TITEL kulturmagazin
Dienstag, 28. März 2017 | 21:37

Gary War: Jared´s Lot

19.07.2012

Verspultes Abgleiten in 8-Bit-Gefilde

Gary War ist zurück! Psychedelisch, lo-fi, abgedreht wie eh und je – und ein kleines Stückchen reifer. KRISTOFFER CORNILS über die ersten War-Aufnahmen seit gut zwei Jahren.

 

Um der Freude einen kleinen Dämpfer zu verpassen: Der verspulte Unterwasser-Spuk auf Jared’s Lot dauert keine 30 Minuten. Und vielleicht wird der New Yorker mit seinem dritten Studioalbum es nicht schaffen, endlich aus dem Schatten zu treten, den Ariel Pink und John Maus in den letzten Jahren geworfen haben. In Sachen Durchgeknalltheit steht der psychedelische Lo-Fi-Pop mit den plinkernden Synthies und Schlieren ziehenden Vocals der Musik der beiden jedoch in kaum etwas nach. Auffallend ist allerdings, dass War deutlich mehr mit konventionellen Songstrukturen liebäugelt und andererseits eine dichtere Produktion abliefert.


Klar klingen die Beats immer noch nach Plastik, das Keyboard nach 8-Bit und die Stimme des Multiinstrumentalisten überschlägt ein ums andere Mal mit ihrem Echo. Im Grunde aber zeigt Jared’s Lot War als Musiker, der ein kleines Stückchen reifer geworden ist und auch im Studio mehr Feingefühl beweist. So leichtfüßig die psychedelischen Songs daherkommen, so kindisch-unbekümmert sie War auch abliefert – sie zeugen davon, dass er als Songwriter gewachsen ist. Vor allem zum Ende hin wird das deutlich: Das elegische Find Our Way, das zappelige Pleading For Annihilation, die kleine Liebeserklärung an den Krautrock in Form von Care Less und das mit Animal Collective-Reminiszenzen gespickte World After bilden den Kern dieser Platte.


Jared’s Lot ist kleiner Meilenstein in Wars persönlicher Entwicklung, aber auch ein solides und abwechslungsreiches Album. Ein psychdelischer Trip ins Lo-Fi-Land, ein verspultes Abgleiten in 8-Bit-Gefilde. Sein bestes Album dürfte noch vor Gary War liegen, aber dieses hier bedeutet einen Schritt in die richtige Richtung.

 



 

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