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    TITEL kulturmagazin
    Samstag, 27. Mai 2017 | 17:36

    The Crooked Fiddle Band: Overgrown Tales

    12.07.2012

    Quietschfideles Potpourri

    Was muss man eigentlich machen, damit man ohne Label im Rücken einen Superproduzenten wie Steve Albini (u.a. The Stooges, Nirvana und zuletzt – angeblich Scrabble-spielend und desinteressiert – Cloud Nothings) für sich zu gewinnen und auch noch Berufssonderling und Chefikonoklasten Brian Eno zu wahren Begeisterungsstürmen hinzureißen? Im Falle von The Crooked Fiddle Band liegt die Antwort auf der Hand: Abrocken bis sich die Bögen biegen!

     

    Nomen est schließlich omen bei dem Quartett. Die Geige Jess Randalls ist das markanteste Instrument, ihr Hochgeschwindigkeitsspiel trägt viel zum Charakter der acht Songs von Overgrown Tales bei. Die in Eigenregie veröffentlichte Produktion, bei der sich Steve Albini hinter die Regler gesetzt hat, ist nach zwei EPs nun das Debütalbum einer Band, die sich mit Höllendrive aus allen definitorischen Klammergriffen heraus windet. Ein wenig Keltisch, dieses Gefiedel, oder? Klar. Und auch ein bisschen Klezmer. Und diese schräge Melodie, die lief doch letztens noch im Saloon, als sich Lederhosen-Johnny mit Schneidezahn-Joe um seinen Goldclaim geprügelt hat, oder? Und da wären noch diese skandinavischen Folk-Ansätze in den ruhigeren Stücken. Und überhaupt: Ja, überhaupt sind The Crooked Fiddle Band doch eine Rockband. So im Kern halt und so.

     

    Nur eben mit Instrumenten, die nicht ganz zu der dicken Hose passen, die ihr aggressives, zum Teil hektisches Songwriting im Auge hat. Die Drums bollern wuchtig dahin und Schlagzeuger Joe Gould ist auch dafür verantwortlich, die Gitarrensaiten zu bearbeiten und nimmt sich nicht zurück. Warum auch, schließlich muss er mit dem Rest seiner Band mithalten. Das quietschfidele Potpourri würde ein passables Metal-Album abgeben, würden die Vier aus Australien - ausgerechnet daher! – denn mal den Verstärker anschmeißen. Darauf verzichten sie aber fast völlig, wie sie zum Beispiel auch nur vereinzelt Gesang einsetzen. Der kommt dann auch viel intensiver, überraschender und bringt die Abwechslung in den zeitweise etwas anstrengenden Melting-Pot von Platte mit ein. Kein Wunder, dass Brian Eno sich angetan zeigt: So ein Album wie Overgrown Tales hört man nicht alle Tage.

     



     

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