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    TITEL kulturmagazin
    Samstag, 27. Mai 2017 | 19:34

    Talvihorros: Some Ambulance / Talvihorros: Music In Four Movements / Oneirogen: Hypnos / Oneirogen: Veni Nox Anima / Switchblade: 2012

    27.09.2012

    Fünf auf einen Streich

    Kurz bevor am ersten Oktoberwochenende das nächste Swingfest beginnt, bürden sich die Organisatoren und Betreiber von Denovali Records, Timo Alterauge und Thomas Hack, noch klein wenig mehr Arbeit auf: Zwei Mal zwei Neuveröffentlichungen und ein brandneues Release erschienen vor Kurzem. KRISTOFFER CORNILS hat sich Talvihorros, Oneirogen und Switchblade angehört.

     

    Quasi im Alleingang ein ganzes Festival stemmen und dann noch fünf Platten auf einmal veröffentlichen – geht’s noch? Offensichtlich schon, denn tatsächlich steht eigentlich noch viel mehr auf dem Plan: Ein Live-Album von thisquietarmy , die Vinyl-Veröffentlichung von Thomas Köners Novaya Zemlya, ein neues Album von den trippigen Elektonica-Jazzern Hidden Orchestra plus eine Neuauflage von deren mittlerweile vergriffenem Debüt stehen in den Startlöchern. Bereits ankündigt wurde außerdem ein neues Album der italienischen Dekonstruktionsmetaller Lento  sowie eine – diesmal rein instrumentale – neue Platte von Blueneck.

     

    Komprimierte Symphonien

    Immerhin: Ben Chatwin alias Talvihorros kommt den beiden Workoholics entgegen: Die Aufnahmen seiner beiden Alben Some Ambulance und Music In Four Movements sind bereits vor drei beziehungsweise zwei Jahren als kleine CD-Auflagen veröffentlicht worden. Zwei Wegmarken in einer rapide wachsenden Diskografie. Chatwin scheint seinen neuen Partnern in Sachen Arbeitseifer in nichts nachzustehen, konnte er doch erst kürzlich eine Split mit Ekca Liena (alias Daniel W J Mackenzie) auf TQA Records  unterbringen.


    Weit mehr ist über Chatwin kaum herauszubekommen. Außer, dass er zusätzlich zu seinem Soloprojekt noch Mitglied der psychedelisch-sphärischen Indie Rocker Inca Gold ist. Und vor allem das sphärische Moment regiert auch den Sound Talvihorros‘. Offensichtlich versteht er sein Soloprojekt als Spielwiese in der Schnittmenge zwischen Eletronik, Ambient und Gitarrenmusik, folgerichtig tragen die einzelnen Tracks auf dem 2009 erschienenen Some Ambulance Titel wie Etude IV oder Handwriting(Part I)Chatwin ist auf der Suche nach seiner künstlerischen Handschrift und probiert alle ihm zu Verfügung stehenden Möglichkeiten aus. Dezente Beats, sanfte Bässe, hier und dort Glockenklingeln und Feldaufnahmen. Some Ambulance – dessen Titel sicherlich nicht von ungefähr an das Wort »somnambulism«, »Schlafwandel«, erinnert – ist ein beinahe überforderndes Erlebnis. Die Tracks mögen nur dreieinhalb bis acht Minuten lang sein und damit – vergleichsweise – kompakt, trotzdem klingen sie wie komprimierte Symphonien. Mal beeindruckend, mal gerade noch im Rahmen des Verträglichen.


    Music In Four Movements setzt hingegen auf düsterere Klänge und zeigt Chatwin als Drone-Künstler, der sich viel Zeit nimmt, um seine Stücke auszubreiten. Die Zurückhaltung zahlt sich aus: Die intensiven Momente in Thoughts Of Violence suchen in Sachen Intensität ihresgleichen. Mit seinem 2010 veröffentlichten Album hat Chatwin einen zurückhaltenderen, aber umso wirkungsvolleren Kontrapunkt zum Vorgängerrelease gesetzt. Es bleibt abzuwarten, welche Richtung Chatwin in Zukunft einschlagen wird, spannend dürfte es so oder so werden. Wessen Interesse geweckt wurde, muss sich übrigens ranhalten: Beide Alben sind streng limitiert, nur 350 Exemplare sind jeweils erhältlich.

