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    TITEL kulturmagazin
    Samstag, 19. August 2017 | 00:02

    Keiki: Popcorn From The Grave / Father Murphy: Anyway Your Children Will Deny It / Deerhoof: Breakup Song

    04.10.2012

    Aneckpop

    Pop muss ja nicht immer bequem sein: Mit Keiki, Father Murphy und dem neuen Album von Deerhoof hat KRISTOFFER CORNILS drei Beispiele für astreinen Aneckpop gefunden. Passt sich nicht ein und ist manchmal sogar etwas gruselig.

     

    Für Keiki zumindest scheint jeder Tag Halloween zu sein. Mit Cheap Satanism haben sie da auch das richtige Label gefunden. Auf dem verspritzten ja zuletzt Joy As Toy  jede Menge musikalisches Kunstblut. Mit dem ausgefeilten, klischeevernarrten Zombie-Rock ihrer Labelmates kann Popcorn from the grave jedoch lange nicht mithalten. Obwohl das Brüsseler Duo hier und dort knarrende Synthies und ein ätherisch flötendes Theremin in den Mix schmeißen, illustre Gäste (Pete Simonelli von Enablers und Oxbow-Mitglied Eugene Robinson tragen Sprech- beziehungsweise Gesangparts bei) geladen haben und sich um ein zackiges Songwriting bemühen: Keiki lassen eher an einen missglückten Kindergeburtstag denken als an ein Blood- & Gore-Fest. Mit gequetschten, affektierten Stöhn-, Ächz- und Zittervocals kann man ebenso schwer einen Blumentopf gewinnen wie mit einfallslosen post-punkigen Gitarrenriffs.

     

    Hokus Pokus

    Etwas unheimlicher geht es schon bei Father Murphy zu. Der Italiener, der bereits mit Xiu Xiu gemeinsam veröffentlicht hat, zaubert mit spartanischen Melodien und eindrücklich-gepresstem Gesang eine düstere Atmosphäre. Spätestens, wenn die Orgel loslegt, setzt eine Murnau-eske Stimmung ein. Mit seiner mittelalterlichen Gravität und dem Hang zur Morbidität erinnert Anyway, your children will deny it leicht an den Kollegen von Extra Life, ohne jedoch dermaßen aufdringlich zu sein. Father Murphys Problem liegt woanders: Mehr als einen Song lang kann er die Stimmung nicht halten und reproduziert denselben Hokus Pokus inklusive Störgeräusche und sonstigem mumbo-jumbo – die Streichersamples aus In Praise Of Our Doubts erinnern übrigens stark an den einen oder anderen Blockbuster-Soundtrack – in allen weiteren Tracks. Das hört sich zwar nicht identisch an, klingt aber wahnsinnig einfallslos und damit auch unspannend. Schade, für einen oder zwei Albträume wäre dieses Album sicherlich gut gewesen.

     

    Übertriebener Schwanengesang

    Als Deerhoof auf ihrem letzten Album noch Vs. Evil kämpften, hauchte Satomi Matsuzaki schüchtern: »What is this thing called love?«. Die Frage scheint zwischenzeitlich eine niederschmetternde Antwort erhalten zu haben: Das mittlerweile elfte Studioalbum der Band aus San Francisco trägt schließlich den Titel Breakup Song. Vielleicht also passierten in dem guten Jahr zwischen beiden Platten also einige herzzerreißende Dinge – vielleicht aber wollen Deerhoof ja zum Ausdruck bringen, dass sie mit dem poppigen Sound des Vorgängeralbums brechen wollten. Aufgekratzt und alles andere als schüchtern klingen die elf neuen Songs. Drum-Kapriolen, zerfetzte Songstrukturen und schräge Sounds sind auf Breakup Song eher zu hören als zuckersüße Hooklines. Ausnahme und klares Highlight stellt da nur das finale Fête d’Adieu dar. Mit Pixies-Gedenkgitarre und einem wahnsinnigen Ohrwurm von Refrain sticht der leicht verspätete Sommerhit allerdings klar aus den etwas angestrengten Tracks, von denen noch der Cha-Cha-Cha-inspirierte The Trouble With Candyhands wirklich überzeugen kann, heraus. Ein etwas übertriebener, verkopfter Schwanengesang

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