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    TITEL kulturmagazin
    Samstag, 19. August 2017 | 16:50

    PS I Love You: Death Dreams / Zulus: Zulus / Buildings: Melt Cry Sleep

    02.08.2012

    Guitarmy

    »Raise the glass to the guitarmy!«, kreischten schon die ADHS-Kids von den Blood Brothers anno 2003. PS I LOVE YOU, Zulus und Buildings versuchen sich mit krachigen Alben in den elitären Kreis einzuschmuggeln. Aber welcher dieser Bands dürfen wir nun zuprosten? Von KRISTOFFER CORNILS

     

    Das erste Album, Meet Me At Muster Station, wurde von der Kritik gut aufgenommen, selbst die Online-Bibel der Indie-Webseiten, Pitchfork, ließ sich zu einer positiven Kritik hinreißen. Daraufhin nahm die Karriere von PS I LOVE YOU Fahrt auf, sie spielten Konzerte in der ganzen Welt. Sänger/Gitarrist Paul Saulnier fing derweil an zu träumen. Mitten im bunten Tourzirkus suchte ihn ausgerechnet die eigene Sterblichkeit im Schlaf heim, das Thema schlich sich immer wieder in seine Träume ein. Das Bisschen Sinnkrise wird auf dem Zweitwerk des kanadischen Duos Death Dreams nicht überragend, aber souverän erzählt.

     

    Den überraschenden Auftakt machen sphärische Gitarrenklänge, die Drummer Benjamin Nelson mit zischenden Becken unterlegt. Dann jedoch zerfetzt Sentimental Dishes den Klangnebel mit fetten Hard-Rock-Riffs und dem exaltiert-neurotischen Gejaule Saulniers – das sind schon eher die PS I Love You, die vor zwei Jahren mit der Tür ins Haus fielen. Saulnier klingt wie eh und je nach einem verzweifelten Piraten mitten im Stimmbruch und hat das nötige Pathos gebucht, mit dem er sich am roten Faden der elf Tracks entlang hangeln kann.

     

    Ähnlich wie die musikalisch verwandten Japandroids, die auf Post-Nothing all ihre Teenage Angst und Todesfurcht in dröhnende, eingängige Garage-Punk-Hymnen transformierten, so drücken auch PS I LOVE YOU das Gaspedal herunter statt zu entschleunigen. Nelson verprügelt sein Drumkit mit mustergültiger Rücksichtslosigkeit, die Gitarre röhrt, Saulnier quietscht und kreischt. Die Songs sind gut geschrieben, auf den Punkt, die Hooklines sitzen. Fehlt noch was? Vielleicht. Denn weder steigern sich die beiden Freunde in die absolute Ekstase, noch knallen sie richtig mit den Whiskygläsern auf den Tisch.

     

    Dem Duo mangelt es auf ihrem zweiten Album genau an dem, was man verlegenheitshalber häufig als das »gewisse Etwas« umschreibt: Diese funkenschlagende Magie, wie sie die Japandroids auf ihrem Erstwerk einfangen konnten, der versoffen-kampflustige Charakter von Titus Andronicus oder die detailverknallte Käsigkeit von Fang Island. Drei Bands, die gut und gerne als Referenz herangezogen werden dürfen, und gegenüber denen PS I LOVE YOU eben nicht mehr als eine souveräne Indie-Rock-Band ist.

     

    Eine Studie in Gallengelb

    Ähnlich krachig wie Death Dreams ist auch das selbstbetitelte Debüt von Zulus ausgefallen. Jedoch bedient das New Yorker Quartett ganz andere stilistische Register. Sie seien gelangweilt gewesen vom Hardcore-Genre, verlautbart Aleksander Prechtl, der auf dem Album seiner neuen Band spontan zum Schlagzeuger umschulte. Die Ex-Mitglieder von Battleship und Prsms bezeichnen den Sound von Zulus gern als »Post-Garage«. Ob man ihnen nun zustimmt, sie als (bisher) fehlender Link zwischen Drive Like Jehu und Les Savy Fav identifiziert oder sie doch unter dem beliebten weil schier allumfassenden Schlagwort »Post-Hardcore« ablegt: Ihren ganz eigenen Sound haben die acht Song von Zulus auf jeden Fall.

     

    Dazu brauchen sie keine schnellen Riffs, chugga-chugga-Rhythmen oder einen pöbelnden Muskelprotz am Mikrofon, um ihre Aggression in eine passende Form zu bringen. Die nervösen Dissonanzen, schleppenden Rhythmen und die Silbe für Silbe mit schier grenzenloser Verachtung ausgespuckten Vocals tun es da viel eher: Zulus halten sich – vielleicht dank ihres unprofessionellen Drummers? – zurück und klingen wie vier Menschen kurz vorm Ausrasten, angespannt und innerlich am Toben. Eine elektrifizierende Spannung durchzieht Zulus, das arm an erlösenden Momenten ist. Mathematischer Voodoo, hypnotisch bis ins Mark. Eine Studie in Gallengelb, angefüllt mit Wut, Frust und Selbstkasteiung. Eines der Alben, an die man sich erinnern sollte, wenn die Bestenlisten für 2012 geschrieben werden.

     

    Ideenarm, forciert und monoton

    Das Trio Buildings aus Minneapolis schlägt zwar in dieselbe Kerbe wie Zulus, deren monströser Groove will auf Melt Cry Sleep nicht so recht aufkommen. Es ist bereits das zweite Album des Trios aus dem US-amerikanischen Bundesstaat Minneapolis nachdem sie sich 2008 mit Braille Animal einige Anerkennung erspielen konnten. Gegenüber den 10 Tracks des Erstlings wirkt der Nachfolger leider etwas saftlos.

    Stellenweise etwas punkiger, rhythmisch simpler und leider auch eintöniger klingen die neuen Songs.

     

    Zwar spinnt die Gitarre Brian Lake erneut ihre dissonanten Netze aus schräg klingendem Fuzz, die von solider Rhythmusarbeit unterfüttert wird und hier und dort die fette Trägheit des Sludge Metals in sich trägt. Trotzdem kann Melt Cry Sleep nicht wirklich überzeugen. Es wirkt etwas ideenarm, forciert und monoton. Ein eher enttäuschender zweiter Streich in der noch jungen Karriere von Buildings.

     

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