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    TITEL kulturmagazin
    Samstag, 19. August 2017 | 00:03

    Toms Schnellgericht

    01.11.2012

    Qual der Wahl

    Fluch und/oder Segen!? Die Dichte, interessanter Veröffentlichungen im Bereich der elektronischen Klänge ist fast schon beängstigend. Einige aktuelle Platten, an denen man schwer vorbeikommt, präsentiert TOM ASAM.

     

    Wer sich hinter dem letzten Jahr mit viel Aufmerksamkeit debütierenden ANSTAM verbarg, war anfangs noch unklar. Es ist, soviel ist mittlerweile bekannt, ein Berliner Produzent namens Lars Stöwe. Und der verstand es, auf Anhieb eine eigene Handschrift zu entwickeln. Stöwe versteht sich nicht als »Knöpfchendreher«, sondern ist ein Mann der Noten – und der analogen Hardware. Dispel Dance arbeitete sich 2011 vor in das Herz von ANSTAM und kam dabei auch durch düstere Landschaften. Im Kern ist dieses Herz aber ein gut gelauntes Organ, dessen Selbstgespräche er nun belauscht (Heart´s Soliloquy – mit hellen Streichern). Das Introvertierte und Emotionale liegt hier offen. Chillwavige Keyflächen und warme Töne schicken einen Morning shiver down the black wood river. Aber trotz gesteigerter Zugänglichkeit ist eine Genreverortung immer noch schwer – und Überraschungen warten an allen Ecken und Enden. Wie der Titel verspricht, kommt man hier schnell von Stöckchen zu Steinchen. Wunderbares Album; funktioniert nebenher und vor allem auch bei sehr aufmerksamem Hören bestens.

     

    Der amerikanische Produzent Daniel Martin-Mc Cormick aka ITAL legt mit Dream on sein zweites Album für das Label Planet Mu vor, das vor allem mit seinen Chicago-Footwork-Veröffentlichungen für Furore sorgte. ITAL kann man hier nicht direkt zuordnen, seine Herkunft liegt auch eher in der DIY-Hardcoreszene um das Dischord-Label. Der Ansatz, dort erworbene Sichtweisen und Errungenschaften auf das (im weiteren Sinne)Techno-Feld (zurück-)zu übertragen ist schon mal eine gute Sache. Das Album an sich ebenso. Hyperaktive Dancefloor-Momente vermengen sich mit Schrobi-Kraut-Flächengeklöppel. Tipp: Eat Shit (gemeint ist gleichnamiger Track im Waterfalls Mix) – strange shit this is!

     

    Gleiches Label – fast gleicher Name: Alan Myson aka ITAL TEK verwebt auf Nebula Dance Sci-Fi-taugliche Synthies mit hektischen Drums und 8-bit-intermezzo- Post-dub-Lofi-Piep-Footwork. Mit dem Solar sail geht es hier im Nebual dance durch den Pixel haze – immer in Motion under the steel sky. Wer dreht den Film dazu?

     

    Nach zahlreichen Veröffentlichungen auf diversen Labels ist Two das – jaaa! – zweite Album von Christopher Rau, erhältlich auf CD oder Doppel 12“. Rau versteht es, mit wenig Zutaten ein schmackhaftes Süppchen zwischen House und Electro zu kochen. Oft reicht es, beim Bass alle Viere gerade zu lassen und diesen mit repetitiven Samples zu unterlegen. Dank gebotener soulfullness und funky feeling reicht das aber schon für ein breites Grinsen, das einem auch dann nicht vergeht, wenn die Beats stellenweise broken sind. Keep it simple, keep it true! Das Motto hier.

     

    Bei Lindstrom hieß es vor Kurzem noch Six cups of rebel mit freakiger Rockattitüde für den Floor. Nun ist Smalhans Küchen- bzw. Tanzbodenmeister. Nein, hungern muss hier immer noch keiner, Minimal ist Lindstrom´s Sache nicht, er serviert Cosmic Disco und analogen Gutelaune-Techno. Dabei zeigt der Norweger Sinn für Melodien und Popappeal, nicht zufällig hat er unter anderem bereits Acts wie Glasser, Best Coast oder LCD Soundsystem remixed. Viele Akkord-Wechsel und warme Analog-Synthies sorgen für Barockes, sättigendes Futter. Die Speisekarte umfasst unter anderem Vossakorv (Schaf-Wurst in Voss), Eggedosis (Eier, Zucker + x; gerne genommen bei Kindern jeden Alters) oder Lammelaar (getrocknetes totes Viechzeug). Mahlzeit!

