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    TITEL kulturmagazin
    Montag, 29. Mai 2017 | 19:11

    Wibke Bruhns: Nachrichtenzeit

    05.10.2012

    Von Neugier getrieben,
    vom Zufall belohnt

    In ihrer Autobiographie Nachrichtenzeit. Meine unfertigen Erinnerungen präsentiert die Journalistin Wibke Bruhns eine spannende Reise durch die Vergangenheit: durch ganz persönliche Erinnerungen, entlang der politischen Zeitgeschichte. Von MARITA BÜHRMANN

     

    Sie wurde 1938 in Halberstadt geboren und verbrachte ihre Kindheit größtenteils in Schweden. Ihre journalistische Laufbahn begann sie bei der Bild-Zeitung, brach ihr Volontariat jedoch nach einem Jahr aus politischen Gründen ab und fing als Redakteurin beim ZDF an. Ab 1971 moderierte Wibke Bruhns heute und wurde somit als erste Nachrichtensprecherin im deutschen Fernsehen bekannt. Später berichtete sie als Auslandskorrespondentin für den Stern aus Israel und Washington. Nach Meines Vaters Land, in dem sie sich auf die Spuren ihres 1944 als Hochverräter hingerichteten Vaters begab, erschien nun ihr neues Buch.

     

    Die klaren und prägnanten Sätze zeugen von der hohen Schule des journalistischen Könnens, doch trotzdem liest sich Nachrichtenzeit wie ein mitreißender Roman. Ein Roman über das Leben einer interessanten Frau, die ständig auf der Suche nach neuen Herausforderungen ist, vom Neuen und Fremden fasziniert und am politischen Geschehen nah dran.

     

    Auf der Suche nach Antworten

    Fesselnd und mit einer großen Portion Selbstironie und Sarkasmus berichtet sie über ihre bewegenden Erlebnisse. Von ihrer Tätigkeit als erster Nachrichtensprecherin, die sie als »den langweiligsten Job« bezeichnet, weil sie dem Fernsehvolk nur die Texte von anderen vorlesen durfte. Von ihrer viel diskutierten Beziehung zu Willy Brand, die sie, trotz der Gerüchte über eine intime Beziehung, trocken und humorvoll auf eine rein freundschaftliche und sachliche Ebene reduziert. Ehrlich und direkt erzählt sie von dem Skandal um die Hitler-Tagebücher, den sie schlicht mit »Geldgier« kommentiert.

     

    Auch über ihre Zeit in Israel berichtet Wibke Bruhns eindrucksvoll. Mit viel Witz und Humor erzählt sie vom Osterfest, berichtet aber auch mit erlebten Fakten von den dort herrschenden Zuständen. Die Anziehungskraft des Nahen Osten auf der einen, die jederzeit drohende Gefahr auf der anderen Seite – Wibke Bruhns versteht es außerordentlich gut, die Gegensätze dieses Landes aufzuzeigen. Zudem besticht sie mit einem scheinbar grenzenlosen Repertoire an Wissen, das sie unterhaltsam und gekonnt darbietet.

     

    Mit ihren unfertigen Erinnerungen gelingt es Wibke Bruhns, viel von ihrer eigenen Faszination weiterzugeben und neugierig auf das Leben zu machen. Nachrichtenzeit ist ein lesenswertes Buch, das ein wertvolles und vor allem auch lehrreiches Dokument einer persönlichen Zeitgeschichte ist.

     

    Wibke Bruhns befindet sich auf Lesereise, ihre nächsten Stationen sind:

    15.10.2012 – Meinerzhagen

    16.10.2012 – Sindelfingen

    17.10.2012 – Friedrichshafen

    18.10.2012 – Crailsheim

    22.10.2012 – Rostock

    23.10.2012 – Cottbus

    02.11.2012 – Ahrensburg

    05.11.2012 – Celle

    06.11.2012 – Paderborn

    08.11.2012 – Zossen

    09.11.2012 – Hamburg

    12.11.2012 – Hamm (Literarischer Herbst)

    13.11.2012 – Hattingen

    14.11.2012 – Wiehl-Bielstein

    15.11.2012 – Siegburg (33. Siegburger Literaturwochen)

    18.11.2012 – Kassel

    26.11.2012 – Zwickau

    TITEL ist umgezogen!

    Liebe Leserinnen, liebe Leser!


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