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    Montag, 01. Mai 2017 | 08:13

    King Crimson: Larks´s Tongues in Aspic (40th Anniversary Edition) / Kluster: Schwarz (Eruption)

    15.11.2012

    Wiederentdeckungen

    Es gibt Alben, denen man ihr Alter schlicht nicht anhört. King Crimsons viertes und Klusters drittes Album sind (über) 40 Jahre alt und wirken auch heute noch mutig – und kein bisschen verstaubt. Wieder veröffentlicht – und aufgelegt von TOM ASAM.

     

    Mit Prog-Rock ist es ähnlich wie mit Folk (-Rock). Eine Generation lang schien diese Musik für Sonderlinge und Gestrige zu sein. Doch mit den Bärten kam auch die Renaissance und weitgehende Rehabilitation dieser Spielarten zurück.  King Crimson gehören gewisser Maßen zum unverzichtbaren Kanon für alle, die sich ernsthaft mit »progressiver« Rockmusik beschäftigen. Bereits mit ihrem ´69er Debüt schlugen sie ein wie eine Granate, In the Court of the Crimson King dürfte bis heute ihr bekanntestes Werk geblieben sein. Der ganz große Bekanntheitsgrad blieb der Band vielleicht gerade deshalb verwehrt, da sie sich nie auf ihren Lorbeeren ausruhte. Von Anfang an gab es unzählige Personalwechsel in der Gruppe um den Wundergitarristen Robert Fripp; und auch musikalisch blieb gleich nach dem Debüt kaum was beim Alten. Bei ihrem vierten Album Lark´s Tongues in Aspic kam Fripp zum Beispiel auf die Idee, zwei Drummer/Perkussionisten einzusetzen. Von Yes warb er Bill Bruford ab, hier eher der Mann für den straighteren Wumms. Dazu gesellte sich Jamie Muir, dessen Spiel eher von Jazz-Drummern wie Tony Williams und Billy Cobham geprägt war. Eine weitere Besonderheit ist dabei die Tatsache, dass der Tipp, Muir aufzunehmen von einem Musikkritiker des Melody Maker kam. King Crimson waren nun also eine Rockband mit zwei Drummern – und »more than three brain cells« – wie Muir es nannte. Ergänzt wurde das Line-Up durch John Wetton (Bass, Gesang) und den Violinisten David Cross. Was Fripp ein »indian type of album« nannte, war eine Steigerung in Sachen Laut-/Leise-Dynamik und eine Abkehr vom bisherigen Material der Band. Live unterwarf sich diese Formation dem Geist des Spontanen und verband Formales und Improvisation aufs Feinste. Das Publikum wusste wohl nie genau auf was es rauslaufen würde – irgendwo zwischen Rock und Free Jazz, aber doch ganz eigen, waren King Crimson zu dieser Zeit, mit einem Willen und können bezüglich Improvisation, wie man es sonst allenfalls von Can oder dem Mahavishnu Orchester erwarten konnte. Auch das Studio-Album ist vierzig Jahre später immer wieder spannend und eigen. Das einzige was daran jemals zu bemängeln war, bezieht sich auf die Aufnahmequalität, die nicht mit der Klasse der Band mithalten konnte. Die Jubiläums (Wieder-)Veröffentlichung bietet hier auf zwei CDs einerseits einen 2012 Stereo Album Mix sowie das 30th Anniversary Remaster auf CD 2. Welche Variante die endgültige ist, dürfte Geschmackssache sein, mehr dürfte aus den Originalaufnahmen nicht herauszuholen sein. Mit alternativen Mixes zweier Songs, einem alternativen Take von Book of Saturday, dem Promo Edit von Easy money und einem US Radio Ad gibt es zusätzliche Kaufanreize. Welches Album von King Crimson für Fans progressiver Rockmusik, welche diese Band noch nicht kennen, das richtige ist, kann pauschal nicht gesagt werden – an der Band an sich kommt man allerdings nicht vorbei Zum Beispiel wenn man wissen will, wo jüngere Bands, wie etwas Mars Volta oder Tool, ihre Inspirationen her haben, sollte man tätig werden.

     

    Über die Herren Schnitzler, Roedelius und Möbius war an dieser Stelle in den letzten beiden Jahren – vor allem dank der Wiederveröffentlichungen aus dem Hause Bureau B – ziemlich oft zu lesen. So auch über die ersten beiden Alben der legendären Kluster, Klopfzeichen und Zwei Osterei (LINK). In der offiziellen Werkliste des 2011 verstorbenen Musikers und Künstlers Schnitzler wird das schwarze Kluster Album, auch bekannt als Eruption, als erstes unter der Katalognummer KS 1001 geführt. Tatsächlich ist es aber das dritte Kluster Album, das nicht wie die Vorgänger im Schwann Verlag erschien – sondern als private Edition selbst bezahlt werden musste. Roedelius und Mobius waren wohl blank, so beschloss Schnitzler die Kosten für die Herstellung der 200(!) Exemplare alleine zu tragen und unter seinem Namen zu veröffentlichen. Wie viele nicht oder halb legale Editionen im Laufe der Zeit im Umlauf  waren, ist mir nicht bekannt.

     

    Eine mir vorliegende in den 90ern erschienene CD-Edition auf Marginal Talent scheint offiziell zu sein – sie ist aber vermutlich auch längst vergriffen. Nun gibt es das Album auf alle Fälle wieder, korrekt als Kluster-Werk betitelt, in CD- und Vinyl Form. Es besteht aus zwei 25 bzw. 31 Minuten langen Geräuschsymphonien, die dem Hörer einiges abverlangen, aber trotz Verzichts auf Texte leichter zugänglich sind als Klopfzeichen und Zwei Osterei. Das liegt daran, dass die beiden Eruptionen trotz aller musikalischen Freiheiten deutlich strukturierter wirken. Die vielen vorausgegangenen Live-Konzerte hatten die musikalische Ausdruckskraft des Trios erhöht, das hier seinen Höhepunkt und einen Höhepunkt in Sachen Elektroakustischer Musik überhaupt erreichte. Im Vergleich mit King Crimson bewegt sich das hier zu hörende deutlich abseits des 1971 durchaus breiten Rahmens populärer Musik. Es ist bis heute ein eindrucksvolles Dokument künstlerischer Freiheit und  Individualität!

     

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