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    TITEL kulturmagazin
    Mittwoch, 28. Juni 2017 | 19:32

    Toms Schnellgericht

    18.10.2012

    Mehr Sein als Schein

    Ob Jazz-Könner, Youtube-Starter oder Altrocker. Diesen Jungs geht’s um die Musik. Abgefahrene Bandnamen, filigrane Coverentwürfe? Fehlanzeige! Vorname, Nachname, Albumtitel, Photo – fertig! TOM ASAM stellt vor:

     

    Max Frankl: Home. Der 30-jährige Gitarrist kommt aus dem oberbayrischen Weilheim (Johannes Enders, Tied and Tickled Trio, The Notwist et al – remember?) und hat sich u.a. mit dem Trio Francis Drake, seiner Band Frankzone oder im großen Ensemble mit dem European Jazz Orchestra einen Namen gemacht. Und zwar in der Form, dass er dieses Jahr den Echo als »Bester Gitarrist national« einfuhr und das vorliegende Album mit namhaften Musikern wie etwa dem Tausendsassa an der Posaune, Nils Wogram, oder Pianist Pablo Held (u.a. WDR Big Band) einspielen konnte. Home ist ein feintöniges Jazzalbum eines versierten Sextetts mit Hang zur Improvisation. Instrumentale Freiheit, die im empathischen Soundgefüge der Gruppe aufgeht, ist hier die Heimat – stimmungsvoll, farbenfroh und mit hints at 70´s Fusion-Highlights.

     

    Samuel Rohrer: Noreia. Eher ungewöhnlich: Der Bandleader ist Schlagzeuger. Seine bisherigen musikalischen Aktivitäten in diversen Gefügen fanden u.a. Niederschlag in Aufnahmen beim renommierten ECM-Label. Auf seinem Debüt auf dem eigenen Label arjunamusic hat er nun Klarinettist Claudio Puntin (u.a. Fred Frith), Kontrabassist Peter Herbert /(u.a. Art Blakeys Jazzmessengers, Paul Simon) und Skuli Sverrisson (Laurie Anderson, Jon Hassal, Arto Lindey, David Sylian u.a. - that´s namedropping, man!) um sich geschart.

    Was dabei herausgekommen ist, macht dem Hörer schwache Beine: Das tiefe Soundfundament von Sverissons sechsseitigem Baritonbass in Kombination mit Hermanns Kontrabass sorgt für Erdung und Freiraum gleichzeitig. Rohrers Schlagzeugspiel ist überraschend, klischeefrei und brillant und Puntins Klarinette schickt Töne in die Landschaft, die das Herz des Hörers auf freiem Feld erlegen. Eine Genrebeschreibung ist hierbei nicht nötig und kaum möglich. Versuch: Jazz / Folklore eines unbekannten Volkes / Postrock / Neoklassik in Fusion. Egal, Hammeralbum!

     

    Michael Schulte: Wide Awake. Lockiger Jüngling entdeckt Youtube-Video einer Niederländerin, die Tears in heaven von Eric Clapton covert. »Kann ich auch«, denkt der – macht es, wird millionenfacher Klickmillionär und landet bei The Voice of Germany. Keine Ahnung, wie hoch der Anteil der potenziellen TITELaner ist, der so was mitbekommt, dem Rezensenten entgehen derartige Karrieren. Aber bei aller Skepsis sei zugegeben: tolle Stimme, professionelles Popalbum. Wer Keane und Coldplay liebt und Nachschub an großen Emotionen sucht: Anhören!

     

    Pit Przygodda: Lied. Großartiger Popstar-Name, Hammertitel, spitzen Cover! Spaß beiseite, der Mann weiß, was er macht. Vor eineinhalb Jahrzehnten hat er schon mit der Band go plus Brian (Wilson) gehuldigt und gefühligen Deutschpop zwischen Indie und Schlager gespielt, der aber die breiten Hörerschichten wohl nie erreichte- trotz Deals bei V2 Records bzw. Kitty Yo. Seitdem hat er sich mehr auf Film- und Hörspielkompositionen verlegt. Nun singt uns der Multiinstrumentalist mit der sanften Stimme mehr als ein Lied. Schöne Midtemposongs für Freunde von Blumfeld, bei der die Duette mit Mezzosopranistin Daniela Strohmann (Ich komm wieder, Liebe zwischen uns) herausstechen. Für ruhige Herbsttage.

     

    Don Felder: Road to forever. Diesen doch schon etwas älteren Knaben braucht man wohl nicht groß vorzustellen. Als Gitarrist und Sänger bei den Eagles war er Zeitzeuge des Übergangs Kaliforniens vom gegenkulturellen Peace & Love Universum zum Zentrum des hohlen Hedonismus. Für viele war die Band selbst auch Teil des Schlamassels. Die immer perfekteren Popproduktionen galten manchem als Verrat an den Country-Wurzeln und Teil einer Gigantomanie der Branche, die Punk erst als folgenden Protest herausforderte. Wie auch immer, Road to forever ist erst das zweite Solowerk des einen der beiden Eagles-Dons. Und das tut keinem weh. Wir hören AOR-Mainstream-Poprock, wie er Mitte der 80er die ganze Welt überschwemmte, inklusive relativ hohem Balladenanteil. Das ist kein Retroding, das ist auf kein Publikum hingezimmert, das ist sicher das, was Felder kann, kennt und machen will. Natürlich sind da superbekannte Gäste dabei und selbstverständlich kann der Mann immer noch bestens Gitarre spielen, die Stimme ist auch gut. Allein: Wer braucht das?

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