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    TITEL kulturmagazin
    Montag, 29. Mai 2017 | 20:58

    Ute Wegmann: Die besten Freunde der Welt

    12.11.2012

    Kleine Helden

    Einen besten Freund zu haben gehört zum Schönsten, das es gibt. Zusammen etwas zu unternehmen, macht alles gleich noch mal so schön. Wenn einer der beiden aber wegen einer überbesorgten Mutter meist nicht mitmachen darf, trübt das die Freude beträchtlich. Doch wer ein guter Freund ist, lässt sich etwas einfallen, um das zu ändern. Das braucht Mut, bei beiden Freunden. Ute Wegmann lässt in Die besten Freunde der Welt zwei kleine Jungen Freundschaftshelden werden. Von MAGALI HEISSLER.

     

    Fritz und Ben sind richtig gute Freunde. Fritz ist der Sportliche, Ben sorgt für Wissenszufuhr. Sie ergänzen sich prima. Manchmal aber wünscht sich Fritz, dass Ben auch beim Fußball, Tennis und Schwimmen bei ihm wäre. Ben wäre durchaus dazu bereit, wenn da nicht seine Mutter wäre. Als Säugling war Ben schwer krank. Das ist längst überstanden, aber seine Mutter ist überzeugt, dass die kleinste Anstrengung ihm schadet. Also sitzt Ben am Rand des Sportplatzes, wenn die anderen toben, und sieht zu. Lehrerinnen und Lehrer wie auch die Kinder in der Klasse haben sich längst daran gewöhnt. Nur Ben nicht. Als er Fritz bittet, heimlich einen Sportler aus ihm zu machen, ist sein Freund gleich eifrigst bei der Sache. Nicht, dass das einfach wäre, Bens Mutter passt scharf auf. Allein um zum Tennisplatz durchzubrennen müssen die zwei sich einiges einfallen lassen.

    Dann kommt die Sache mit dem Schwimmabzeichen. Für Fritz ist klar, dass Ben schwimmen lernen muss. Für Ben eigentlich auch. Allerdings hat er schreckliche Angst vor Wasser. Die Lage ist wirklich ernst!

     

    Kopfsprung in zuckrige Biederkeit

    Die Idee, die Wegemanns Geschichte zugrunde liegt ist originell genug, ihre beiden kleinen Protagonisten lebendig geraten. Erzählt wird munter, allerdings – das wird schon auf der zweiten Seite klar – zuviel und alles andere als stringent. Wir lernen Fritz eingehend kennen, seine Eltern, ihre Gewohnheiten, das Familienleben. Fritz ist ein guter Beobachter und er gibt gern seine Kommentare zu allem und jedem. Das liest sich ganz nett, lenkt aber vom Kern der Geschichte häufig ab. Es wird zuviel auf den Teller gepackt. Die englische Mutter, die auch noch Sängerin bei einer Band ist, der Vater, der Feuerwehrmann ist und trotzdem Hausarbeit liebt, die Besitzerinnen und Besitzer der kleinen Läden, in denen Fritz einkauft, der türkische Freund von Bens Schwester. Das ist weitschweifig geraten. Vor allem aber spürt man immer wieder einen gewissen pädagogischen Impetus in der Feder der Autorin. Die eine oder andere Betrachtung über das Leben aus dem Mund des ca. achtjährigen Fritz ist alles andere als überzeugend und taucht ganze Abschnitte in den Zuckerguss der Biederkeit. Die englischen und türkischen Sprachbrocken samt Bens naturwissenschaftlichem Wissensschatz vermitteln unseligerweise das Gefühl, mitten im Schulunterricht gelandet zu sein.

     

    Nicht glücklich ist auch die Entscheidung, an aktuelle Fernsehserien, Fußballstars oder Jugendbuchautoren zu erinnern. Solche Bezüge sollen wohl die Figuren lebensechter machen. Das gelingt grundsätzlich nie. Im Gegenteil lässt es solche Bücher viel schneller altern. Nichts ist so schnell vorbei wie vermeintlich aktuelle Trends. Gute Kinderbücher brauchen das nicht, sie können allein stehen.

     

    Abenteuer in tiefer Nacht

    Die Geschichte hätte das alles gar nicht nötig. Fritz’ Bemühungen, aus Ben einen Schwimmer zu machen, der das begehrte Seepferdchen-Abzeichen erhält, hätten die Handlung durchaus getragen. Sie lesen sich immer noch lustig. Sie geraten noch dazu zu einem haarsträubenden Abenteuer in tiefer Nacht, ein Motiv, das gerade diese Altersgruppe auf jeden Fall begeistern wird, ebenso wie die Beschreibung der Folgen und die Beseitigung derselben. Spaß machen auch die geschilderten Wettkämpfe, allerdings wäre hier auch weniger mehr gewesen, das Fußballmatch etwa bläht die Geschichte nur auf. Spannend ist dann wieder der Wettbewerb im Schwimmbad und ganz besonders Bens Auftritt. Wird er es wagen?

    Schön sind die Schilderungen der Freundschaft der beiden kleinen Jungen, dem quirligen Fritz und dem ruhigeren Ben. Da lässt sich aus der Lektüre einiges mitnehmen. Der Familienhintergrund beider Jungen ist überaus liebevoll geschildert. Ein bisschen mehr Konflikt hätte nicht geschadet, aber Bens Problem wird dennoch deutlich und genau darauf kommt es an.

    Ein großes Plus bei diesem Buch sind die Illustrationen von Sabine Wilharm. Sie geben vielen Szenen die Prise Witz und Fantasie, die dem Text fehlen. Sie anzuschauen ist schon ein Vergnügen für sich.

     

    Insgesamt eine nicht ganz gelungene Geschichte, für kleine Leser aber recht gute Unterhaltung zu einem wichtigen Thema.

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