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    TITEL kulturmagazin
    Donnerstag, 29. Juni 2017 | 02:21

    Toms Schnellgericht

    11.10.2012

    More Freaks of Nature

    Die Natur spielt bei folgenden Neu-Veröffentlichungen nicht nur bei der Covergestaltung eine Rolle. Von TOM ASAM

     

    Keep Calm empfehlen Tobias Pötzelsberger und seine Truppe The More or The Less. Ruhe bewahren, keine Panik – das gilt zum Beispiel bei einem Erdbeben, einem beängstigenden Naturphänomen, dem der Österreicher Pötzelsberger Anfang 2010 in Chile begegnete. Mit der Stärke 8,8 war es eines der schwersten Beben, die jemals gemessen wurden. Der Musiker überlebte, während um ihn herum die Wände bebten und einbrachen. Kein Wunder, dass dieses einschneidende Erlebnis gleich im Opener Oh, Santiago des neuen Albums behandelt wird. Passenderweise rockt es da auch gleich deutlich mehr als auf dem Debüt We, the people von 2009. Dennoch gibt es weiterhin feine Akustik-Songs und jede menge Gefühl und Melancholie. Deutliche Spuren haben ph(r)asenweise John K. Samson und die Jungs von Weakerthans hinterlassen. Ja, wenn man sich die bildgewaltige Vorgehensweise dieser emotionalen Postpunker gekreuzt mit der Suche nach der perfekten Melodie und der Fragilität der Landsmänner von The More or the LessNaked Lunch – vorstellt, hat man einen ganz guten Eindruck davon, wie dieses empfehlenswerte Scheibchen klingt.

     

    Während das Cover zu Keep Calm puren Gebirgsstein zeigt, sprießt bei Ryan Bingham immerhin ein Baum aus felsigem Grund. Passender Name: Tomorrowland. Aber so sicher ist sich Bingham nicht, dass die Zukunft der Menschheit allzu vielversprechend sein wird. Besonders mit Blick auf seine Heimat, die USA. Bingham trägt seine Songs nicht vor mit etwas, dass man eine schöne Stimme nennen würde. Er heult und greint und erinnert mit seiner Ausdruckskraft stellen weise an Dylan, während einige Songs doch eher an den guten Bruce Springsteen erinnern. Wie dieser hat auch Bingham einen Blick für das Leben der »normalen Leute«. Angesichts der zerrissenen Mittelschicht seiner Heimat benennt er die Schattenseiten des Systems:

     

    »How in the hell can we progress
    If we're all out of work hooked on pills for stress
    They tell us, up in heaven there is food for eat
    But for now all we get is this shit on the street
    For in this world we just can't trust
    And food stamps filling our bellies up
    Homeless kids on forgotten roads«

     

    Der für seinen Song The weary kind aus dem Film über einen abgehalfterten Country-Star, Crazy Heart, mit Oscar und Grammy ausgezeichnete Bingham dürfte auch für dieses Album die Aufmerksamkeit auf seiner Seite haben. Und das ist gerechtfertigt. Denn sein zwischen melancholischem Singer-/Songwriter- Stoff und heftigen Blues- und Rockeruptionen schwankender Sound wirkt jederzeit kraftvoll und glaubwürdig, das Songwriting ist überzeugend. Um sein eigenes tomorrow muss sich Bingham wohl weniger Sorgen machen, als um sein Land.

     

    Jason Lyte macht sich mit Bauarbeiter-Outfit auf in die Berge und besingt das Matterhorn oder das Last Problem of the Alps. Aber darüber wundert man sich nicht weiter, weiß man, dass Lyte der Frontmann der verschrobenen Kritikerlieblinge Grandaddy war. Deren letztes Album Just like the fambly Cat hatte er schon alleine zu Ende gestellt, als die Band sich auflöste. Wohl etwas ermüdet vom ständigen Touren und etwas enttäuscht vom – trotz sich vor Lob überschlagenden Kritiken – ausbleibenden Mainstream-Durchbruch, verzog sich Lyte aus seinen Heimaten Kalifornien und Bandgefüge nach Montana – um solo weiterzumachen. Auch auf seinem zweiten Solowerk Dept. of disappearance setzt er die Grandaddy-Tradition akustische Instrumentierung und elektronische Spielereien auf eine ganz besondere Art zu verbinden, fort. Allzu weit entfernt sich die Mischung aus spacigem Folk, Synthie-Sound und einer Prise Neil Young nicht vom Stammhaus. Und Achtung: Tatsächlich sind Grandaddy – zumindest für (einige) Liveauftritte gerade wieder vereint.

     

    Sea + Air geben sich nicht nur mit ihrem Bandnamen naturverbunden. Sie fragen: Do animals cry und besingen The heart of the rainbow. Ihr Lieblingsinstrument scheinen sie im Garten zu spielen. Bei dem auf den ersten Blick das Auge verwirrenden Cover handelt es sich um ein in alle Richtungen gespiegeltes Foto eines Cembalos vor Obstbäumen. Und auf diesem Instrument, das vor allem von Johann Sebastian Bach geliebt wurde, wurde My heart´s sick chord geschrieben –für ein Popalbum ziemlich ungewöhnlich.

     

    Aber Sea + Air sind auch anders; es handelt sich hierbei um ein Duo, bestehend aus einer griechischen Folkloretänzerin, die als Kind heimlich singen musste und einen deutschen Komponisten, der keine Noten lesen kann. Eleni und Daniel verknüpfen barocke Melodie-Liebe mit brillantem Harmonie-Gesang zu purer Singer-/Songwriter-Schönheit. Sea + Air haben in der Vergangenheit bereits als Support für Sufjan Stevens, José Gonzales, Wovenhand und weitere namhafte Acts gespielt und zwei Spielfilm-Soundtracks eingespielt. Mit My heart´s sick chord sind sie in diesen Tagen wieder on the road.

     

    Sera Cahoone steht nicht im Wald – sie sitzt. Und besingt den Deer Creek Canyon, einen Naturpark in ihrer Heimat Colarado. Cahoone begann als Drummerin und spielte unter anderem das Debüt der Indiefolk / Dream Pop-Truppe Band of Horses ein. Wie diese lebt die Singer-Sonwriterin lange schon in Seattle und ist nun auch beim legendären SupPop Label unter Vertrag. Dort setzt man seit Jahren auf ein eine größere Stilvielfalt, satt Grunge hört man längst diverse Americana. Auf ihrer dritten Soloplatte hat Cahoone deutlich mehr Vertrauen in ihre Stimme gefunden. Deer creek canyon ist eine wunderschöne, über weite Strecken melancholische Herbstplatte einer auf die 40 zustrebenden Frau, die sich auf ihre Wurzeln besinnt und Zwischenbilanz zieht. Heimweh, zerbrochene Freundschaften, das Auf und Ab in Liebesbeziehungen und die Kraft der Reduktion werden besungen, warm und eindringlich dargeboten mit akustischen Gitarren und Banjo.

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