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    Samstag, 19. August 2017 | 16:54

    Gatherer: So Be It / The Night Terrors: Monster/Laser For Eyes / Cocks Arquette: Cocks Arquette

    06.09.2012

    From the Southern fucking hemisphere

    »You’re from the Southern fucking hemisphere«, heißt es im Gatherer-Track Camp Creative. Tatsächlich hat die Band ihren Ursprung auf der südlichen Halbkugel, genauer gesagt Neuseeland. Nach einer Übersiedelung nach Melbourne bewegt sie sich nun in der Nachbarschaft von The Night Terrors und Cocks Arquette. KRISTOFFER CORNILS hat sich die Krachmacher von unten drunter angehört.

     

    Zuletzt bewiesen uns ja A Dead Forest Index, dass sich die australische Dunkelpop-Szene sehen lassen kann. Deren australisches Label, OSCL Records, wird unter anderem von Damian Coward geleitet. Der spielte nicht nur bei den durchgeknallten Chaoscorelern von Love Like… Electrocution Schlagzeug, sondern trommelt bei den mächtigen Heirs. Zusammen mit seinen Heirs-Bandmates Miles Brown und Laura Bradfield sowie Nedd Jones lebt er bei The Night Terrors seine Vorliebe für quietschende Synthesizer, spooky Theremin-Sounds und knackiges Drumming aus. Nach einem letzten Lebenszeichen im Jahr 2009 in Form des Albums Back To Zero liefert die Band mit der EP Monster/Laser For Eyes einen kleinen Vorgeschmack auf neues Material ab. Der Opener Monster kommt gleich in dreifacher Form: Ash Wednsday verpasst dem Track ein gleichermaßen verzerrtes wie elektronisches Kleid, Antoni Malovvi opfert in seinem Remix die Zackigkeit zugunsten schwerfälliger Beats. Die drei folgenden Instrumentals Laser For Eyes, Meteor Shower und Somnambulist erweitern die Klangpalette der Night Terrors um 8bit-Sounds, treibend-funkige Bassriffs und hymnenhafte Elemente. Insbesondere auf Somnambulist hat das Theremin Browns seinen großen Moment und beschert der Platte einen stadionrockaffinen Hit. The New Wave of Australian Synthie Kraut? Vielleicht. In jedem Fall aber ein spannendes, kauziges Projekt und eine überzeugende, eigensinnige Platte.

     

    Krachiger Katarakt

    Ebenfalls auf OSCL (in Zusammenarbeit mit FTU Industries) erscheint das Debüt von Cocks Arquette. Ob die ehemalige Friends-Schauspielerin Courtney Cox von der Verhunzung ihres ehemaligen Namens weiß, ist nicht überliefert, allzu erfreut würde sie jedoch nicht sein. Ob die Musik des Quintetts sie versöhnlich stimmen dürfte? Auch fraglich, denn der noisige Post-Hardcore mit seinen jazzigen, John Zorn-esken Anleihen ist schwer zu schlucken. Nach einem einminütigen Intro geht es auf einen 37minütigen, erratischen Trip. Cocks Arquette ist ein krachiger Katarakt von einem Album, live aufgenommen und nicht weiter nachbearbeitet. Eine Explosion weicht der nächsten und irgendwann verläuft jeder der drei Songs garantiert in harschen Noise-Attacken, bevor ein Motorik-ähnlicher Beat die Fahrt aufnimmt. Eine Herausforderung, sicherlich, manchmal aber auch etwas zu viel des Guten.

     

    Auf Hochglanz polierter Flickenteppich

    Gatherer geben sich schon etwas mehr Mühe, ihr Publikum in Sicherheit zu wiegen. Die ist aber eine trügerische, denn nach dem düsteren, sanften Chamber Pop des Openers International Getaway folgt mit Mr. die abrupte Eruption. Der ambivalente Auftakt von So Be It charakterisiert das Album bestens, denn auch das scheint nur vordergründig zu wissen, in welche Richtung es gehen soll. In den zwei Jahren Entstehungszeit des Albums haben sich 12 Songs angesammelt, ein auf Hochglanz polierter Flickenteppich der Stilmixe. Treibende Hits wie das tolle Regular Frontier sind eher die Ausnahme. In ihrem hochambitionierten Versuch, progige Sounds und psychedelischen, mehrstimmigen Gesang in das Korsett von hypernervösen Post-Hardcore-Songs zu pressen, stolpern Gatherer leider wieder und wieder über ihre eigenen Füße. Ihre Stärken liegen in den ruhigen Momenten, minimalistischeren Strukturen – nicht aber im Krachpomp, der So Be It zu großen Teilen regiert.

     

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