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    TITEL kulturmagazin
    Samstag, 27. Mai 2017 | 13:56

    Debo Band: Debo Band

    19.07.2012

    Golden Age revisited

    Die elf Mann starke Truppe um dem Saxophonisten Danny Mekkonen transportiert den Sound der Hochphase des Äthiopien-Pop fulminant in die Jetztzeit. Von TOM ASAM

     

    Vor zwanzig Jahren gelangte mit Nirvana und Co – via Sup Pop ein Stück Seattle in die ganze Welt. Nach jahrelanger Flaute zeigt sich das Label seit einer Revitalisierung längst interessanter als damals. Eine deutliche stilistische Öffnung bringt nun einen weiteren Höhepunkt, und die Welt kommt diesmal quasi nach Seattle. Die Debo Band ist beeinflusst von der goldenen Ära der äthiopischen Populärmusik, welche von Ende der 60er Jahre bis zum 74er Militär-Coup dauerte. Addis Abeba war eine brodelnde Kulturmetropole, in der zahlreiche Bands die einheimischen pentatonischen Skalen mit Jazz, Funk und Latin-Einflüssen kreuzten. Diese kurze, aber ertragreiche Hochzeit kann man in etwa mit der des Afrobeat um Fela Kuti vergleichen.

     

    Aber auch wenn Debo Band teilweise Traditionals oder Klassiker der goldenen Zeit aufgreifen, verkommen sie zu keiner Zeit zu konservativen Bewahrern oder einer Cover-Band. Dazu sind die Darbietungen, in deren Mittelpunkt der äthiopisch-amerikanische Saxophonist Danny Mekonnen und der charismatische Frontmann Buck Tefaye stehen, zu lebendig und zu eigenständig (re-)arrangiert. Sousaphonist Arik Grier integriert eine Klezmer-Note, Akkordeon und Violinen bringen frischen Wind, der gar solide Etho-Funk-Fundamente in Bewegung bringt. Akalele Wube ist ein Folk-Song den der Saxophonist Getchew Mekuria 1970s neu arrangierte; Debo ersetzen den Sax-Lead durch die Vorherrschaft zweier Violinen. Yefeker Wegagene ist die Umsetzung eines Songs den die »first lady« der äthiopischen Musik, Bezunesh Bekele, einst mit der Imperial Bodyguard Band sang. DC Flower bringt einen Hauch von Äthiopien via Embiltas -langer Bambus-Flöten, die nur drei Töne hervorbringen – in die westliche Welt.

     

    Debo Band bewegen sich mit atemberaubender Eleganz unangetastet vom Verdacht spröden Weltmusik-Muckertums oder theatralischer Neo-Folklore. Der Boston Globe schrieb, George Clinton hätte vielleicht so geklungen, wenn er kein außerirdischer, sondern Äthiopier gewesen wäre. Ein schönes Bild, Debo Band dürften jedoch – bei allem Respekt vor der Funk-Legende – fast attraktiver sein für ein junges, aufgeschlossenes Publikum. Hammer-Album!

     



     

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