• losttorrent
  • richtorrent
  • pushtorrent
  • Titel-Magazin
    TITEL kulturmagazin
    Montag, 22. Mai 2017 | 23:21

    Toms Schnellgericht

    27.09.2012

    Lady´s voice

    Eine erstaunliche Anzahl bemerkenswerter Alben, auf denen Sängerinnen zwischen melancholischer Grundstimmung, Sehnsucht und Lebenslust oszillieren, erscheint dieser Tage. Gehört von TOM ASAM.

     

    Mit zwei Alben hat sich die junge Schweizerin Sophie Hunger schon eine ungewöhnliche Position erspielt. Sie hat die Sicherheit gewonnen, Neues auszuprobieren und den Status, erfahrene Musiker um sich zu scharen. So ging es für The danger of light nach einer ersten Aufnahmesession im gewohnten Bandumfeld in Frankreich weiter nach L.A. Dort schlug Produzent Adam Samuel (u.a.: Warpaint, Daniel Lanois) vor, live aufzunehmen, und zwar mit Musikern wie Josh Klinghoffer (Gitarre; RHC Peppers, PJ Harvey) oder Nathaniel Walcon (Piano/Trompete; Bright Eyes). Zurück in der Schweiz wurden die Aufnahmen durch die Hunger Band ergänzt. Angespornt durch die gelungenen Steilvorlagen der Gastmusiker, wurde die Extraportion Power und Seele motiviert; neben der tollen Stimme von Sophie überzeugt besonders die zwischen Jazz- und Blues-Einflüssen brillierende Posaune von Michael Flury.

     

    Schließlich gab es eine weitere Session in Montreal, bei der u.a. David Payant (Drums) von den tollen Thee Silver Mt. Zion dabei war. Diese Aufnahmen sind separat als Anhängsel in der Deluxe Edition enthalten. Aber auch die elf Songs der normalen Ausgabe sind schon großartig. Titel wie Das Neue und Take a turn verraten nicht nur, dass hier in mehreren Sprachen gesungen wird (inklusive Schweizerdeutsch in Z´Lied vor Freiheitsstatue), sondern deuten auch das Leitmotiv – Wille zur Bewegung und zur Veränderung – des Albums an. Zwischen nachdenklich und aufgekratzt bleibt hier auch alles im Fluss, die gelungenen Songs wirken trotz vieler Einfälle nicht überladen und erinnern mit transparentem wie druckvollem Sound bestmöglich an die herausragenden Liveauftritte der Truppe.

     

    Auch für Kat Frankie ist Please don´t give me what I want das dritte Album. Die androgyne Australierin lebt seit 2004 in Berlin und betrachtet Musik mittlerweile nicht mehr als Ausgleich zu ihrem Beruf als Innenarchitektin, sondern als full time obsession. Frankie tritt mit mehr Selbstbewusstsein auf, zeigt Mut zu mehr Komplexität, mehr Intensität – aber auch zu mehr Pop. Dabei steht die Stimme mit wandelnden Phrasierungen, Tempi und Spielereien bezüglich Aufnahmetechnik stets im Mittelpunkt. Bei Requim for a dream sang sie in einem langen Korridor in Richtung des meterweit entfernten Mikrofons. Der von Der Hund von Baskerville und Wuthering heights beeinflusste Song Der Ertrag, ist ihr erster in Deutsch. Während einem stimmlich der Gedanke an PJ Harvey wiederholt auftaucht, ist auch instrumental einiges geboten. Vom Harmonium aus Indien namens ›Bina‹ über Klavier bis zu stimmungsvollen Bläsern werden die meist ruhigen, melancholischen Stücke getragen.

     

    Ebenso in Berlin lebt Andrea Schroeder, deren Debut Blackbird emotional die Weite des amerikanischen Südwestens mit der kühlen Einsamkeit des europäischen Nordens verbindet. Die raue aber eher gehauchte Stimme scheint von Streichern, subtilem Guitar-Picking und dezenten Orgeltönen durch die Landschaft getragen zu werden. Kongenial ergänzt wird Schröder vom Dänen Jesper Lehmkuhl, der am Songwriting beteiligt war und an Gitarre und Bass überzeugt. Aber auch Produzent Chris Eckman brachte sich voll mit ein und übernahm instrumentale Aufgaben. Dass dieser bereits mit The Walkabouts gearbeitet hat, kann hier durchaus als Orientierung angesehen werden. Schönes Debüt!

