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Sonntag, 26. März 2017 | 00:35

Wovenhand: The laughing Stalk

06.09.2012

DEE rockt

Wovenhand bzw. Woven Hand waren anfangs nur ein Nebenprojekt zu 16 Horsepower. Längst wird die ›neue‹ Band von David Eugene Edwards jedoch genauso kultisch verehrt. In neuer Besetzung geht es nun ungewohnt heavy zur Sache. Von TOM ASAM

 

Bereits 1995 erschien die erste EP von 16 Horsepower, einer Truppe, die Folk, Bluegrass Gospelanklänge und Rock zu einer eindrücklichen Einheit verschmolz, die gerne als »Gothik-Country« bezeichnet wurde. Sänger und Texter der Band ist bzw. war David Eugene Edwards, aufgewachsen in der vor gut 100 Jahren in Texas gegründeten Freikirche Church of the Nazarene.


Nachdem der Vater früh verstarb, zog David Eugene wiederholt mit seinem Großvater durch die Lande, um die armen Sünder mit bildhaften Predigten vor den Schmerzen der Hölle zu bewahren. Das tut er gewissermaßen heute noch – mittlerweile seit etwa 10 Jahren mit Wovenhand. Die Schuld der Menschheit und die finsteren Tiefen ihrer Seele spielen immer eine Rolle in den biblisch geprägten Texten des Musikers. Dabei – da muss erwähnt werden – gleitet er nie in dumpfen Religionsfanatismus ab oder wirkt belehrend. Edwards ist ein kluger Kopf, der seinen eigenen Weg geht. Auf The Laughing Stalk (klingt ähnlich wie The Laughing Stock von Talk Talk) gehen diesen Weg neben dem einzig verbliebenen Original-Begleiter Ordy Garrison (Drums) die Neuzugänge Chuck French (Gitarre) und Gregory Garcia Jr. (Bass) mit. Das Ergebnis ist die »most heavy incarnation« of Wovenhand so far. Was früher (16 Horsepower bzw. live) an Intensität rüberkam, ist zurück.

Die sakral-hymnische, melodische Ausrichtung etwa von Mosaic ist einer gitarrengestärkten Intensität gewichen – ob die subtile, düstere Magie darunter leidet, ist wohl Geschmackssache. Tatsache: Der finale Mix, den Alexander Hacke beigesteuert hat, gibt eine Richtung an (der Mann hat eine Bad Seeds-Vergangenheit). Das Album dürfte auch Fans der deutsch-amerikanischen Freundschaft Pothead begeistern.

 

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