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    TITEL kulturmagazin
    Samstag, 19. August 2017 | 00:05

    Toms Schnellgericht

    08.11.2012

    Fragen über Fragen

    Was ist ein Meereshund, was macht der Indio im Appartement, was ist ein Palindrom-Buckel und wie schmeckt der Kaffee nach der Trennung? TOM ASAM stellt sich den Fragen des Pop-Alltags.

     

    Erst mal einen Kaffee. Ja, schon wieder einer Trennungsplatte! Bernhard Eder serviert mit seinem vierten Album den Post Breakup Coffee. Der schmeckt natürlich leicht bitter – gefärbt von Selbstmitleid, Zorn und Eifersucht. Aber nach einem überraschenden Abschied (Snow Fields), erstem Trennungsschmerz (Sunday Prime time Soap-Opera) kann man sich auch schon auf Verlässliches besinnen (Ode to my friends) und nach vorne schauen, auch wenn es noch ein Long way to run sein wird. Eder ist eine wahre Entdeckung unter den deutschsprachigen, aber englisch singenden Songwritern. Er überzeugt mit sorgfältig ausgearbeiteten Songs voller Gefühl und ohne Kitsch, bei denen er auch Zeit für längere Instrumentalpassagen und leichte psychedelische Untertöne nimmt. Aktuell erfolgreiche Neo-Indiefolk-Strömungen bleiben dabei bewusst unberücksichtigt.

     

    Wunderbar passt da im Anschluss das neue Werk von Neal Halstead. Keine Ahnung, was Palindrome Hunches sein sollen, was das wichtigste Palindrom ist haben uns aber vor langer Zeit bereits They might be giants gelehrt (I plaindrome I). Ein nerviger Ich-Schreier ist Halstead mit Sicherheit nicht. Vor gut 20 Jahren war er mit Slowdive Teil der einflussreichen Shoegaze-Szene, inklusive Plattendeal beim legendären Creation Label (Jesus and the Mary Chain, My Bloody Valentine). Später folgten fünf Alben mit Mojave 3, da waren die verzerrten Gitarren von Slowdive schon Geschichte. 2002 folgte die erste Soloplatte, die zeigte wohin der Weg von nun an gehen sollte. Halstead begab sich auf die endlose Suche nach dem perfekten Song. Stimme, Akustikgitarre und Piano sind die tragenden Elemente der Lieder auf Palindrome Hunches, bei denen wiederholt eine große Liebe zu Nick Drake auszumachen ist. Passen zur atmosphärisch dichten, intimen Stimmung der Platte ist die Entscheidung, statt irgendwelcher (prominenter) Studiogäste und spektakulärer Aufnahmeorte das gewohnte Umfeld zu nutzen. Mit Mitgliedern der örtlichen Truppe Wallington´s Band of Hope entstand im Musikerzimmer der ansässigen Grundschule (die auch Halsteads Kinder besuchen) eine unspektakuläre, aber durchwegs überzeugende Herbstplatte.

     

    Vinicus Cantuaria besingt den Indio de apartamento – und zwar in dem Fall mit äußerst prominenten Gästen wie Ryuichi Sakamoto (Piano), Norah Jones (Piano) oder Bill Frisell (Gitarre). Die Zusammenarbeit mit derartigen Größen ist für den in Rio aufgewachsenen Sänger, Komponisten und Multiinstrumentalisten kein Neuland. Nachdem er in den 90er Jahren in seiner Heimat große Erfolge im Neo-Brazil-Sound zwischen Jazz und Bossa Nova erzielte, war und ist er auch in seiner neuen Wahlheimat New York längst ein sehr geschätzter Musiker. Er beherrscht es bestens, kunstvolle Musik pur und simpel erscheinen zu lassen und begeistert mit Melodie und Melancholie. Leider bietet Indio de Apartamento nur eine halbe Stunde Spielzeit.

     

    Vom portugiesischem geht es zum Spanischen. Aber eigentlich ist El perro del mar eine Schwedin, die auf Englisch singt und auf den in dieser Sprache schönen Namen Sarah Assbring hört. »Sarah, schieb mal deinen Hintern rüber«, sagte letztens unter anderem Lykke Li zwecks Kollabo –, jene Kollegin, die es über einen nervigen, Fußball-Arena-tauglichen Remix ihres Songs I follow rivers zu unerwarteten Ruhm brachte. Die Meereshündin besingt Liebesprobleme (Love confusion; love in vain), begibt sich in die Dark Night und tanzt to the beat of a dying world. Das deutet jetzt auf mehr Düsterheit hin, als die Songs transportieren. Sarah hat eher den Blick für das Licht am Ende des Tunnels, für den Sonnenstrahl zwischen den düsteren Wolken. »Airy, translusent synths melt with languid, otherworldly sounds, making this album soft and hazy«, heißt es im Infotext schön. Wobei das »otherworldly« insofern nicht ganz stimmt, da in unserer Popwelt momentan so manches Album diese Attribute erfüllt. Das große Alleinstellungsmerkmal und die ganz großen Popmomente fehlen (noch).

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