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Peter Van Huffel´s Gorilla Mask: Howl! / Schneeweiss & Rosenrot: Pool

25.10.2012

Jazz!?

Mal tierisch, mal märchenhaft – zwei empfehlenswerte Alben für Freunde ungewöhnlicher (Jazz-) Klänge. Von TOM ASAM.

 

Alt-Saxophonist Peter Van Huffel´s Vision eines Trios war im Jazz beheimatete Improvisation mit der Energie einer Rockband zu verbinden und damit ein Publikum anzusprechen, das nicht zwingend auf einem typischen Jazzkonzert anzutreffen ist. Das ist mit Howl! gelungen. Der Albumtitel erinnert natürlich an Allen Ginsberg´s berühmtes Gedicht, Songtitel wie Dirty city, Angry monster oder fucked passen dazu ganz gut.

 

Wie auch immer, einen vergleichbaren Kulturschock kann man wohl heutzutage kaum mehr auslösen, weder mit einem Gedicht noch mit einer Platte. Trotzdem dürfte sich so manches harmonieverliebte Trommelfell ganz schön fucked vorkommen, bei den energiegeladenen Saxophon-Gewittern, die Peter Brötzmann und John Zorn in Erinnerung rufen. Dazu eine heftige Rhythmusabteilung, die teilweise wirklich rockt, gar Metaleinflüsse miteinbringt. Zwischen Improvisation und Brachialität tauchen wie aus dem Nichts Melodie-Bruchstücke auf, die seltsam vertraut wie Kinderlieder scheinen. Gut geheult, Wolf in der Gorilla-Maske! Diverse Gehörgänge werden sich letztlich freuen über die Abwechslung, wie jene »die sich in den Arsch ficken ließen von den heiligen Motorradfahrern und dabei vor Freude schrien« (Ginsberg).

 

Vom brachialen Kinderlied zum märchenhaften Jazz jenseits aller Schubladen. Ob sich Schneeweiß & Rosenrot mit ihrem Eier-Cover einen Gefallen getan haben oder sich eher selber eins gelegt haben, bleibt abzuwarten – musikalisch allerdings ist hier alles bestens ausgebrütet. Auf ihrem dritten Album Pool verlassen sich die vier Musiker nicht mehr allein auf das, was live umzusetzen ist sondern nutzen die Möglichkeiten, die ein modernes Studio bietet. Das bringt weitere Aspekte in die ohnehin schwer zu beschreibende Klangwelt der Formation, die im März den neuen deutschen Musikpreis bekam.

 

Klavier, Drums, Bass und Gesang werden durch Synthesizer, Effekte und Samples ergänzt. So wie die Band die nationalen Grenzen sprengt (die Mitglieder kommen aus Schweden, Deutschland, Luxemburg und der Schweiz – das dürfte eine einmalige Mischung sein), so sprengt die Musik Genregrenzen. Lucia Cadotsch´s Gesang und ein zwischen Klassik, Jazz und Pop agierendes Piano tragen zu einem ebenso märchenhaft verträumten wie energisch und selbstbewusst gestrickten Märchen am Rande des Jazzlandes bei. Schwer beschreibbar, sehr individuell, mutig – unbedingt reinhören!

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