TITEL kulturmagazin
Mittwoch, 29. März 2017 | 21:06

Toms Schnellgericht

02.08.2012

Floor and more

Brandaktuelle Bassmusik, die Beine und Kopf bewegt – gehört und gefühlt von TOM ASAM.

 

Norken & Deer (aka Lee Noris und Martin Hirsch) haben Anfang des Jahres mit der Shoot the sun schon Richtung Himmel gezielt, nun wollen sie mit Micro Don Juan nach den Sternen greifen. Noris tummelt sich bereits seit Mitte der 90er unter verschiedenen Namen (u.a.Norken, Metamatics, Tone Language) in der Produzenten-Szene, Hirsch ist vor allem ein Klangveredler – »digital sound artist« klingt auch nicht schlecht. Analoges Equipment trifft auf cutting edge Software, das Synthetische bekommt organische Strukturen, und so bietet Don Juan eine emotionale Minimal-Rezeptur, die dazu beitragen, wird das Label Hydrogen Dukebox zum Bestandteil so mancher digital jukebox zu machen.

 

Toby Ridler aka Becoming Real begann, in den Suburbs von South London im Umfeld von Grime zu produzieren. Mittlerweile kombiniert er UK Garage-Einflüsse mit Ideen von Chicago Footwork und Funk und richtet das Ganze auf Solar dreams/ neon decay so an, dass es auch außerhalb begrenzter Sub-Genre-Zirkel einschlagen dürfte. Seine Klasse deutet schon allein die Tatsache an, dass er letztes Jahr die Tour des Maskenmannes SBRKT supportete, jenes Mannes, dessen Debüt die Innovationskraft eines Nicolas Jaar mit Tanzbarkeit und Ohrwurm-Perfektion verband. Heißes Eisen!

 

Der Berliner Shed debütiert mit seinem dritten Album auf dem famosen Modeselektor-Label 50 Weapons und macht klar, dass das hier eine Sache dicker Eier ist. Der Titel: The Killer. Das Cover: eine ikonographische Lautsprecher-Membran. Und so verzichtet er weitgehend auf die Feinheiten und Schnörkel des vielbeachteten Vorgängers The Traveller zugunsten einer grandiosen, straighten Techno-Abfahrt. Klar: ein Killer, 50 Waffen, ein Auftrag! Stampfend, teils industriell-brachial – aber nie dumpf! Schwer, dran vorbeizukommen.

 

Otto von Schirach wird durch ein injiziertes drittes Auge (siehe Cover) zum Übermenschen Supermeng, der uns auf 12 Tracks vom Alltag in fernen Galaxien erzählt. Sex and drugs and – Mengstep! Das heißt: durchgeknallter Retrofuturismus bei denen Oldschool-Spielhallen-Sounds auf Outer-Space-Indie treffen, Surfgitarren im Stile der legendären Man or Astroman auf den Humor und den Geist guten Hip Hops, verspulte Electronica auf verzerrte Klänge. Ein durchgeknallter Zitatspaß für experimentierfreudige Zeit- und Musikreisende, die vielleicht auch schon mit Chinese Man um die Sonne gereist sind oder Mickey Moonlight´s time axis maniulation corporation zu tun hatten.

 

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... bis sie dann gestorben sind.

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