich dachte, sagt Heinz, dass ein Bordell vielleicht hilft, so etwas zu vermeiden. Er zuckt die Schultern, wenn er das sagt. Vielleicht. Vielleicht nicht.

     

    Alles ganz normal

    Siehst du, alles ganz normal, sagt er, als er die Tür zum Aufenthaltsraum der Baccara-Frauen öffnet. Normalität. Auch eines von Heinz Lieblingsworten. Im Aufenthaltsraum zeigt ein Fernseher die rauschige Wiederholung irgendeiner RTL-Soap von heute Nachmittag. Jacken liegen unordentlich herum. Ein paar Brotbüchsen.  Normaler geht es kaum.

     

    Heinz hat diese Attitüde, während er durch das Haus läuft, durch die hinteren Eingeweide des Baccara, und eine Tür nach der anderen öffnet, diese Geste, die sagt: Hier, guck, so sieht das aus. So ist das. So läuft das. Eine Geste wie ein Schulterzucken. Hier, sagt er, und schiebt einen Vorhang zu Seite. Weißt du, was das ist? Es ist eine gemauerte Ecke, ein paar Handschellen sind in die Wand eingelassen. Die Worte »Fuck You« sind an die Wand gesprüht, sie leuchten im Schwarzlicht. Oder, sagt er, und schiebt den nächsten Vorhang zu Seite, weißt du, was das ist? Ein Andreaskreuz hängt da, hinter ein paar Gummivorhängen. Laila taucht im Hintergrund auf, die Schlüssel zu den Räumen klimpern in ihrer Hand. Das sind die Räume vom Baccara, sagt sie, hier ist es teuer als drüben im Haus Rose. Wir haben Themenräume, Soft S/M, Dusche, Whirlpool, Mittelalter. Laila gestikuliert beim Reden, ihre Schlüssel klimpern. Im Baccara gibt es vier Räume, jeder eine andere übermütige Konstruktion aus Plüsch, Flokati, Spiegeln, rotem Licht, Schwarzlicht, Liebeschaukeln und übergroßen Betten. Neben jedem Bett stehen rollenweise Küchenrollen und eine kleine Holztruhe voller Kondome. Im Hintergrund wechseln sich Laila und Heinz ab: Heinz immer mit diesem bemühten Ton, dass alles ganz normal ist, als müsste er tatsächlich noch jemanden davon überzeugen, und Laila mit ihrem Klimpern, hin und wieder sagt sie Sachen wie: Das ist meine Peitsche, und streicht über dabei mit den Fingern über ein weißes Kunstlederteil, das mit Plastikkristallen besetzt ist. Alles ist aufgeräumt, sauber, frisch gesaugt, die Decken auf den Betten sind frisch glattgestrichen: Wie eine unvermietete Wohnung, frisch renovierte Räume, unbelebt, die nicht davon erzählen, was passiert ist, sondern was passieren könnte. Der Gang oben im Baccara ist lang, dafür, dass es nur vier Zimmer sind, dunkel, nur von den Schwarzlichtornamenten im Rand erhellt. Am Ende des Ganges ist es Heinz, der mit seinen Schlüsseln klimpert. Dann wollen wir mal rübergehen, sagt er, und schließt eine Tür auf, die aussieht, als führte sie nirgends hin als in einen Abstellraum. Tatsächlich führt sie ins Haus Rose.

     

    Anmerkungen: Namen von der Redaktion geändert.

     

    Fotos: Jan Fischer

     

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