     

    Nun geht es wirklich in den Norden. Die Norwegerin Kari Bremnes hat in den letzten 25 Jahren 14 Alben aufgenommen und hat in ihrer Heimat einen Status, den hierzulande wohl niemand mit einer derart fragilen und subtilen Mischung aus Jazz, Folk und Singer-Songwriter-Pop erlangen könnte. Og sa kom resten av livet beginnt mit E du nord stilgerecht mit einer Ballade, die das Gefühl der Einsamkeit des dunklen Winters im Norden spiegelt. Weiter geht es mit einem von Dylans Not dark yet inspiriertem Stück – auch hier spielt die existentielle Einsamkeit eine Rolle. Ob düstere Themen, ob Erinnerung an Sommertage und den Geruch von Blaubeeren (Denne Veien) oder Mut machende Erinnerung daran, dass ein Wechsel der Perspektive im Zwischenmenschlichen Wunder wirken kann (Nytt imellom oss): Kari Bemnes bezaubert immer wieder aufs Neue – und erlaubt sich auch mal aus ihrer formalen Strenge auszubrechen, etwas beim straighten Uptempo-Popsong Mann pa rommet. Ganz großartig! Vormerken: im November auf Deutschlandtour.

     

    Noch mal zurück nach Berlin, wo die afroamerikanische Musikerin Meshell Ndegeocello geboren wurde. Diese arbeitete schon mit einer Vielzahl großer Musiker zusammen: u.a. Chaka Khan, Prince, Madonna, Rolling Stones, Paul Simon oder David Bowie – unglaublich! Neben ihrer zwischen Gesang und Rezitation wechselnden Stimme ist auch ihr Bass-Spiel herausragend, sie spielt aber auch Gitarre und Keyboard. Für ihr zehntes Album hat sie sich keine Geringere als Nina Simone vorgenommen. Ob Traditionals (Feeling Good), von Simone geschriebene Songs (Real Real), oder der Ikone auf den Leib geschneiderte Hits (Giftes and Black) – Pour une ame souveraine ist eine einzige dedication to Nina Simone. Unterstützt unter anderem von Sinead o´Connor, Lizz Wrigh oder Cody ChesnuTT, liefert Meshell eine inspirierte, mutige und kurzweilige Hommage an eine der ganz großen Stimmen (auch bezüglich des Kampfes gegen Rassismus in den USA) des 20. Jahrhunderts ab. So was kann ja auch leicht in die Hose gehen.

     

    Noch eine große auf den Spuren noch größerer: Bettye LaVette feiert dieser Tage ihr 50. Jahr im Show-Business! Das wird begangen mit der Autobiographie A Woman like me und dem lebensweise betitelten Album Thankful N´Thoughtful. Die Lady mit der Stimmpower einer Etta James und einem intensiven Lebenslauf ähnlich einer Tina Turner knöpft sich Songs so unterschiedlicher Interpreten wie Sly Stone, Bob Dylan, Neil Young, Tom Waits oder The Pogues vor, um sie zu ihren eigenen zu machen.

    ... bis sie dann gestorben sind.

    Wenn Comics sich klassischen Märchenmotiven widmen, dann tun sie das meist in Form einer eher überzogenen Parodie. Selbst wenn sich dahinter so viel Sophistication verbirgt wie hinter ...

    Die Geschichte geht weiter

    Wieder ein Weltbestseller – Carlos Ruiz Zafóns Roman Der Gefangene des Himmels. Von PETER MOHR

    Psychothriller mit doppeltem Deutungsboden

    Alles beginnt ganz harmlos. Mit einem Schulaufsatz, in dem der französische Oberstufenschüler Claude (Ernst Umhauer) von einem Besuch im Haus seines Klassenkameraden Rapha berichtet. ...

    Der Spielplatz macht zu

    Nach drei Ausgaben wird das Games-iPad-Magazin Spielplatz wieder eingestellt. Was dahinter steckt, wollte RUDOLF INDERST im Gespräch mit den beiden Machern Henning Ohlsen und Mark ...

    Wer will fleißige Handwerker sehn

    Der Künstler und ehemalige Hartz IV-Empfänger Van Bo Le-Mentzel hat zusammen mit seiner Crowd ein DIY-Forum geschaffen und mittels Schwarmfinanzierung auch gleich ein Buch drucken lassen. ...

    Seitenhiebe

    Auf ihrem nächtlichen Heimweg werden Anne und René Winkler (Natascha Paulick, Stefan Kurt) von drei jungen Männern attackiert und brutal zusammengeschlagen. Die Polizisten Phillip ...

    NJ Institut for sundhed og senior services køb cialis online sundhedspleje forsikringsudgifter