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    TITEL kulturmagazin
    Montag, 26. Juni 2017 | 22:55

    Friedrich Cerha: Konzert für Schlagzeug und Orchester/Impulse für Orchester/Kontinent Varèse: col legno

    26.07.2012

    Noch einmal Grubinger

    Stimmt es denn wirklich, dass zeitgenössische Musik »schwierig« sein muss? Für die zwei Kompositionen von Friedrich Cerha, Jahrgang 1926, die die Wiener Philharmoniker unter der Leitung der beiden dafür prädestinierten Dirigenten Pierre Boulez und Peter Eötvös aufgenommen haben, trifft es jedenfalls nicht zu. Sie sind ausgesprochen süffig und hochdramatisch, unmittelbar »verständlich« und in einem ganz traditionellen Sinne schön. Die Impulse für Orchester von 1992/93 wurden 1996 bei den Salzburger Festspielen aufgenommen, das Konzert für Schlagzeug und Orchester von 2007/08, das 2011 ebenfalls in Salzburg zu hören war, kurz danach mit demselben Solisten, aber einem anderen Orchester und einem anderen Dirigenten, im Wiener Konzerthaus. Von THOMAS ROTHSCHILD

     

    Cerhas Kompositionen zeichnen sich durch scharfe, aber stets der musikalischen Logik verpflichtete Kontraste, durch eine differenzierte Nutzung des dynamischen Spektrums und durch ihre raffinierte Instrumentation aus, die zu reizvollen Klangeffekten beiträgt. Dabei holt der Komponist das Erbe der romantischen, spätromantischen und neoklassizistischen Tradition in die Moderne. Bisweilen scheint es, als wolle er Mahler und Strauss mit der Zweiten Wiener Schule versöhnen. Cerhas Musik strömt, ergreift auch emotional, und ist zugleich im besten Sinne »konstruiert«, streng in ihrer formalen Durchdachtheit, vergleichbar einigen Dichtungen des Freundes Gerhard Rühm.

     

    Das Konzert für Schlagzeug und Orchester hat Friedrich Cerha für Martin Grubinger geschrieben. Ein Glücksfall für beide: Der Komponist hatte einen idealen Interpreten gefunden, und der Schlagzeuger der Extraklasse bekam eine zeitgenössische Komposition, die ihm alle Möglichkeiten der Entfaltung eröffnet. Es handelt sich tatsächlich um ein »klassisches« Konzert, das aus drei in einander übergehenden Sätzen besteht, in denen der Solist an je unterschiedlichen Instrumentengruppen operiert.

     

    Martin Grubinger begegnet man auch auf einer vor einem Jahr erschienenen CD, die 2009, ebenfalls bei den Salzburger Festspielen, aufgenommen wurde. Damals programmierte Markus Hinterhäuser in seiner Kontinente-Reihe einen Varèse-Schwerpunkt. Die CD bietet eine Auswahl von sieben Stücken. Die wohl bekannteste Komposition für ein reines Perkussionsensemble, Ionisation von 1929-31, kann man gleich in zwei Versionen hören: einmal mit Martin Grubinger und dem Percussive Planet Ensemble, und einmal mit dem Ensemble Modern Orchestra aus Frankfurt.

     

    Dabei erweist es sich, dass es durchaus Unterschiede in der Interpretation, vor allem in der Dynamik und der Akzentuierung, gibt. An seiner Faszination hat diese knapp sieben Minuten dauernde Komposition, so oder so, bis heute nichts verloren. Daneben enthält die CD Offrandes für Sopran und Kammerorchester, Hyperprism für 9 Bläser und Schlagzeuger, Intégrales für 11 Bläser und 8 Schlagzeuger, Ecuatorial für Bassstimme, 8 Blechbläser, Klavier, Orgel, 2 Ondes Martenot und 6 Schlagzeuger“ und, als einziges längeres Stück und als einziges Stück in größerer Besetzung, Amériques für Orchester.

     

    Es lohnt sich, die beiden CDs hintereinander oder auch im Wechsel zu hören. Sie werden nicht nur durch den Solisten Grubinger zusammengehalten, sondern lassen auch erkennen, dass der große Erneuerer Edgar Varèse für den 43 Jahre jüngeren Cerha (und nicht nur für ihn) ein wichtiger Einfluss war.

     

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