Über den Fluss und in die Wälder
Hat Ortheil der Stadt bereits im Licht der Lagune ein Denkmal gesetzt und sich mit Rom: Eine Ekstase als ausgewiesener Italienkenner profiliert, zeigt er sich nun als Flaneur, Genießer, Gourmet, Literatur- und Kunstkenner. Begeistert und entzückt, kenntnisreich und erfahren blättert er mit leichter Hand die Geschichte dieser verwunschenen Stadt auf und verwebt sie geschickt mit eigenen Erlebnissen und Begegnungen. Hemingways Roman Über den Fluss und in die Wälder war es, der den damals zwanzigjährigen Ortheil nach Venedig lockte: »Es ist die Empfindung, einen Teil von sich selbst in Venedig wiederzufinden, einen Teil, an den man gar nicht mehr dachte…«
Sehnsüchtig erinnert sich Ortheil an dieses erste Mal und zelebriert erneut einen langen, erfüllten, erlebnisreichen Tag in der Lagunenstadt: sinnliche Streifzüge vom frühen Espresso in der Lieblingsbar in Dorsoduro bis hin zum menschenleeren Markusplatz in tintenschwarzer Nacht. Solch ein idealtypischer Tag ist erfüllt vom Gehen und Streunen, Probieren und Genießen, Staunen und Betrachten. Er schlägt einen weiten Bogen von Kulinarik bis Kunst, von Musik bis Museen, von Geographie bis Geschichte. Wir sind unterwegs zu Fuß, mit dem Fahrrad, der Gondel und dem Vaporetto. Wir sind zu Gast im Palazzo Mocenigo des ausgehenden 18. Jahrhunderts, in Harry`s Bar zur Zeit Hemingways oder in Dorothea von der Koelens Galerie der Gegenwart. Stimmungsvoll begleitet von Schwarzweiß-Fotografien von Jörg Schaper.