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    TITEL kulturmagazin
    Freitag, 28. Juli 2017 | 20:44

    Wolfgang Behringer: Kulturgeschichte des Sports

    21.09.2012

    Die ganze Geschichte des Sports

    Mit Die Kulturgeschichte des Sports veröffentlichte Wolfgang Behringer pünktlich zum Olympiajahr ein kurzweilig geschriebenes Buch, das die Entwicklung von der Antike an und vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Gegebenheiten nachzeichnet. Von NIKLAS GRÜNWALDT

     

    Obwohl für Behringer der Prozess der Sportifizierung zu den Fundamentalprozessen gezählt werden muss, lernen Geschichtsstudenten nichts über Sport in ihrem Studium. Sein Buch macht es ihnen, aber auch allen anderen Interessierten leichter nachzuvollziehen, wie der Sport zu so einem wichtigen Bestandteil unserer Kultur werden konnte. Dabei geht er chronologisch vor und beginnt mit den antiken Olympischen Spielen. Schon hier wird deutlich, dass es in der ganzen Geschichte des Sports Kontinuitäten gibt. Analogien zum heutigen Sport und dem Drumherum zu ziehen, bereitet besondere Freude. Schon in der Antike wurden erfolgreiche Athleten mit Reichtum belohnt und auch damals ließ das Publikum seiner Begeisterung freien Lauf.

     

    Wolfgang Behringer
Foto: Jens Ewen Wolfgang Behringer
    Foto: Jens Ewen

    Leybesübungen

    Dass Leserinnen und Leser Vergleiche mit der Gegenwart ziehen, scheint gewollt. So macht der Autor von Begriffen aus dem heutigen Vokabular des Sports Gebrauch, wenn er aus einem Zitat Erasmus von Rotterdams (»Wie viel mehr sorgen sich die Läufer doch um Schnelligkeit als um Gerechtigkeit«) den indirekten Vorwurf des »Dopings« herausliest oder dem späteren Papst Pius II. aufgrund einer sehr genauen Darstellung einer mittelalterlichen Regatta das Talent eines »Sportreporters« bescheinigt. Nur eines von vielen Stilmitteln, die das Lesen dieses wissenschaftlich anspruchsvollen Buches auch für Nicht-Historiker kurzweilig halten.

     

    Beschrieben wird die Geschichte des Sports immer auch mit dem Verweis auf zeitgenössische gesellschaftlicher Aspekte und Ereignisse. Die Meinung der Kirchen (Martin Luther konnte den »Leybesübungen« durchaus Positives abgewinnen) und des Adels zu Sport, aber auch die Bedeutung der Erfindung des Buchdrucks, durch den die Spielregeln in ganz Europa bekannt gemacht werden konnten, für die Professionalisierung werden hier dargestellt.

     

    TITEL-Kulturmagazin und das Göttinger Hochschulsportmagazin Seitenwechsel verlosen gemeinsam vier Exemplare Wolfgang Behringer: Die Kulturgeschichte des Sports. Wer bis einschließlich 30. November an der Umfrage teilnimmt, kann ein Exemplar gewinnen.

     

    Soviel Zeit verbringe ich pro Woche beim Sport:

    (2)gar keine
    (30)bis 1 Stunde
    (35)1-4 Stunden
    (1)über 4 Stunden

    Was ist Sport?

    Fußball gab es schon im Mittelalter (wegen der rauhen Spielweise nicht selten mit Todesfällen), Tennis sogar schon in der Antike, die erste Sportzeitung erschien schon 1792. Die Ursprünge sämtlicher Aspekte des Sports, wie wir ihn heute kennen, werden hier abwechslungsreich geschildert und bringen viele neue Erkenntnisse. Auch der Sport in der Neuzeit kommt nicht zu kurz. Den Abschluss bildet eine Auseinandersetzung mit der Frage »Was ist Sport?« als Epilog.

     

    Die Kulturgeschichte des Sports stellt eine lehrreiche wie spannende Darstellung eines Massenphänomens in seiner ganzen Entwicklung dar. Behringer schildert sachlich und anschaulich dessen umfangreiche Geschichte. Dabei kommt der Spaß auch nicht zu kurz. Weniger, weil der Autor hier Witze oder dergleichen versucht einzubauen, sondern weil einige Vorgänge schon alleine durch die Darstellung ihrer Skurilität zum Lachen verleiten. Sollte also Sport in Zukunft doch noch seinen Platz im Geschichtsstudium finden, werden die Studierenden an diesem Buch Freude haben.

     

     

    TITEL-Kulturmagazin und Seitenwechsel verlosen außerdem Michael Horeni: Die Brüder Boateng.

     

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    TITEL ist umgezogen!

    Liebe Leserinnen, liebe Leser!


    Das neue TITEL kulturmagazin ist ...

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