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    TITEL kulturmagazin
    Montag, 21. August 2017 | 17:55

    Evening Hymns: Spectral Dusk

    04.09.2012

    Windböen, Herzschläge und Pastoralfolk

    Eine Blockhütte im Schnee von Ontario war der Transformator für Jonas Bonnetta und sein Projekt Evening Hymns, um Verlust in einen Musiksog zu verwandeln. Von JUDITH HERMES

     

    Bevor das zweite Album der Evening Hymns auf dem Plattenteller rotiert, schnell noch eine Gebrauchsanweisung: Flach auf den Boden legen und stur Track 1 bis Track 11 durchhören. Spectral Dusk ist ein Konzeptalbum. Kein Song steht für sich allein, der Anfang des einen braucht das Ende des anderen, alles folgt einer intensiven Dramaturgie. Ein geheimnisvoller Wind rauscht, der in den folgenden 40 Minuten nie ganz zur Ruhe kommen wird. Dazu ein getrommelter Herzschlag, als wäre das Werk ein lebendiger Organismus. Luftige Geräuschpassagen (Irving Lake Access Road) wechseln sich ab mit melodischen Folk-Perlen (Family Tree) oder erlösenden Refrain-Ekstasen (Cabin in the Burn). Alles Irdische ist für die Hördauer weit weg.

     

    Die Entstehungszeit von Spectral Dusk war kein lustiger Lebensabschnitt für Jonas Bonnetta. Die Songs sind durchdrungen vom Tod seines Vaters, mit dem er Sägemühle in Ontario betrieb. Als der Vater stirbt, bleibt die Musik. Durch sie drückt Bonnetta seinen Schmerz aus, findet aber auch zu tröstlichen Klängen, wie im Song to sleep to, einem Schlaflied für den Toten. Das Modell des kanadischen Kollektivs funktioniert offensichtlich auch dann, wenn der Weg der inneren Einkehr gegangen werden muss. Für die Aufnahmen zogen Mitglieder von The Wooden Sky oder Timber Timbre für knappe 10 Tage mit in die Einsamkeit im Schnee und steuerten ihren Sound bei. Zwar beschränkt sich die Instrumentierung an vielen Stellen auf sparsam gezupfte Akustikgitarre oder gar nur eine Trommel. Wenn aber der Pathos-Hebel umgelegt wird, dann richtig. Streicher und Bässe steigern sich zu gewaltigen Geräuschflächen und bei Moon River weint gar eine herzzerreißende Pedalsteel in bester Country-Manier.

     

    Ein Glück, dass die Veröffentlichung in die Urlaubszeit fällt. Genug Zeit also, ums sich hypnotisieren zu lassen von diesem berührenden Album. Wer dann vor seinem inneren Auge hohe Baumkronen, kilometerweite Schneeverwehungen und glitzernde Seen vorüberziehen sieht, muss sich keine Sorgen um seinen Geisteszustand machen.

     

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