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    TITEL kulturmagazin
    Donnerstag, 27. April 2017 | 20:35

    Sean Rowe: The salesman and the shark/ Bill Fay: Life is people/ George Jones: The grand tour; alone again/ Holly Cole: Night

    09.08.2012

    It´s the singer - and the song

    Alte Helden, neue Helden, alte Helden neu entdeckt – von TOM ASAM

     

    Sean Rowe begeisterte erst vor Jahresfrist mit seinem erstaunlichem Debüt Magic, das stark inspiriert war durch einen mehrwöchigen Aufenthalt Rowes in der Wildnis. Seine eindrückliche Gesangsstimme wurde mit der Wucht solcher Größen wie Al Green, Van Morrison oder Gil Scott-Heron verglichen – und auch sein Songwriting verbreitet die Aura von zeitlosen Meisterwerken. Man erahnt, dass der Freak of nature seine Eingebungen nicht alleine vom Wind und den Wäldern erhält. Bevor sich Rowe ans Schreiben eigener Stücke wagte, durchschritt er die harte Schule des Barmusikers, jahrelang spielte er mehrere Sets an einem Abend – allerdings nur Stücke, die er auch wirklich mochte. Klassischer R&B, früher Soul und Blues – Schätze aus der väterlichen Plattensammlung waren es einmal mehr, die den Weg zu einer eigenen Karriere ebneten.

     

    The Salesman and the shark steht dem Debüt ihn nichts nach, im Gegenteil. Ein Album das klingt wie ein Best of eines der ganz Großen! Es mag Zufall sein, dass es auch von Lee Hazelwood und Nancy Sinatra einen Song gibt, in dessen Titel ein »Salesman« vorkommt, auf alle Fälle erinnert The Wall mit Streichern und weiblichem Counterpart an Lee´s Produktionen. Rowes Stimme hat stellenweise diesen besonderen Schmelz, der auch mal Scott Walker  in Erinnerung ruft. An anderer Stelle überwiegt eine gewisse Düsternis; Nick Cave oder Mark Lanegan wären froh, wenn sie so ein Album auf die Reihe brächten. Anspieltipps: Songs 1-12! Es beliebt abzuwarten, ob Sean Rowe den verdienten Erfolg einfahren wird und sich nicht nur zu einem gut gehüteten Geheimtipp entwickelt – wie etwa Bill Fay, den Rowe mutmaßlich kennt.

     

    Bill Fay brachte mit seinem unbetitelten Debüt (1970) und Time of the last persecution (1971) zwei Meilensteine heraus, die ihn auf eine Ebene mit den größten Songwritern heben. Leider blieb der kommerzielle Erfolg aus, Fay zog sich zurück und seine Alben waren lange Jahre nicht erhältlich. Vielleicht war die düstere Stimmung der lyrisch-apokalyptischen Persecution-Scheibe einfach nicht massenkompatibel. Umso unglaublicher ist es, dass Bill Fay nun nach über vier Jahrzehnten mit dem ersten wirklichen neuen Album auftaucht. Die Wiederveröffentlichung seiner frühen Songs auf CD in den späten 90ern, das Namedropping namhafter Verehrer ( Jim O´Rourke, Wilco´s Jeff Tweedy oder Nick Cave) und die Songsammlung Tomorrow... im Jahr 2005 ebneten den Weg dahin.

     

    Der amerikanisch Produzent – und Fan – Joshua Henry schließlich überzeugte Fay davon, aus seinen ungenutzten Demoschätzen eine neue Platte zu machen. Unter anderem mit Unterstützung seiner alten Partner Ray Russel und Alan Rushton – und mit Gastsänger Jeff Tweedy auf This World. Auf Life is People ist Fay nicht mehr von der Angst des Jüngsten Gerichts in Form eines Ökokollaps getrieben, The healing day oder Thank you lord sprechen eine versöhnlichere Sprache. Von seinen Songwriter-Fähigkeiten und seiner Ausdruckskraft hat Fay nichts eingebüßt. Man kann nur hoffen, dass das Album des Mannes der auch schon als »missing link between Nick Drake, Ray Davis and Bob Dylan« (Uncut magazine) gefeiert wurde, ein bisschen dazu beiträgt, seinen Namen verdientermaßen fetter zu drucken. In der aktuellen Ausgabe des deutschen Rolling Stone sind »Die 100 besten Singer / Songwriter Alben« gelistet. Bezeichnenderweise ist Fay nicht darunter zu finden, aber in einer Extrarezension gewürdigt.

     

    George Jones hat seine Songs nur teilweise (mit-)geschrieben, er ist in Erinnerung geblieben als einer der großen Country-Interpreten. Das Motto »2 Classic Albums on 1 CD« ist hier mehr als treffend. Man muss kein ausgesprochener Nashville-Fan sein, um an diesen Songs zwischen Liebe und schmerz gefallen zu finden. The grand tour (1974) glänzt mit warmen Gitarren und Streichern, Honky-Tonk-Hits und gefühlvollen Balladen am laufenden Band, inklusive dem wunderschönen Mid-Tempo Song Pass me by (if you´re omly passing through) mit den Jordanaires. Alone Again verdeutlicht schon mit seinem Titel und dem Cover, dass sich Jones nicht auf Liebesschnulzen beschränkt. A drunk man can´t be a man, ain´t nobody gonna miss me oder stand on my own to knees zeugen von den Dämonen des Alkohols und der Drogen mir denen sich Jones lange auseinandersetzte, bevor ihn die Heirat mit seiner vierten Frau Anfang der 80er Jahre auf eine andere Spur setzte. Ehrliche Songs mit großen Arrangements, toller Produktion – überzeugend vorgetragen.

     

    Man kann den Großen begegnen durch neue Alben oder Wiederveröffentlichungen – oder aber auf dem Weg der Coverversion. Eine durchaus heikle Art der Huldigung; nicht zuletzt, wenn man sich im Spannungsfeld von Jazz und Pop bewegt. Holly Cole jedoch ist eine jener Interpretinnen, die genau in diesem Bereich große Raffinesse beweist. Bereits Mitte der 90er überzeugte die aus Nova Scotia stammende Sängerin mit eigenständigen und gefühlvollen Tom Waits Interpretationen. Night stellt das allererste Holly Cole Trio mit Aaron Davis (Piano) und David Picth (Bass) wieder her. Zeitweise durch weitere Gastmusiker unterstützt, machen sie sich auf den Spuren von John Barry (you only live twice...ja: James Bond), Jaques Brel (If you go away), Gordon Lightfood (If you could read my mind), Captain Beefhart(!, Love lies) oder Tom Waits (again!, walk away ; whistling past the graveyard) auf die Suche nach den Geheimnissen der Nacht. Cole dekonstruiert Songs aus verschiedensten Genres und setzt sie mit Kreativität und Humor neu zusammen. Hörenswert!

     

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