     

    Lonely at the top benennt der Londoner Produzent Lukid sein Album tongue in cheek, denn zu den Größen der Branche zählt er (sich) nicht. Was nichts über die Qualität sagt, denn Lukid, der schon diverse Spielarten elektronischer Musik durchdekliniert hat, überzeugt hier auf ganzer Linie. Angespornt vom Fund einer Tüte mit alten Kassetten, begann er die Arbeit an Lonely – mit einem alten Laptop, einem Macbook, einigen Synthies und einer Tape Machine. Motto: keine Gedanken über Professionalität. Was gut klingt, ist auch gut. Lukid schuf so verspielte elektronische Pop-Musik, die gleichzeitig seltsam intim und melancholisch wirkt. Fast als würde man vergessene Kassetten hören, die den Soundtrack zu einem ebenso verlegten alten Super 8 Streifen darstellen.

     

    Verträumter bis schwermütiger Gesang, elektronische, oft düstere Klangwelten und melancholisches Soul-Feeling. Stubborn Heart, das gemeinsame Projekt von Luca Santucci und Ben Fitzgerald suchen ihr Heil in der Nische im souligem Post-Dubstep (Blake, Jaar, Sbtrkt) mit leichten Anklängen an The xx. Mit Rough Trade und britischen Meinungsmachern auf ihrer Seite dürfte da im Fahrwasser des coolen Shit der letzten Jahre nicht viel schief gehen. Liegt es daran, dass der Novelty-Effekt verflogen ist, oder klingt da manches doch nur nach zurechtgebogenem Bristol-Erbe – die Begeisterung die alle zum Vergleich herangezogenen Acts heraufbeschworen, mag beim ersten Hören hier noch nicht aufkommen – drei Hördurchgänge später sieht´s dann schon anders aus.

     

    Vlad aka Monokle ist Psychologe und Hobby-Angler. Beste Voraussetzungen für den Produzenten aus St. Petersburg, mit seinem Sound Hörer zu angeln und deren Seele zu pflegen. Als Fan des legendären Warp-Labels ist er von komplexeren IDM-Tunes nicht unbeeinflusst, doch schafft er es auf Saints auch, ambiente Momente und organische Töne unter die fragmentarischen Soundpartikel zu bringen. Die erst dritte Veröffentlichung auf dem Label Ki Records ist ein veritabler Geheimtipp voller Anmut. Gelungen auch das Cover mit einer Illustration der argentinischen Künstlerin Carolina Nino.

     

    Wer dem Netz von Vlad entkommt, verfängt sich vielleicht im Spinnennetz von Strumbleine. Cherry Blossom oder Solar Flare sind passende Titel für die Mischung aus verträumten, verhuschten Klängen und synkopischen Beats. Mit Guest Vocalists CoMa und Stefallo schafft der Produzent aus Bristol mit echohaften Synthies, gefühlvollem Gesang und im Nichts verhallenden Gitarrenklängen an brandaktuelle Acts wie Burial oder Neon Indian anzuknüpfen, aber auch das Feeling von Dream-Pop-Klassikern wie Cocteau Twins oder Mazzy Star aufkommen zu lassen. Deren Fade into you – opening track des unvergessenen Albums So tonight that I might see aus dem Jahre 1993 – wird mit Steffalo gekonnt gecovert.

     

    Nicht einmal ein Jahr ist es her, dass Mouse on Mars das Album Parastrophics nach fünf Jahren Bastelei endlich fertig hatten – und nun legen sie bereits nach. WOW heißt das Album. Es ist diesmal schnell aus der Hüfte geschossen, aber längst kein Schuss in den Ofen. Die in den 90er Jahren verwurzelten IDM-Hippeleien tauchen auch hier auf wie gewohnt – angereichert mit frischen Klängen, die darauf hinweisen, dass man auch von Footwork und anderen Underground-Bewegungen gehört hat. Entstanden ist das Ganze spontaner denn je, teils mittels einer selbst programmierten I-Phone App und frischen Guests, wie der der argentinischen Girl-Punk-Formation Las Kellies. Ein Beweis dafür, dass man ruhig mal spontaner sein kann – wenn man sein Metier beherrscht. Sehr erfrischend!

    ... bis sie dann gestorben sind.

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    Die Geschichte geht weiter

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