Neu im Kino: Marina Abramovic - The Artist is present Julia Holter: Ekstasis Interview Spielplatz Magazin Die Popkolumne aus London Alain de Botton: Freuden und Mühen der Arbeit Tristram Hunt: Friedrich Engels
Freitag, 24. Mai 2013 | 09:34

Jennifer E. Smith: Die statistische Wahrscheinlichkeit von Liebe auf den ersten Blick

16.04.2012

Der fremde Junge im Flugzeug

Wie viel Romantik kann in einem Buch stecken, in dessen Titel die Begriffe »statistisch« und »Wahrscheinlichkeit« vorkommen? Soviel, wie man sich von einem ergreifenden Mädchenbuch nur wünschen kann, verspricht Titel-Jugendbuchexpertin SOPHIA RIESSBECK (13 Jahre).

 

Der Fermentationsprozess von Mayonnaise, Stau- und Überfüllungsmuster auf US-amerikanischen Flughäfen, Studien über das Verhalten von Zucker über längere Zeiträume oder doch vielleicht die statistische Wahrscheinlichkeit von Liebe auf den ersten Blick? Was studiert der fremde Junge aus dem Flugzeug jetzt denn eigentlich? Man weiß es nicht – und wird es nie erfahren. Aber dafür viel aus dem Leben von zwei komplett verschiedenen Menschen, ihren Problemen, ihrer Familie, und der ersten großen Liebe…

 

Jeder kennt sie, die Tausend und Abertausend Menschen, die man einmal im Leben trifft, und dann nie wieder sieht. Auf der Straße mal vorbeigelaufen, im Zug daneben gesessen, durchs Schaufenster gesehen – »vorbei, verweht, nie wieder« (Tucholsky). Doch es geht auch anders: Hadley, eine junge Amerikanerin, versucht das Vergessen zu verhindern. Und zwar will sie ihn wiedersehen, Oliver, den Jungen, der im Flugzeug neben ihr saß, ihr Geschichten erzählt hat, damit sie ihre Flugangst vergisst, sie zum Lachen gebracht hat – obwohl ihr wegen der bevorstehenden Hochzeit ihres Vaters mit einer neuen Frau eher nach Weinen zumute war – und sie fast geküsst hätte…

 

Aber woher soll sie die Zeit, die Kraft und den Mut bekommen, um ihn wiederzufinden, wenn sie pünktlich als Brautjungfer bei der besagten Trauung zu erscheinen hat – und weder die Zukünftige des Vaters noch die komplette Veranstaltung leiden kann. Doch als sie dann auch noch herausfindet, dass Oliver, den sie den ganzen Flug über mit ihrer Wut auf ihren Vater und allen möglichen anderen Problemen vollgeschwafelt hat, eigentlich nach London reist, um zur Beerdigung seines Vaters zu gehen und nicht wie zuerst angenommen auch eine Hochzeit besucht, wird alles noch schwieriger. Wie soll sie ihn denn finden, wenn sie nicht mal genau weiß, wo er ist?

 

Das perfekte Buch für alle Romantikliebhaber! Die Geschichte ist wirklich sehr einfühlsam und schön geschrieben, und die beiden Hauptpersonen wachsen einem sofort ans Herz. Aber wenn man nach Action und Abenteuern sucht, wird man hier nicht fündig. Dafür ist es als Bettlektüre hervorragend geeignet – wegen viel Herzschmerz und Versöhnung! Und natürlich ist es ein Mädchenbuch!

 

| kommentar schreiben

Name:
Kommentar:

Petraeus und sein Stab

Die menschliche Existenz ist voll von Paradoxa. Krieg etwa gehört zu den schlimmsten Dingen, die Menschen einander antun können; die Ausführenden des Kriegs allerdings, das ...

»Alles liegt im Blick«

»Das Publikum ist wie ein Hund«, sagt Marina Abramovic einmal: »Es riecht Angst und Schmerz. Es kann fühlen, wenn man nicht anwesend ist«. ...

Wer will fleißige Handwerker sehn

Der Künstler und ehemalige Hartz IV-Empfänger Van Bo Le-Mentzel hat zusammen mit seiner Crowd ein DIY-Forum geschaffen und mittels Schwarmfinanzierung auch gleich ein Buch drucken lassen. ...

»Alles liegt im Blick«

»Das Publikum ist wie ein Hund«, sagt Marina Abramovic einmal: »Es riecht Angst und Schmerz. Es kann fühlen, wenn man nicht anwesend ist«. ...

... bis sie dann gestorben sind.

Wenn Comics sich klassischen Märchenmotiven widmen, dann tun sie das meist in Form einer eher überzogenen Parodie. Selbst wenn sich dahinter so viel Sophistication verbirgt wie hinter ...

Musik in Schwarz-Weiß

Noch ein paar Tipps für die Tage in denen Stimmung und Landschaft sich den Grau-Tönen nähern und die richtige Musik dabei hilft, ruhige Momente zu ...

Vom großen Lama aus der Regent`s Park Road

Tristram Hunt widmet dem Schatten von Karl Marx, der selbst ernannten »zweiten Violine« des Marxismus, dem Industriellenerben Friedrich Engels eine ...

Die böse Schlange
und das weiße Kaninchen

In diesem Land stimmt etwas nicht. Der Feminismus nämlich. Schwach steht er da, der Wind pfeift durch die Löcher seines theoretischen Unterbaus. Ähnlich steht es mit den Frauen. ...

Verteidigung des Schlagers

Klar, man kann sagen: der Schlager geht musikalisch über das kleine Einmaleins der Harmonielehre nicht hinaus, seine Texte haben mit der Wirklichkeit nichts zu tun, er ist ein konservatives ...

Der Spielplatz macht zu

Nach drei Ausgaben wird das Games-iPad-Magazin Spielplatz wieder eingestellt. Was dahinter steckt, wollte RUDOLF INDERST im Gespräch mit den beiden Machern Henning Ohlsen und Mark ...

Ein Igel erlebt sein blaues Wunder

Neue Kartracer haben es nicht leicht. Auch nach 20 Jahren ist der Schatten der einstigen Genregröße Mario Kart so mächtig, dass sich jeder neue Titel einen Vergleich ...