     

    Abgründiger Trip

    Genauso sieht es im Fall von Hypnos und Veni Nox Anima aus, die nun beide in einer kleinen Neuauflage auf Vinyl gepresst werden. Nach seinem Debütalbum auf John Zorns Label Tzadik veröffentlichte der New Yorker Multiinstrumentalist Mario Diaz de Leon das mächtige, metalbeeinflußte Hypnos und die drei dronelastigen Tracks von Veni Nox Anima unter seinem eigenen Namen, bevor er sich für das Pseudonym Oneirogen entschied. Passenderweise: Mit »traumerzeugend« könnte man das aus dem Griechischen stammende Wort übersetzen. Tatsächlich handelt es sich bei beiden Alben um einen abgründigen, psychedelischen Trip in zwei Teilen


    Auf Hypnos rollen gewaltige, verzerrte Gitarrenriffs wie eine Flutwelle durch sonst eher karge Synthieflächen, vereinzelt tauchen triste Klarinettenklänge im Mix auf, zucken karge Arpeggi über den weit entfernten Horizont. Ein unheimlicher Strudel, den Diaz de Leon kreiert. Strukturell auf das Notwendige reduziert und keineswegs überladen – aber von markerschütternder Wuchtigkeit.

     

    Stehen sich schon bei Talvihorros zwei Alben scheinbar diametral gegenüber, legt es Oneirogen mit Veni Nox Anima gerade darauf an, einen bewussten Kontrast zum Vorgängeralbum zu schaffen. Auf drei Tracks mit einer Gesamtlänge von gut 18 Minuten kommt die krachige Seite von Diaz de Leons Schaffen zum Tragen. Wie gigantische Blöcke stehen die Noise-Riffs auf Excoriate im Raum, unerträglich statisch und brutal. Auch auf Reveal wird eine staubtrockene, repetitive Gitarrenmelodie nach und nach von einer eiskalten Wall of Sound verschluckt. Das neunminütige Titelstück bildet dann das tiefschwarze Finale dieser Platte, die mehr als ein bloßer Appendix zu Hypnos ist. Ein toller Doppelpack mit bewusstseinserweiternder Qualität.

     

    Apokalyptisches Meisterstück

    Mit Switchblade kämen wir nun zum ersten neuen und dementsprechend mit großer Spannung erwarteten Release. Nur, um das klarzustellen: Die Rede ist von den schwedischen Metallern – nicht von an australischen. Die warfen erst letztes Jahr das Handtuch und überließen den Bandnamen endgültig dem skandinavischen Duo. Richtig, Duo: Anno 2012 sind Switchblade nur noch zu zweit. Obwohl das Cover, auf dem nur die Instrumente und Verstärker der Doom Metaller zu sehen sind eher Minimalismus erwarten lassen: Weder waren es die Aufnahmesessions für Gitarrist Johan Folkesson und Drummer Tim Bertilsson, noch das fertige Endprodukt, das sechste Studioalbum der Band, schlicht nach seinem Erscheinungsjahr betitelt.

    Denn immerhin schauten Per Wiberg (unter anderem bei legendären Bands wie Opeth, Spiritual Beggars und Candlemass tätig gewesen), The Cuckoo (der maskentragende Frontmann Terra Tenebrosas), David Johansson (der sich mit Kongh in der direkten musikalischen wie auch regionalen Nachbarschaft Switchblades austobt) und kein geringerer als Lord Seth alias Jonas Renske (Mitbegründer, aber mittlerweile nur noch Ex-Mitglied von Katatonia) im Studio vorbei und trugen ihren Teil dazu bei, dass 2012 genauso mächtig klingen kann wie noch zu Zeiten, als Bassist und Sänger Anders Steen das jetzige Line-Up Switchblades ergänzte


    Dabei hätten es die mächtigen Riffs Folkessons und das druckvolle Drumming Bertilssons gar nicht einmal nötig: Ihr Sound würde auch ohne jeglichen Zusatz seinen apokalyptischen Charakter bekommen. Wenn Folkesson auf der Gitarre minutenlang ein paar karge Töne variiert, klingt das immer noch beeindruckend, grandios. Grandioser allerdings noch, wenn Wiberg die Hammond-Orgel aufdreht und die Gastsänger um die Wette flüstern, knurren, keifen, croonen, brüllen und grollen. Ein mächtiger Brocken, ein apokalyptisches Meisterstück einer großen Band, bei denen weniger ganz offensichtlich mehr ist.

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