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    TITEL kulturmagazin
    Mittwoch, 16. August 2017 | 17:21

    Scott Walker: Bish Bosch

    29.11.2012

    Kühle braune Zwerge und Würzpaste

    Der Mann wird in wenigen Wochen 70, seine Arbeit entzieht sich immer mehr irgendwelchen Kategorien – und die Kritiker überschlagen sich. TOM ASAM über das neue Album des entrückten Über-Baritons.

     

    Scott Walker ist gebürtiger Amerikaner, aber seit jeher gefühlt Europäer. Mit den Walker Brothers feierte er in den 60er Jahren die größten Erfolge in England. 1967 begann er Soloalben zu veröffentlichen, eines davon war alleine den Kompositionen von Jaques Brel gewidmet. Ausgerechnet das Werk, das erstmals aus Eigenkompositionen bestand – Scott 4 – wurde zunächst ein kompletter Reinfall. Das 1970 in erster Auflage unter seinem Geburtsnamen Noel Scott Engel veröffentlichte Album wurde bereits nach wenigen Wochen vom Markt genommen. Heute gilt es als Kult und Inspirationsquelle für Musiker wie David Bowie oder Neil Hannon (The Divine Comedy). Letzter bezeichnete Walker einmal als »musical equivalent to Marmite.« Und das dürfte mehr denn je zutreffen, wenn man betrachtet was Scott – nach zwischenzeitlicher Reaktivierung der Brothers in den 70ern – in den letzten Jahren musikalisch zuwege brachte. Bereits Tilt (1995) und The Drift (2006) waren meilenweit entfernt vom melodramatischen Wall of Sound Pop alter Tage. Ach ja, Marmite: Diese britische Eigenheit dient seit über 100 Jahren als Würzpaste oder Brotaufstrich. An dem Produkt scheiden sich traditionell die Geister, passend wurde es hochoffiziell mit dem Spruch »love it or hate it« beworben. Dieses Motto scheint gerade für Bish Bosch zu gelten. Kernstück des neuen Albums ist das gut 20-minütige Stück SDSS 1416+13B (Zercon, a Flagpole sitter).Das geht so los:

     

    »ohhhh, ohhhh, ohhhh, this is my job, I don´t come around and put out my red light, when you work (Silence) What´s the matter, didn´t you get enough attention at home? (silence) if shit were music, you´d be a brass band …«

     

    Hier wird geschwiegen, geschrien und im Bariton vom braunen Zwerg, der den Songtitel abwarf, gesungen. Der sogenannte braune Zwerg SDSS 1416+13B fliegt mit nur 227 Grad Oberflächentemperatur durchs All und ist dabei weder Stern noch Planet. So wie das gleichnamige Stück weder Song noch Track ist. Es ist wie das gesamte Album so far out, dass man versucht ist, dem Künstler seine Textzeilen Hey buddy Give it up! Hey Pal! Come down! Join the living!zurückzuschmettern. Aber vielleicht sind das Worte von Kritikern, die er bereits in die andere Richtung schmettert. Bish Bosch soll auf Hieronymus Bosch anspielen. Dessen wohl bekanntestes Werk ist der Garten der Lüste; ein Triptychon, dessen rechter Innenflügel auch als die musikalische Hölle bezeichnet wird. Lust oder Hölle, Marmite oder nicht, das ist hier die Frage. Ob Bish Bosch avantgardistische Überleistung oder Ergebnis, Anleitung zur / Ersatz für Therapie oder einfach nur aufgeblasener Quatsch ist, muss jeder Hörer selbst entscheiden. Statt Bosch fällt mir hier die Seeschlacht von Lepanto von Cy Twombly ein. Das zwölfteilige Werk, das in der Münchner Sammlung Brandhorst zu sehen ist, löst von Begeisterung bis Kopfschütteln, Freudentränen bis gehässigen Kommentaren auf die Kunst im Allgemeinen und ihre Vermarktung im Speziellen wohl alle denkbaren Reaktionen aus. Aber unberührt verlässt keiner den Raum. Also: get bished, get bosched and eat your marmite sandwich (oder nimm die australische Variante Vegemite, die Dank Men at Work in die Pop-Geschichte Eingang gefunden hat). Tipp für Walker-Einsteiger: Vorglühen mit Scott 4 / Tilt / The drift.

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