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    TITEL kulturmagazin
    Donnerstag, 29. Juni 2017 | 02:21

    Toms Schnellgericht

    04.10.2012

    Electric / Eclectic

    Elektronische Musik zwischen fricklig, düster und versponnen. Von TOM ASAM

     

    Rich Aucoin ist etwas anders unterwegs als andere. Zum Beispiel mit dem Rad durch seine Heimat Kanada. Im Auftrag einer Wohltätigkeitsorganisation – dabei bat er nicht nur um Geldspenden, sondern auch um Beiträge für sein neues Album. Mehr als 500 Musiker brachten sich ein, größere und kleinere Stars der kanadischen (Indie-)Pop-Szene. So entstand eine wahre Wundertüte von einem Electro-Pop-Album. Ein Songtitel wie Watching Herzog and listening to the Idiot deutet es an: anders, aber nur vom Feinsten! Bunter Pop mit vielen Chören und Spielereien. Da will Wilson gehuldigt sein: Brian Wilson is ALIVE weiß Aucoin, und die Legende meldete sogar sich via Twitter auf das entsprechende Video – ja eine Affinität zu Film und Hollywood gibts hier auch. Wer auf spaßige Live-Konzerte mit Konfetti und Crowd-Surfing steht, achte auf die Deutschland-Termine im November. Sollte sich lohnen!

     

    Spätestens mit seinem letzten Album Cosmogramma und als Karrierepusher von Gonja Sufi und Gaslamp Killer hat Steven Ellison aka Flying Lotus sich unsterblich gemacht. Mit Until the quiet comes legt der Mann, der L.A. wieder massiv auf die Karte brachte, nun nach. Laptop-Künstlereien, filigraner Bass, Glöckchen und Harfe – so weit, so gut, so gehabt. Erykah Badu, Laura Darligton und Thom Yorke als Gäste – keine Überraschung. Das vierte Album des Beatbastlers mit Hang zum Fake-Free-Jazz kann man bei den ersten Durchläufen wohl noch nicht voll und ganz würdigen, wenn man den Vorgänger für eines der besten Alben der letzten Jahre hält. Das sagt aber vielleicht nichts darüber aus, wie es in ein, zwei Wochen aussieht. Dann erst stellt sich vermutlich heraus, dass es durchaus der richtige Move war, den Freak-Faktor nicht auf Teufel komm raus überzubetonen, sondern insgesamt etwas weniger auf Überraschungen, dafür umso mehr auf Sound zu setzen – mitunter balladesk, Piano und Streicher auch nicht verschmähend, im Schnitt etwas introvertierter und entspannter als zuletzt. Und Tante Alice würdigend. Aber keine Angst: Das ist so oder so abgefahren genug – und Pflichtkauf!

     

    Eklektisch auch die Sounds von DJ Vadim. Das Teilzeit-Member der Kiwi-Groove-Monster von Fat Freddys Drop haut bereits sein sechstes Album raus. Die Geisteshaltung des Hip Hop gepaart mit soulful Chill-Attitüde und Spaß an Bass-betriebenen Elektronik-Sperenzchen – das funzt noch immer tadellos! Krisen im Allgemeinen, allerorten, abkackende Musikindustrie im speziellen; DJ Vadim meint da: Don´t be scared! Trotz nachdenklicher Zwischentöne überwiegt der Spaß. Und den hat man bei dieser individuellen Tanzmusik auch garantiert. Neben den Beats glänzen auch diverse Vocal-Beiträge: Yara Bravo, Sabira Jade und Rapper Pugs Atomz don´t be scared!

     

    Auch schon lange am Start: Kosheen aus Bristol. Lange an der Leine der Platten-Majors – jetzt heißt es wieder: Independence! Popsong und Drum & Bass gehen hier gewohnter Maßen eine Symbiose ein. Auf neuere Trends der Bass-Musik versucht man hier erst gar nicht einzugehen. Das kann man fad finden, es wirkt hier aber eher ehrlich und authentisch. Bristol steht für die 90er- und so klingen Kosheen eben auch. Könnt morgen schon wieder hip sein. Wahrscheinlich eher nicht, aber: who cares? Selber eine Meinung bilden!

     

    Eine Legende der Zwischenräume ist seit 20 Jahren Deison, dessen Musik unter anderem auf Split-Releases mit Thurston Moore oder Scanner auftauchte. Auf Quiet Rooms betreten wir gemeinsam mit dem Musiker, verlassene Hotelzimmer. Die Tracks Room 1 bis Room 4 basieren auf Field Recordings aus dem Reich der Stille zwischen Venedig und L.A. Türen gehen auf und zu, Wasserhähne quietschen, Telefonanrufe verlieren sich im Nichts und Katzen miauen. Die Bearbeitung der Field Recordings, die Ergänzung um geheimnisvolle Synthieklänge, dient eher der Erforschung der Psyche des Hörers als der Stimulanz seiner Tanzbereitschaft. Spooky Shit, bei dem Nicholson immer im Geiste mitgrinst.

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